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Die neuen Ökos kommen. Sie sind viele. Und es werden immer mehr. Vernetzt, modern und weltzugewandt verfügen sie über das Potenzial, durch ihre Kaufentscheidungen einen neuen Lebensstil der Nachhaltigkeit zu verbreiten.

Technik, ja gerne – wenn die CO2-Bilanz stimmt. Lohas freuen sich über das gute Gefühl, auch mit den neuesten Errungenschaften der Moderne umweltverträglich zu leben.

Immer mehr Verbraucher interessieren sich eingehend für das, was sie essen, trinken, womit sie sich bekleiden und was sie ihren Kindern zum Spielen geben. Diese Menschen sind allerdings keine sektiererischen Ökos, die der Gesellschaft am liebsten radikal den Rücken kehren, sondern Menschen, die die Segnungen der Moderne durchaus zu schätzen wissen. Sie fahren Auto (natürlich eins, das wenig Sprit verbraucht – und auch diese Umweltbelastung gleichen sie durch entsprechende Spenden an Umwelt- und CO2-Reduktionsprojekte aus), sie haben Digitalkamera und Notebook und sind dank Internet vor allem bestens informiert. Sie nennen sich LOHAS, eine Abkürzung für „Lifestyle of Health and Sustainability“ – ein Lebensstil, der sich an Gesundheit und Nachhaltigkeit orientiert. Im Gegensatz zu Bewegungen früherer Jahre, die meist relativ isoliert agierten und vom Establishment eher als Norwegerpulli-tragende und Müsli-knabbernde Randerscheinung belächelt wurden, wächst hier durch die Vernetzung eine immense gesellschaftliche, nicht zu ignorierende Kraft heran. Denn die Lohas sind vor allem auch eine kaufkräftige Zielgruppe von Konsumenten, die sich online aktiv vernetzen, bewusst kaufen und global denken. Sie besitzen eine positive Vision der Zukunft, die sie verwirklichen wollen.

Nachhaltiger Konsum – nachhaltige Marktwirtschaft

Blinder Verbrauch mit Tunnelblick aufs Geld ist für die selbstbestimmten und sich ihrer Verantwortung der Umwelt gegenüber bewussten Lohas ein „no go“. „Ich will Dinge einkaufen, mit denen ich mich wohlfühle und bei denen ich ein gutes Gewissen habe“ sagt der Mediendesigner Frank Schütte aus Berlin. Dinge, die ihn auch bei seinem Prozess der Selbstfindung und ganzheitlichen Lebensweise bestätigen. Weil er damit nicht allein steht, schwenkt die Wirtschaft in letzter Zeit um – der kommende Massenmarkt heißt „Nachhaltigkeit.“

Übergreifendes Netzwerken per Online-Welt

Medium der wachsenden und stark vernetzten LOHAS-Szene ist das Internet. Jeder, der sich vom Gedanken dieses Lebensstils angesprochen fühlt, kann sich auf den unterschiedlichen Seiten im Internet die Informationen und Hintergründe suchen, die er wünscht. Durch die neue Möglichkeit der Vernetzung eröffnen sich völlig neue Dimensionen und Möglichkeiten, zumal das Konzept  Szene-übergreifend funktioniert. Menschen unterschiedlichster Lebensalter, -stile und -konzepte, die sich im realen Leben wahrscheinlich nie begegnet wären, kommen hier zusammen, können sich gezielt austauschen und kooperieren. Auf den verschiedenen Informationsseiten kann man sich im Branchenbuch oder Einkaufsführer schlau machen, nach Veranstaltungen und Seminarangeboten forschen oder Genaueres über die verschiedenen Sparten erfahren. Auch die großen Konferenzen (wie zum Beispiel die gerade zu Ende gegangene „Karma-Konsum 2008“) werden hierüber beworben, und via Newsfeed und Blog wird man als Leser/Leserin stetig informiert. Im Internet existieren verschiedene LOHAS-Kompetenzpools, die internationale LOHAS-Konferenz ist nur eine der Variationen, die dieses wertebasierte Netzwerk bietet.

Kritische Stimmen & Utopisten

Als LOHAS bezeichnet und damit in eine Schublade gepackt zu werden, wird von vielen der gerne selbst und frei denkenden Individualisten nur zähneknirschend akzeptiert. Spötter bezeichnen die gutverdienenden Mitglieder dieser neuen Gruppierung sogar etwas abfällig als „Bio-Yuppies“. Branchengiganten wie Mercedes Benz ist das egal: Sie springen auf den neu-alten Trend auf – ob nur zur  Aufbesserung des Images oder aus Überzeugung, sei dahingestellt. Dass es überhaupt geschieht, spricht aber für den Erfolg von LOHAS und für die Macht der Verbraucher, die es in Zukunft noch geschickter einzusetzen und zu nutzen gilt.
Es bleibt der Zeit überlassen, zu beweisen, ob sich hier ein sinnvoller neuer Weg für die Zukunft offenbart, eine verwirklichbare Utopie, die uns allen eine neue Einkaufs- und Lebensweise bringt, oder ob sich das LOHAS-Konzept auf Dauer verwässert und nur als zeitgemäße Verpackung für fröhlichen und unbedenklichen Konsumrausch herausstellt.


Lesenswerte Links:
www.utopia.de
www.karmakonsum.de
www.lohas.de

Bild: © Saniphoto-fotolia.com

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