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Beziehung soll unser Leben eigentlich bereichern und erfüllen. Das wünschen wir uns. Doch oft mündet sie in Schmerz, Streit und Leid. Warum ­passiert das immer wieder, obwohl ­beide Partner es doch gar nicht wollen?

 

Alle Menschen sehnen sich nach einem Partner fürs Leben. Das ist ein ganz natürliches Bedürfnis. Schließlich bekommen wir in einer glücklichen Partnerschaft sehr viel Energie geschenkt. Wir können Kinder bekommen, die sehr viel Raum für sich einfordern, und haben trotzdem die Kraft, unserem Beruf nachzugehen, ein Studium abzuschließen und vieles zu machen, was uns am Herzen liegt. Die positiven Seiten einer Partnerschaft beinhalten auch, dass wir ein emotional, sexuell, sozial und vielleicht auch materiell erfülltes Leben führen. Eine erfüllte Partnerschaft gibt uns die Kraft, uns unseren Lebensherausforderungen zu stellen und sie zu meistern.

Trotzdem bleiben viele Menschen alleine. Aber kein Single hat sich bewusst “freiwillig“ entschieden, „solo“ zu sein. Entweder  hat er/sie vorher “schlechte Erfahrungen“ mit Partnern gemacht oder es hat sich für sie/ihn keine Partnerschaft ergeben. Der Wunsch nach einer glücklichen erfüllenden Partnerschaft bleibt trotzdem bestehen, wenn auch tief im Innern verschlossen. Die Hoffnung wird im Grunde nie ganz aufgegeben, auch wenn die äußeren Umstände etwas Anderes widerspiegeln.

 

Der Andere ist schuld

Aber es gibt auch die andere Seite einer Partnerschaft, wenn sich der Partner beispielsweise zu einer Last entwickelt, sich destruktiv verhält oder bei ihm eine psychische Erkrankung am Entstehen ist, er keine Einsicht zeigt, vielleicht sogar kriminell oder süchtig wird. Besonders schwierig wird es dann, wenn gemeinsame Kinder einen an diesen Partner binden. Dann wird er sich immer wieder in das eigene Leben drängen, auch nach der Volljährigkeit der Kinder. Wie sehr sich dann manche auch anstrengen, den Umgang der Kinder mit beiden Eltern zu organisieren (sogar mit professioneller Hilfe) – die Probleme tauchen immer wieder auf. Es gibt einfach keinen Frieden. Kein Wunder, dass viele Menschen meinen, durch eine misslungene Partnerschaft ihr Leben verpfuscht zu haben.

Hier – wie auch bei nicht ganz so schwerwiegenden Konstellationen – ist es meist so, dass sich keiner von beiden selbst als (Mit-)Verursacher des Beziehungsproblems sieht. Keiner übernimmt die Verantwortung. Schuld hat immer nur der Andere. Jeder fühlt sich als Opfer des Partners, der mit etwas nicht fertig wird, und beide hinterfragen ihr eigenes Verhalten nicht, um nichts ändern zu müssen. Eine sehr bequeme Denkart.

 

Unbewusste Wiederholung

Aber warum wiederholen sich denn in Beziehungen ganz bestimmte Erfahrungen immer wieder? Mit Gefühlen wie Angst, Wut und Leid? Mit Depressionen, Vereinsamung und oft auch einem Erlahmen der Kräfte im Arbeitsleben? Irgendwann trennen sich die Partner, damit sie diesen so unerträglichen Gefühlen nicht mehr ausgesetzt sind. Vielleicht finden sie einen neuen Partner, aber dieser erweist sich bald als “derselbe in Grün“.

Der Grund für die ewige Wiederholung des Gleichen ist: In einer Partnerschaft suchen wir einen Hafen für unsere Gefühle und unsere Sexualität. Nur können wir oft bestimmte Gefühle nicht aushalten. Aber genau mit diesen Gefühlen werden wir immer wieder durch andere Menschen konfrontiert und natürlich ganz besonders durch unseren Partner. Die Gefühle, die uns abwerten, verdrängen wir in uns, aber sie sind in unserem Unterbewusstsein präsent und belasten uns von dort aus permanent.

Können wir das nicht einfach anders machen, dieses leidige Programm abstellen? Nein, wir können wir uns nicht einfach bewusst aussuchen, wen wir als Partner erwählen. In wen und wann wir uns verlieben, das steuert ganz allein unser Unterbewusstsein. In der englischen Sprache ist der Vorgang des “Sich-Verliebens“ sehr präzise ausgedrückt:“falling in love“, wir fallen in die Liebe, es geschieht mit uns. Bewusst können wir Verabredungen treffen, aber unser Unterbewusstsein ist für das Öffnen der emotionalen Türen zuständig. Unser Unterbewusstsein öffnet das emotionale Herz, aber nur, wenn in uns genug gefühlsmäßige Rezeptoren für den betreffenden Menschen vorhanden sind. Manche nennen es Affinität, inneres Programm, eine emotionale Prägung, die in unserer Kindheit entwickelt worden ist. Es gibt in unserem Leben Menschen, mit denen wir uns sehr gut verstehen, aber wir “fallen nicht in Liebe“ zu ihnen. Wir verlieben uns nicht einfach in Menschen, die wir gut riechen können, sondern in solche, die in uns ein tief vertrautes Gefühl und die Erinnerung an alte Erfahrungen erwecken. Aber bei manchen Menschen ist dieses tief vertraute Gefühl verbunden mit der Erfahrung des Leidens.

 

Anerzogener Gehorsam

Seit 29 Jahren leite ich Selbsterfahrungsgruppen und habe sehr viele Menschen darin begleitet, eine glückliche Partnerschaft für sich zu kreieren, aber auch würdevolle Trennungen durchzuführen. Bei fast allen meinen Teilnehmern brauchen folgende drei Bereiche mehr Aufmerksamkeit und Bewusstheit

  • Ehrlich zu sich selbst und dem Partner gegenüber zu sein. Das können sehr viele Menschen nur mehr oder weniger schlecht. Die meisten Menschen trauen sich nicht, nein zu sagen. Sie sagen zu allem “ja“, auch wenn sie etwas gar nicht wollen (sie merken es nicht einmal!), und irgendwann können sie ein riesengroßes Nein gegenüber dem Partner nicht mehr zurückhalten – und es kracht. Sie sind konditioniert oder erzogen worden zu gehorchen und dies übertragen sie auch auf ihr Verhalten innerhalb ihrer Beziehung.
  • Andere sind zu Besserwissern oder Rechthabern gegenüber ihrem Partner geworden.  Sie machen dasselbe nur anders herum, sie sagen ständig und zu allem “nein“. Beide Typen lassen sich nicht richtig auf eine Beziehung ein, sie folgen einem inneren Programm oder Konzept.
  • Häufig verursacht auch ein Mangel an Wertschätzung Leiden in der Partnerschaft und führt dann zur Trennung. Partner, die sich gegenseitig wertschätzen und loben, genießen es, ihr Leben miteinander zu teilen.

Alle unbewussten Beziehungskonzepte können aufgespürt und verändert werden. Das ist wie das Einschalten eines Lichtes: Etwas wird klar und fühlbar und Wege werden gesucht und gefunden, die bewusst gewählte Beziehung bereichernd und erfüllend zu gestalten und zu leben. Menschen, die ein harmonisches Beziehungsleben in ihrer Kindheit vorgelebt bekamen, folgen diesem Beispiel und führen eine erfüllte Partnerschaft. Alle anderen dagegen kostet ihre Partnerschaft viel Kraft oder sie bleiben Zeit ihres Lebens alleine.

Doch diese Problematik ist heilbar! Unsere Beziehungen zu anderen Menschen finden ihre Entsprechung darin, wie wir zu uns selbst sind. Der Schlüssel zu unserem Glück sind unsere Gefühle. Die eigenen unterdrückten Gefühle wieder zu entdecken, sie anzunehmen und auszuleben lässt uns Himmlisches erfahren. Verborgene Gedankenkomplexe aufzuspüren und aufzulösen verändert unsere Haltung zu uns und zu anderen Menschen. Es macht sehr viel Spaß sich selbst wichtig zu nehmen und sich etwas wert zu sein – die Basis für eine erfüllende Beziehung.


Abb: © stefan_weis – Fotolia.com

Wöchentliche Selbsterfahrungsgruppe „Persönlichkeits­entwickung“
Mo., 19-22 Uhr,
nur mit Anm.

Workshop
„Was will ich?“ vom 9.-10.6.2012
Ort: Stresemannstr. 21 (Kreuzberg)

Systemische Familienaufstellung, Hypnose, Coaching und ­Kuschelpartys auf Anfrage

Kontakt unter
Tel.: 030-853 81 33 oder irma@dilba-burnautzki.de
www.dilba-burnautzki.de

Über den Autor

Avatar of Irma Dilba-Burnautzki

ist Dipl. Sozialpädagogin, Heilpraktikerin, Hypnosetherapeutin, leitet seit 1983 Persönlichkeitstrainings und Beziehungsseminare, coacht, berät und bietet Supervision an. Ihre Arbeit basiert auf Techniken der humanistischen Psychotherapie, auf Primärtherapie, Bioenergetik, Encounter, Hypnose, Huna, der Lehre von Eckart Tolle, der Praxis des Naikan und systemischer Familienaufstellung. Sie ist Autorin des psychologischen Ratgebers “Lust und Schuldgefühle“.

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