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Maria M. Reder, geboren 1966 in Rostock, ist seit sieben Jahren freischaffende Künstlerin. Sie durchlief ein klassisches Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und leitet seit zwei Jahren das Atelier Seelenbilder in Berlin, wo sie Menschen in ihren kreativen Prozessen anregt und begleitet. Kreativität beginnt für sie da, wo das Ich aufhört, nach bestimmten Vorstellungen kreativ sein zu wollen. Ein Interview von Annett Löchelt.

Was verstehst Du unter Kreativität?
Maria: Das Loslassen der eigenen Persönlichkeit, das Entdecken einer eigenen Sprache, die über die eigene Vorstellungskraft hinausgeht, die gelenkt wird von der schöpferischen Kraft Gottes, die in jedem von uns wohnt.

Was meinst du, wenn du sagst: Loslassen der eigenen Persönlichkeit? Ist nicht die Kreativität ein Weg zur eigenen Persönlichkeit?
Maria: Am Ende schon, doch bevor du an diesem Punkt ankommst, braucht es ein komplettes Loslassen von all den Dingen, die du glaubst zu sein und von festen Vorstellungen deiner eigenen Person. Nur so kann die Schöpfungskraft, von der die Kreativität ein Teil ist, durch den Einzelnen wirken. Wenn der Mensch bereit ist, die Schöpfungskraft Gottes als das Absolute anzuerkennen und sich dem zur Verfügung stellt, kann Gott durch ihn wirken und wahrhaftige Kreativität entsteht.

Wie hast du zu deiner eigenen Kreativität gefunden?
Maria: Als ich ein Kind war, gab es für mich keine Begrenzung in meiner Kreativität. Ich erfuhr vollkommene Freiheit in meinem mir ureigenen Ausdruck. Durch Schule und Studium veränderte sich das. Urteile von außen, Vergleiche mit anderen und intellektuelle Konzepte ließen mich an mir zweifeln. Der Raum, in dem sich nun meine Kreativität bewegte, war eng und starr. Ich hatte die Neugier, das Staunen und die Spontanität aus meiner Kindheit verloren. Das hatte ich in der Mitte meines Studiums erkannt. Ich trug mich mit dem Gedanken, meine Malerei vollkommen an den Nagel zu hängen. In diesem Moment stellte ich mir zum ersten Mal in meinem Leben die Frage: Wer bin ich?
Es begann ein tiefgreifender Prozess der Selbstfindung. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod begleitete mich einige Zeit lang. Eine starke Sehnsucht in mir nach Freiheit und Erlösung war letztlich die Kraft, die mich von nun an bewegte.
Nachdem ich für mich die verschiedensten Techniken ausprobiert und erlernt hatte, erkannte ich, dass dies nicht ausreichte, um ein Bild zu beseelen, ihm wahres Leben einzuhauchen – es mit dem gesamten Herzen zu erfüllen. Ich spürte, dass es noch eine andere Kraft geben musste, die dies ermöglicht. Die Urkraft und Energie, die allen Wesen innewohnt, das Licht und der Atem Gottes. Seitdem ich dies erkannte, widme ich meine Bilder ausschließlich DEM.

Hat sich durch das neue Bewusstsein auch die Art deiner Malerei verändert?
Maria: Ja, vollkommen. Ich entdeckte ein spezielles Pflanzenfaserpapier, das ich mir in verschiedenen Formate reiße und eine von mir weiterentwickelte Aquarelltechnik, durch die dann die Seelenbilder entstehen. Beim Malen habe ich kein Konzept und keine festen Vorstellungen mehr. Jedes Bild ist für mich eine Entdeckungsreise. Ich erfahre Unendlichkeit in Farbe und Form. Die Bilder, die ich male, entspringen der Quelle meines Herzens – sie laden dich ein, die Stille und Vollkommenheit in dir selbst wiederzufinden.

Neben klassischen Portraits malst Du seit kurzem auch Seelenbildnisse von Menschen. Was ist das Besondere dabei?

Maria: Eine junge Frau wünschte sich vor einiger Zeit, dass ich ein Portrait von ihr anfertige. Sie wollte aber kein gewöhnliches Portrait, sondern ein Bildnis, in dem ihr Inneres, ihre Seele widergespiegelt wird. Es entstand ein Bildnis, das über das optische Abbild hinaus führt. Ein eigenes Universum mit Wesen und Symbolen, die ihre Seele begleiten. Jedes Seelenbildnis ist eine sehr intime Angelegenheit und für mich eine gänzlich neue Erfahrung, da ich direkt mit dem Menschen zusammen arbeite.

Du leitest seit über zwei Jahren das Atelier Seelenbilder. Du zeigst dort die Seelenbilder, bietest verschiedene Malkurse, Feste und eine offene Bühne für Jedermann an. Was erwartet die Menschen, die zu dir kommen?

Maria: Eine Atmosphäre, die getragen ist von Respekt, Neugier und Leichtigkeit, die es den Menschen ermöglicht, zu vertrauen und sich fallen zu lassen. Ich sehe in jedem Menschen, der zu mir kommt, ein vollkommenes Wesen und unterstütze es in seinem ihm ganz eigenen kreativen Prozess. Dabei vermittle ich neben klassischem Handwerkszeug die Fähigkeit, die kreative Schöpfungskraft wiederzuentdecken, um sich mit ihr erneut zu verbinden. Die offene Bühne bietet jedem Menschen den Raum, sich mit eigenen Liedern, Gedichten und eigener Musik vor Publikum zu präsentieren. Diese Erfahrung ist für viele ein ganz besonderes Erlebnis.

Über den Autor

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geboren 1966 in Rostock, ist seit sieben Jahren freischaffende Künstlerin. Sie durchlief ein klassisches Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und leitet seit zwei Jahren das Atelier Seelenbilder in Berlin, wo sie Menschen in ihren kreativen Prozessen anregt und begleitet. Kreativität beginnt für sie da, wo das Ich aufhört, nach bestimmten Vorstellungen kreativ sein zu wollen

Eine Antwort

  1. Daian

    Ich w rde eher sagenEgal was du denkst lass es eifacnh los.F r mich ist denken ein Hinderniss, ein Blockade welche uns vom leben fern h lt.

    Antworten

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