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Über David Deida und seine Thesen zur Polarität der Geschlechter

Der Autor und spirituelle Lehrer David Deida verbindet in seinen provokanten Thesen zur Polarität von Mann und Frau altes Wissen zu heiliger Sexualität mit der verborgenen Psychologie des Weiblichen und Männlichen. Er beschreibt die unterschiedlichen Grund-Sehnsüchte beider Geschlechter – Freiheit und Liebe – und trägt damit zu einem besseren wechselseitigen Verstehen bei. Als Autor hierzulande noch nahezu unbekannt und lange als Geheimtipp gehandelt, hat sich Deida im englischsprachigen Raum längst den Ruf eines der hochkarätigsten, authentischsten und originellsten spirituellen Lehrer unserer Zeit erworben – Ken Wilber, Neil D. Walsh, Lama Surya Das und viele andere empfehlen die Lektüre seiner Bücher.

Den Traum von einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung – wer träumt ihn nicht? Welch ein Zauber, wenn wir uns fallen lassen können in den Liebes-Tanz der Geschlechter, die Essenz des Mann-Seins oder des Frau-Seins. Aber ohne dass wir so recht verstehen warum, erfüllt er sich oft nur für kurze Zeit – und dann treten die alten Muster wieder in Erscheinung, die darauf beruhen, sich schützen und „es richtig machen zu wollen“. Nach einer Erfahrung des Scheiterns klammern wir uns dann gerne an die Illusion, dass es eben bisher noch nicht „der/die Richtige“ war. Aber wie oft brauchen wir eine gleichartige Erfahrung? Vielleicht richten wir uns auch mit dem „real Erreichbaren“ ein oder verzichten ganz auf eine neue Partnerschaft – für den Preis eines halbherzigen Lebens.
Leidenschaftliche Anziehung, d.h. eine sexuelle Polarität, entsteht, wenn Menschen sich tiefer auf den Pfad zur eigenen Energie begeben. Wie bei einem Magneten weckt die eigene Tiefe den Gegenpol im Partner. Dies geschieht allein durch die Vertiefung der eigenen Essenz – es ist also nicht nötig, den Partner zu verändern. Funktioniert hat das ohnehin noch nie.

 

Essenz und Energie

Yin und Yang, Shiva und Shakti, Romeo und Julia, Mars und Venus … – wirklich neu ist die Idee von den unterschiedlichen Energien der Geschlechter nicht. Aber während diese Unterscheidung früher an das körperliche Merkmal Mann oder Frau geknüpft war, zeigt David Deida, dass es zunächst einmal um das eigene Energie-Empfinden geht. Welche Energie treibt mich in meinem Wesenskern wirklich an? Oft erlebe ich einen körperlichen Energieschub, wenn meine Essenz berührt ist. Dabei kann beispielsweise eine Frau auch einen eher männlichen Yang-Kern haben, einen neutralen oder einen weiblichen Yin-Kern. Annähernd 80% der Frauen und Männer haben allerdings einen „passenden“ Wesenskern, den es zu entdecken und zu vertiefen gilt. Fühle ich mich z.B. mit meinem Innersten tiefer verbunden, wenn ich zielgerichtet plane und ausführe, nur fähig, mich auf eine Sache zugleich zu konzentrieren? Oder bin ich ganz bei mir, wenn ich mitschwimme im Strom des Tages, gewahr des energetischen Flusses zwischen den Menschen und im Kontakt mit ihnen, ohne unbedingt an einem Punkt ankommen zu wollen?

Deida bringt diese Unterschiede zwischen Yin und Yang- Energie humorvoll und poetisch auf den Punkt. Er zeigt Wege auf, das ganze Herz, die eigene Essenz für den Partner, die Partnerin zu entfalten und so die spirituelle Dimension der leidenschaftlichen Partnerschaft auszuleuchten. So wird das Lieben zu einem Geschenk.

 

Dürfen Männer und Frauen unterschiedlich ticken?

Die Emanzipationsbewegung der 60er und 70er Jahre hat zu einer guten und notwendigen Befreiung aus alten Rollenmustern geführt, vormals „verbotene“ Berufe und Rollen für die Frau erobert; ein offener Umgang mit Sexualität wurde möglich. Oft aber wurden „männliche“ Verhaltensformen und Maßstäbe auch von Frauen angenommen und dabei die „weiblichen“ Verhaltensformen und Maßstäbe subtil abgewertet: Frauen fühlen sich noch heute oft minderwertig, wenn sie ihrem Herzen folgen, statt „ihren Mann zu stehen“. Im Kampf gegen männliche Dominanz wurden auf der anderen Seite positive „männliche“ Verhaltensweisen abgewertet: Ritterlichkeit, Klarheit und Zielorientierung wurden von Männern aufgegeben – teils aus Bequemlichkeit, teils, um den Frauen in der schönen neuen Uni-Sex-Welt nahe zu sein.
Ein grobes Missverständnis dabei war, dass gleichwertig, gleichberechtigt und gleich nicht dasselbe ist. Jede Andeutung, dass Männer und Frauen nicht gleich sind, unterschiedliche Muster, Ängste und Bedürfnisse haben, wurde mit einem Denkverbot belegt und als ein Angriff auf die Gleichwertigkeit von Mann und Frau missverstanden. Überspitzt gesagt war die Botschaft der Frauenemanzipation: Alle Menschen sind Männer – Frauen aber ohne deren Macken. Deshalb sollten „Menschen in einem weiblichen Körper“ genauso behandelt werden wie die anderen: In mindestens 50% aller Führungspositionen gehören demnach Frauen, zwischen Mann und Frau sind allenfalls Kumpel-Partnerschaften möglich u.s.w. Die Folge war eine tiefe Verunsicherung von Frauen und Männern, wie sie sich nun „richtig“ verhalten sollten. Sowohl männliche wie weibliche Anteile wurden diskreditiert und versteckt – Unterschiede zwischen Mann und Frau als eine Art Krankheit behandelt, entstanden durch die falsche Behandlung durch die Mütter.

Wir können David Deida als Vorboten einer post-emanzipatorischen Ära verstehen, da er offen die sehr unterschiedlichen Energien beschreibt, die einen männlichen bzw. weiblichen Wesenskern antreiben. Deida beschreibt die spirituelle Dimension der Begegnung beider Geschlechter und die erweckende Kraft der Polarität zwischen ihnen. Bei der Entwicklung dieser Polarität, der kribbeligen Spannung zwischen Mann und Frau, geht es um den – letztlich unpersönlichen – Ausdruck von göttlicher Liebe in männlicher oder weiblicher Form in der intimen Beziehung. Wenn im Beruf oder in einer Freundschaft andere Teile unseres ganzen Spektrums gefordert sind – warum nicht? Natürlich kann eine Frau mit gut entwickelten männlichen und weiblichen Seiten sensibel und zielorientiert ein Unternehmen führen. Will sie das abends im Bett wirklich fortführen?

 

Von ganzem Herzen Mann oder Frau sein

Polarität zeigt sich in verschiedenen Aspekten der Paarbeziehung, die angesehen, verstanden, gefühlt und geübt werden können: Vom Blickkontakt über Kommunikationsmuster, Berührung bis zu tiefster Vereinigung. Im sexuellen Kontakt ist ein Zusammenberechen der Polarität leicht und unmittelbar zu spüren: Nichts geht mehr. Mit zunehmender Sensibilität für die Polarität aber wird das Spiel zwischen Yin und Yang zu einem Tanz durch den Alltag.
Wenn man den tiefen Unterschied zwischen dem männlichen und weiblichen Wesenskern versteht, kann dies zu tiefer Heilung und Verbundenheit führen. Am Ende erreichen die weibliche Suche nach Liebe und die männliche Suche nach Freiheit dasselbe Ziel: den unbegrenzten und unendlichen Grund des Seins, der sie sind und der sowohl absolute Liebe als auch Freiheit ist.

 

Polare Liebesbeziehungen

Welche Eigenschaften suchen Frauen in ihrem Partner, was empfinden sie als „sexy“? Am häufigsten werden genannt: Präsenz, (innere) Stärke, Leidenschaft, Richtung und Humor, d.h. über den ernsten Dingen stehen können. Welche Eigenschaften suchen Männer in Ihrer Partnerin? Ja, Männer wollen hauptsächlich „das Eine“ – etwas differenzierter: (innere) Schönheit , sexuelle Offenheit, Vertrauen in die Richtung des Mannes, Unterstützung für seine Vision/Mission und gesunde Ausstrahlung. Für den Mann ist die Attraktion der weiblichen Energie wesentlicher Antrieb im Leben, die Liebesbeziehung selbst jedoch oft die zweite Priorität nach seiner Mission.


Buchtitel von David Deida:

• Du bist Liebe – ein Ratgeber (nicht nur) für Frauen
• Der Weg des wahren Mannes
• Nackt zur Wahrheit
• Erleuchteter Sex – Ekstase als spiritueller Weg

Abbildungen: © Lev Dolgatshjov – fotolia.com

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