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„Sei still und wisse, dass ich Gott bin“

In dieser Aussage liegt bereits die ganze Weisheit. In der Stille kannst du alles erfahren, vorausgesetzt, du bist auch geduldig genug, erst einmal die Stille zu erdulden. Oftmals gelingt es uns nicht so gut am Anfang, wir sind häufig abgelenkt oder unser innerer Dialog mit uns selbst übertönt die Stille.
Wenn wir uns auf eine Meditationspraxis einlassen, beginnen wir eine Art innere Ruhe zu erlangen, wodurch wir unsere Gedanken beobachten lernen, bis wir uns selbst befähigen, nicht mehr in alle Gedanken einzusteigen. Das bedeutet, wir verlieren die Zwanghaftigkeit, auch alle Gedanken zu Ende denken zu müssen, und beginnen dadurch, uns der Meditation, der Stille, hinzugeben.
Was ist überhaupt die Stille? Es ist nicht einfach nur Ruhe in dem Sinne, dass keine äußere Geräuschkulisse auf uns einwirkt. Vielmehr hat die Stille ihr Eigenleben, es ist ein Zustand, den wir am ehesten mit tiefer innerer Ruhe oder Frieden beschreiben können. Es eröffnet sich dir ein Raum, in dem du als Person zurücktrittst und das Mysterium dadurch eintreten kann. Alles wird weiter in dir, es ist, als würde die Welt still stehen. In diesem Still-Stehen liegt das ganze Geschenk, die Offenbarung des heiligen Raumes in dir.

Angekommensein

Wenn du dich noch tiefer auf deine Meditation einlässt, stellt sich nach und nach ein Gefühl von Angekommensein und tiefem Vertrauen ein, Vertrauen ins Leben. Du beginnst das Leben immer öfter anzunehmen, so wie es sich im Moment zeigt, du haderst nicht mehr mit dem Leben.
Damit endet die ständige Suche nach etwas Besserem, als du glaubst zu haben und als du glaubst zu sein. Du kommst in dir selbst an. Von nun an beginnst du durch deine Meditationen in dir zu finden, du findest dich, Stück für Stück, bis du dein wahres Wesen erblickst.
Meine Erfahrung zeigt mir, dass diese Entdeckungsreise nie endet, wir finden immer wieder neue Qualitäten oder vertiefen unsere bereits bekannten Qualitäten. Es ist wie eine unaufhörlich sprudelnde Quelle in uns. Und sehr häufig entspringen nach dem Eintauchen in die göttliche Quelle Inspirationen aus ihr; das kann in Form einer Idee sein, eines Gedankens, einer Vision, eines Gefühls oder eines Wunsches. All das sind kreative Möglichkeiten, die der Meditierende erhält, um sie in seinem Leben zu integrieren.

Vielfältige Wirkungsweise

Meditation durchdringt alle Schichten unseres Seins. Auf der körperlichen Ebene bewirkt regelmäßige Meditation eine Erneuerung unserer Zellen – wir werden kraftvoller, gesünder und wirken in der Regel jünger und ausgeglichener. Auf der geistigen Ebene werden wir mit Einsichten und Inspirationen versorgt, um unser Leben selbstbestimmt zu gestalten. Und vor allem können wir in der Meditation durch bestimmte Fragestellungen zu Selbsterkenntnis gelangen, um unser eigener Therapeut zu werden, bis wir das verborgene Licht in uns hervorbringen. Auf der seelischen Ebene wiederum fließen wir in die eine große göttliche Seele ein.

Anleitung für einen Meditationsbeginn:

Menschen, die noch keine Meditationserfahrung haben, sollten sich erst einmal Zeit lassen, um eine tägliche Meditationspraxis zu entwickeln. Am Anfang reicht es aus, wenn 10 bis 15 Minuten täglich meditiert wird. Entweder gleich früh am Morgen, direkt nach dem Wachwerden, noch bevor wir mit unseren täglichen Aufgaben beginnen, oder aber zur Abenddämmerung. Zu diesen Zeitpunkten sind wir besonders empfänglich, um nach innen zu gehen und die wohltuende erste Phase der Ruhe zu spüren.
Besonders hilfreich ist es, aus der Meditation ein Ritual zu machen, indem wir einen festen Platz für die Meditation in unserer Wohnung auswählen. Dafür eignet sich ein Raum oder ein Teil des Zimmers, wo wir das Gefühl haben, zur Ruhe kommen zu können.

Dieser Ort wird sich nun durch unsere tägliche Meditationspraxis mit Energie aufladen, einfach nur dadurch, dass wir dort täglich meditieren. Das hilft uns wiederum, schneller in den Meditationszustand einzutreten.
Menschen, die mit Meditation beginnen möchten, schlage ich vor, täglich um dieselbe Zeit zu meditieren und in den ersten drei bis vier Wochen eine einfache Meditationstechnik zu wählen.
Besonders effektiv und einfach zu erlernen ist die Meditation des Atembeobachtens. Wir atmen ein und aus und nehmen den Atmungsvorgang jetzt ganz bewusst wahr. Das heißt, wir konzentrieren uns ganz auf die Atmung und steigen nicht bewusst in Gedanken ein.

Wir beobachten die Atmung, spüren ihre Qualität, aber wir verändern sie nicht. Wir bemühen uns auch nicht ruhiger zu atmen, das geschieht nach einer Weile von ganz alleine. Wir werden dann feststellen, dass nach jeder Ein-und Ausatmung eine kurze, natürliche Atempause entsteht. Diese Atempause hat eine besondere Qualität, wenn wir sie bemerken. Die Atempause selbst ist ein Zugang zum Ort der Stille.

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Eine Antwort

  1. Felix Vieli

    Wirklich wunderbar zu lesen und zu fuehlen.
    Ich erinnere mich immer noch gut an die Yoga Woche zusammen
    mit Ihnen und einer wunderbaren Gruppe Leute im 2007
    südlich von Frankfurt.
    Liebe Gruesse und viel Erfolg.
    Felix und Myrna Vieli
    aus der Schweiz

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