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Wer sich mit der Japanerin Meera auf eine Reise in die eigene Kreativität begibt, darf wieder zum Kind werden. Denn – so die Devise der Malerin – unbelastet von Ideen und Konzepten kommen wir mit unserer reinen Schöpferkraft in Berührung.

Wow – ich wusste nicht, dass ich so etwas machen kann, dass so etwas Schönes durch mich entsteht!“ der junge Mann schaut auf das Bild vor sich. Er ist tief berührt und glüht vor innerer Schaffensfreude. Oft hatte er die Kunstwerke anderer Leute bewundert. Aber er selbst – davon war er überzeugt – könne nicht schöpferisch tätig sein. Die Kunst-Gruppe mit dem japanischen Wirbelwind Meera – gleichermaßen verspielt wie ein Kind und ernsthaft wie eine weise Frau – belehrte ihn eines Besseren. Ein Wochenende lang war er mit 22 anderen Aspiranten in das Experiment „Kreativität“ eingetaucht. Nach und nach war die Zensur in seinem Kopf, die Vorstellungen und Erwartungen an ein Kunstwerk immer weiter in den Hintergrund getreten. Denn es wurde gespielt und das Kind in ihm durfte wieder zum Vorschein kommen.

Wieder zum Kind werden

Erst ging es gemeinsam mit den anderen langsam und behutsam zurück in uralte, verschüttete Erinnerungen. In Situationen, in denen sein kindlicher, schöpferischer Tatendrang gebremst worden war. Alte Wut und Tränen brachen frei. Dahinter fand er die kindliche Freude am Spiel wieder. Unbelastet von Urteil. Frei und neugierig, sich auf unbekannte Räume einzulassen. Da war es eine sinnliche Erfahrung, die Farbe sämig auf das Papier laufen zu lassen – bis der Faden abreißt, bis es tropft. Ein Ereignis, wie die roten Kleckse auf dem nassen Papier verlaufen, sich mit dem Blau mischen. Die Freude am Schaffen und Schauen war wieder da. Das Ergebnis erstaunte ihn selbst. In diesem unschuldigen Spiel war er wieder mit seiner Lebendigkeit in Berührung gekommen. Wieder zum Kind zu werden – vorurteilslos und verspielt – darum geht es Meera. Das Kind funktioniert nicht vom Kopf. Es ist offen für Neues, für das Unbekannte. Und deswegen sprüht es auch vor Lebendigkeit und Tatendrang. Es ist eins mit seiner schöpferischen Kraft, mit seiner Lebensenergie. Meeras Kunstgruppen öffnen den Weg in diese Lebendigkeit. Und das – so hört sie immer wieder von ehemaligen Gruppenteilnehmern – wirkt sich auf das gesamte Leben aus.

In das Unbekannte eintauchen

Schon mit 25 Jahren hatte die junge Künstlerin die Vision, dass hinter der Kunst mehr stecken muss, als dass, was gemeinhin praktiziert wird. Sie rief mit Freunden in Spanien eine Künstlerbewegung ins Leben. Sie war eine Avantgarde-Frau. Aber sie war nicht zufrieden. Erst als sie ihren spirituellen Meister Osho in Indien traf, bekam sie den wichtigen Hinweis: „Sei wie ein Kind und tauch in das Unbekannte ein!“ „So eine einfache Sache!“ erklärt die zierliche Künstlerin „In das Unbekannte einzutauchen, bedeutet, sich nicht zu wiederholen. Es heißt, mutig genug zu sein, um sich dahin zu wagen, wo du dich nicht auskennst. Alle Künstler träumen davon, mit dem Unbekannten in Berührung zu sein. Dann erst arbeitet man aus seinem ursprünglichen Potenzial.“ Aber wie man zu dieser Vorurteilslosigkeit und solchem Mut gelangt, das hat sie erst nach und nach in den vergangenen zwei Jahrzehnten selbst finden müssen. Inzwischen hat sie Tausende von Schülern in der ganzen Welt. Und ihre größte Freude ist, Menschen darin zu schulen, ein integrierter Künstler zu sein – nicht einfach nur Künstler. „Ein integrierter Künstler ist jemand, bei dem sein Leben und sein Ausdruck übereinstimmen“, so Meera. „Für mich ist Kreativität eine Brücke in unser Potenzial, in unsere Lebendigkeit. Sobald du mit deiner Kreativität in Kontakt kommst, verändert das dein Leben. Du hast eine Energiequelle, aus der du leben kannst, aus der heraus du Situationen begegnen kannst, die dir vollkommen unbekannt sind.“

Vom Kopf zum Herzen zum Urpsrung

Ihre eigene Kunst hat sich mit ihrer Gruppenarbeit gewandelt: „Früher, als ich in Öl gemalt habe, musste ich richtig planen und dann Schritt für Schritt aufbauen. Da gibt es ein Ziel und du musst wissen, wohin du willst. Eine andere Art zu malen, überlässt die Hälfte dem Zufall. Und durch diese Zufälle, werden deine Sinne immer wacher. Du wirst überrascht und du heißt neue Aspekte und Wendungen im Leben willkommen. Du gehst vom Kopf weg und kommst näher zum Herzen. Und wenn Du im Herzen bist, gibt es noch eine weitere Dimension. Mein Meister Osho nennt das „Sein“. Zen-Meister nennen es „die Leere“. Es gibt viele Namen dafür. Ich nenne es den Ursprung. Dieser Ursprung verbindet dich mit der Quelle des Lebens.“

Wenn sie malt, lässt sie sich davontragen. Natürlich geht es nie dahin, wohin sie will – wegen der Art, wie sie malt: auf dem Boden und mit viel Wasser. Man kann Wasser nicht kontrollieren. Es folgt einfach seinem natürlichen Lauf. Es folgt keinen Anweisungen. Der einzige Weg, damit umzugehen heißt: weiblicher zu werden, offen und empfänglich zu sein und mit dem zu gehen, was sich da auf dem Papier ergibt. Sie entscheidet auch nicht, wann ein Bild fertigt ist, sagt Meera. „Viele viele Male, da kam ein Moment, an dem mir der Atem stockt. Das ist so, als ob ich von dem Mysterium erfasst werde, dass ich selbst berührt bin von der Schöpfung. Und die Schönheit, die mich da berührt ist unabhängig von mir. Das ist dann der Augenblick, in dem das Bild fertig.“

Integrierte Kunst

Meditation ist die Grundlage ihrer Malerei und ein wichtiges Element in ihren Gruppen. Sie kann Meditation und Kreation nicht voneinander getrennt sehen: „Wenn man wirklich schöpferisch tätig sein will, ist das ohne Meditation langweilig. Weil es nur eine Wiederholung sein kann. Nur durch Meditation kann jeder Moment frisch und neu sein. Je tiefer die Menschen in Meditation eintauchen, desto schneller gelangen sie in diesen unbelasteten, reinen Zustand.“
Die japanische Künstlerin ist ganz beseelt von ihren Einsichten in das Wesen von Kunst und Kreativität. Aus ihrer Sicht fördert die Kunst das Wachstum eines Menschen. Und dieses Wachstum fördert die Kunst. „So geht das parallel“, sagt sie, „deswegen nenne ich das integrierte Kunst.“ Den modernen Kunstbetrieb betrachtet sie mit kritischen Augen. Deshalb hat sie beschlossen, ein Buch mit dem Titel „The Awakening of Art“ (übersetzt: Das Erwachen der Kunst) zu schreiben. Ihre Vision ist, eine Kunst-Gemeinschaft, eine Bewegung zu schaffen, der sich jeder anschließen kann. „Man braucht kein Talent, um kreativ zu sein“, behauptet sie lapidar. „Das ist eine völlig falsche Vorstellung. Aber durch schöpferische Tätigkeit kommt man mit dem Leben in Berührung.“ Wenn sie das sagt, ist die zierliche Frau ein wahres Energiebündel und voller Begeisterung. Man glaubt, das sich ihre Vision erfüllen kann.

Maler in zwei Wochen

Ein Projekt, das sie mittlerweile jedes Jahr in Szene setzt, ist ein Maltraining auf Ibiza. Der Titel: „Masterpainter“. Zwei Wochen lang wird von Sonnenaufgang bis -untergang meditiert und gemalt, getanzt und geschwommen. „Nach zwei Wochen ist jeder ein Maler“, verspricht Meera aus Erfahrung. „Wenn die Leute nach Hause kommen, richten sie sich immer eine Ecke zuhause ein, die mit Plastikfolie ausgelegt wird. Wenn sie nach der Arbeit nach Hause kommen, malen sie erst einmal eine Stunde. Das bringt eine ganz besondere Qualität in das Leben. Sie können wieder spielen.“ Jeder Workshop und jedes Training begeistert sie aufs Neue: „Die meisten Leute, die zu mir in eine Gruppe kommen, sind überzeugt davon, dass sie nicht schöpferisch tätig sein können. Dass sie nicht kreativ sind. Deswegen kommen sie. Und dann kommen diese Menschen mit ihrem Potenzial in Kontakt. Das sind für mich die schönsten Momente.“

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