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Nichts Geringeres, als die Botschaft der Liebe zu verbreiten, hat sich der taiwanesische Fernsehsender „Da ai“ auf seine Fahnen geschrieben. Mit positiven Nachrichten, ohne herkömmlich-kommerzielle Werbung und statt dessen einer einzigartigen Art der Finanzierung inspiriert der Kanal für die Liebe täglich Millionen Zuschauer.


Liebe ist kein flüchtiger Gedanke, sondern etwas, das in die Tat umgesetzt werden will“, sagten sich die sendungsbewussten Macher von Da ai und machten Nägel mit Köpfen. Seit 1995 versuchen sie mit positiven Nachrichten und Filmbeiträgen die in jedem Menschen innewohnende Kraft der Liebe und Freundlichkeit zu wecken. „Wenn mehr Menschen sich motiviert fühlen, diese Kraft in ihr tägliches Leben einzubringen, können wir alle Harmonie und Frieden in die Welt tragen. Wir freuen uns, wenn Sie Teil dieses Unternehmens werden“ stimmt der Sender seine Zuschauer auf die „Kultivierung des Geistes der Humanität“ ein. Viel Material für berührende Berichte liefert der buddhistische Wohfahrtsverband Tzu Chi, dem Da ai TV gehört. Seine Helfer und Freiwilligen sind oft in Krisen- und Notstandsgebieten anzutreffen und geben Einblick in ihre Arbeit. Ob es um Geldsammeln für einen guten Zweck geht, die Betreuung von todkranken Kindern, den Aufbau von Schulen in Gebieten großer Armut oder das kostenlose Verteilen von Lebensmitteln – Da ai TV ist immer mit einer Kamera dabei. Serien wie „Die Sonne des Lebens“ wollen die Zuschauer motivieren, Gutes zu tun. Zur Themenmischung Wahrheit, Liebe und Schönheit gehören auch Umwelt- und Naturschutzthemen, eigentlich alles, was das Leben unterstützt, heilt und schöner macht.

 

Gemeinschaftsgefühl: 50000 tatkräftige Unterstützer

Die Finanzierung des Senders ist so ungewöhnlich wie seine Themen. Zahlreiche Freiwillige sammeln Müll, der in eigenen Anlagen recyclet wird. An ma­nchen Samstagen sind bis zu 50000 Menschen im Namen der Liebe auf der Suche nach wieder verwertbaren Materialien. Dieses gemeinschaftsstiftende Geschäftsmodell sorgt nicht nur für gute Gefühle und freut die Umwelt, sondern spült jedes Jahr zehn Millionen Dollar in die Kassen des Senders – ein Drittel der 500 Angestellten und ein angeschlossener Verlag werden damit bezahlt. Für den Rest kommen Spender auf. Dadurch kann der Sender auch darauf verzichten, seine Zuschauer mit belangloser und verdummender Werbung zuzuschütten. Lediglich Anzeigen für öffentliche Dienstleistungen werden ausgestrahlt.
Der „Good-Vibration-Mix“ kommt an. Der Sender, dessen Name übersetzt „große Liebe“ bedeutet, liegt nach Angaben des Marktforschungsinstitutes AGB Nielsen in Taiwan insgesamt nach Zuschauerzahlen auf dem fünften Platz, zur besten Sendezeit wird der Kanal auf der Fernbedienung sogar am zweithäufigsten angewählt.

 

Der Anfang: 30 Hausfrauen mit Herz

Dass aus ihrem kleinen Hilfsimpuls mal ein derart weitreichendes Imperium der Liebe werden würde, hätte sich die Gründerin des Wohlfahrtsverbandes Tzu Chi auch nicht vorgestellt. 1966 versammelte die Nonne Cheng Yen – inspiriert von katholischen Missionaren – 30 Hausfrauen um sich. Sie spendeten regelmäßig einen Teil ihres Haushaltsgeldes, um armen Familien bei der Ausbildung ihrer Kinder zu helfen. Im Laufe der Jahrzehnte ist aus einem in die Tat umgesetzten Herzensimpuls eine weltumspannende “Organisation of Love” geworden, die neben der Fernsehstation und Recyclinganlagen auch Schulen, Krankenhäuser und eine Universität finanziert.
Auch die Nachfrage nach der Botschaft von Da ai scheint zu steigen: Die Fernsehsendungen werden mittlerweile nicht nur in taiwanesischer Sprache, sondern auch auf Indonesisch gesendet, einige der Publikationen des angeschlossenen Verlages gibt es auch schon auf Englisch und Japanisch. Vielleicht findet sich auch in Deutschland ein Sender, der die “message of love” verbreiten möchte. Die Nachfrage wäre sicher da. In Zeiten der Krisennachrichten hätte ein positiver Impuls gute Chancen. Auf die ewig gleich nichtssagende Werbung in der Glotze könnten jedenfalls viele Zuschauer gut verzichten.

Die Website des Senders heißt: http://en.newdaai.tv Leider gibt es dort kaum Infos, auch im Internet sind Informationen spärlich gestreut.


Abb. Himmel: © laetitia bouaziz – Fotolia.com
Abb. Fernseher: © Sebastian Kaulitzki – Fotolia.com

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