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Bio-Café und Kapelle der Religionen

Interreligiös, „offen für jeden und frei von jeglichem Dogma“, das ist der Geist, der im Kloster Meister Eckart in Schöneberg weht, das Bruder Johannes (53) und Bruder Frank (40) am 1. Dezember in der Crellestr. 2 in Schöneberg eröffnen.

Unter dem Dach des Klosters befinden sich ein Biocafé, ein Café der Stille, die Wohnung der Mönche und eine Kapelle der Religionen. Symbole der Weltreligionen sind hier vertreten. „Jeder ist uns willkommen, egal welcher Religion er angehört, solange er nicht glaubt, dass sein Weg der einzig richtige sei“, sagt Bruder Frank. Aber auch Konfessionslosen steht das Kloster offen. Es spiele keine Rolle, wie jemand seinen Glauben lebe. Ob er eine katholische Messe besuche oder auf einem Waldspaziergang seinen spirituellen Weg beschreite. Wichtig ist den beiden Ordensbrüdern die Begegnung der Menschen und Religionen auf Augenhöhe. Alle Glaubensrichtungen, spirituellen Wege und Formen des Lebens stünden gleichberechtigt nebeneinander – es gebe kein Besser oder Schlechter, kein Richtig oder Falsch, erklärt uns Bruder Frank, und seine hellblauen Augen strahlen. So verwundert es nicht, dass Bruder Frank keine dualistische Glaubensvorstellung hat. Er sieht den Menschen nicht von Gott getrennt. Für ihn, der zwei Jahre in einem der strengsten Schweigeorden, bei den Trappisten, gelebt hatte, zählt die reine Erfahrung, die er u. a. im Gebet, in der Stille und der Zazen-Meditation findet. Dabei sind Gäste gern gesehen. Doch jeglicher missionarische Gedanke liegt den beiden Mönchen fern. Sie leben ihren mönchischen Weg in der Tradition der Mystiker.

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Jeder geht seinen eigenen spirituelllen Weg

Bruder Johannes wurde in der DDR zum Priester geweiht und eröffnete als Arbeiterpriester seinen ersten Bioladen in Prenzlau. Ein Jahr lang residierten die beiden Mönche mit einem Bioladen in Spandau, allerdings mit nur mäßigem Interesse der Bevölkerung am spirituellen Leben. Im multikulturellen Schöneberg hoffen sie auf mehr Akzeptanz. Das Konzept der kleinen Kommunität setzt einen individuellen spirituellen Weg voraus. Der Alltag ist hart. Morgens um sechs aufstehen, beten, meditieren, arbeiten. Von 18 Uhr abends bis 9 Uhr morgens wird geschwiegen. In dieser Zeit zieht sich jeder in seine Kammer zurück. Ein gemeinschaftliches Abendprogramm gibt es nicht. Bruder Frank nennt das den „Luxus nicht angesprochen zu werden“, und strahlt. Auf Ablenkungen wie Zeitungen, Radio oder Fernsehen wird bewusst verzichtet. Ebenso auf Kaffee, Zigaretten, Alkohol und andere Drogen. Auf einer Galerie in der ersten Etage befindet sich das Café der Stille. Hier ist Raum für Besinnung, für Schweigen und Stille. Eine kleine Bibliothek mit spiritueller Literatur lädt zum Lesen ein.

Im angeschlossenen Bio-Café werden ausschließlich Produkte aus biologischem Anbau sowie fairem Handel angeboten. Klosterartikel wie Bier aus der Benediktinerabtei Plankstetten, Wein und Dinkelprodukte aus dem Kloster St. Hildegard, Seifen und Cremes aus einer französischen Abtei oder Liköre von den Zisterzienserinnen aus Marienthal und Marienstern… runden das Sortiment ab und sollen für Umsatz sorgen. Denn Bruder Frank und Bruder Johannes müssen von dem Erlös des Cafés ihren Lebensunterhalt finanzieren.

Für Menschen, die prüfen wollen, ob sie in der gemischten Kommunität einen mönchischen Weg gehen können, besteht nach Absprache die Möglichkeit des Mitlebens.

Kloster Mediation

Information: 
Öffnungszeiten Bio-Café: täglich von 9 bis 18 Uhr (außer montags)
Öffentliche Gebets- und Meditationszeiten in der Kapelle der Religionen (täglich außer montags):
6 Uhr Morgengebet, 12 Uhr Mittagsgebet, 18 Uhr Abendgebet (circa 25 Minuten, Mantren, Texte, Stille).
Im Meditationsraum im Obergeschoss finden jeweils um 9 und 15 Uhr  Zazen- und Kinhin (Geh-Meditationen) statt.
Jeden ersten Sonntag im Monat gibt es einen Mystikabend und jeden ersten Montag im Monat einen Zazen-Tag.

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