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Missverständnisse um das spirituelle Erwachen: Warum Erwachen uns nicht zu besseren Menschen macht und viele Gurus auf dem Holzweg sind. Das Mystische mit dem Alltag in Einklang bringen.


Die Kluft zwischen dem Erwachten und dem Nichterwachten

Es gibt einige Missverständnisse, die symptomatisch für unsere Breitengrade und den spirituellen Zeitgeist sind. Diese Missverständnisse entfalten sich rund um die Frage, ob jemand „erwacht“ sei und jemand anderes eben nicht. Nicht nur zahllose spirituelle Dienstleister, sondern eine ganze Industrie lebt von der Kultivierung dieses Gefälles – der Kluft zwischen dem Erwachten und dem Nichterwachten. Eine ganze Kultur der Lehrer- und Jüngerschaft rankt sich um dieses Phänomen, das befremdlich deplatziert in unserer Welt und seltsam anachronistisch in unseren Tagen wirkt.

Zu den Missverständnissen kommt es aus leicht verständlichen Gründen: Wir dürfen davon ausgehen, dass es tatsächlich eine Evolution gibt, die Körper, Kognition und Bewusstsein betrifft. Für uns sind Klavierpartituren, mathematische Formeln und sportliche Höchstleistungen heute ungleich leichter als vor beispielsweise fünfhundert Jahren. Fähigkeiten im Menschen reifen heran – angenehmere Lebensumstände, Bildungsmöglichkeiten und längere Lebensdauer tun das ihre: der Mensch erschließt sich Potenzial, das vor geraumer Zeit noch undenkbar war.

Es ist wohl dieser Entwicklung der menschlichen Wahrnehmung zu verdanken, dass heute immer mehr Menschen sogenannte mystische Erfahrungen machen – solche also, die über die Grenzen der eigenen Biographie und Person hinausweisen. Entgrenzende Erfahrungen, Einheitserfahrungen, identitätsauflösende Erfahrungen. Dies können erheblich erschütternde Erlebnisse von Einheit und Urteilsfreiheit sein, von Ewigkeit, Unendlichkeit, von uferloser Liebe. Sie können gleichermaßen erhebend und verstörend sein, sie können nur wenige Sekunden dauern oder sich über längere Zeiträume erstrecken. Allen gemein ist: sie haben eine große Wirkung und sie werfen viele Fragen auf – denn im Alltagsbewusstsein und umgeben von alltäglicher Banalität, Sorge oder Dramatik erlebt der Mensch sich anders als in der Erfahrung mystischer Verschmelzung. Und der Verstand versucht unter großem Druck, diese verschiedenen Welten zu „synchronisieren“.

 

Erwachen vs. Alltag

Bei vielen beginnt hier schon das erste Missverständnis: sie denken, das mystische Erlebnis sei „das Wahre“, und das Leben wie es zuvor war, „das Falsche“. Sie denken, alles was vorher gelebt und empfunden worden sei, müsse ja Ergebnis des Nichtwissens gewesen sein, des Nichterfahrenhabens, kurz gesagt: Illusion. Dann beginnen sie, auf den Alltag herabzusehen und wie ein Süchtiger seiner Substanz dem Gefühl von „bliss“ hinterherzurennen, das sie im Moment des mystischen Einbruchs empfanden.

Dass es überhaupt um diese Empfindung gehen könne – dass diese Empfindung das sei, worum es eigentlich im Leben geht, das ist ein großes Missverständnis. Und ein folgenschweres. Denn die mystische Erfahrung lässt sich nicht einfangen, nicht herbeiführen, nicht herbeisehnen. Vielleicht besucht sie Dich nur einmal und danach nie wieder. Viele Menschen, die dann in das Verhalten von „Jüngern“ fallen, sind so. Sie haben den mystischen Einbruch erlebt und sehnen sich unendlich danach zurück. Sie finden aber allein nicht mehr in diesen Zustand und folgen daher einem Menschen, der ihnen Verkörperung dieses Zustandes zu sein scheint: einem „Erwachten“.

 

Von Meistern, Gurus und anderen Erwachten

Das zweite große Missverständnis beginnt genau hier: jemand erlebt den mystischen Einbruch, die Identifikation mit dem All-Einen, die Einheit mit der Schöpfung oder die „Gutheit“ aller Erscheinungen (oder alle diese Phänomene zusammen) und schließt daraus, er müsse nun erwacht sein, weil er „die Wahrheit geschaut“ und sich entgrenzt und verwandelt habe. Die mystische Perspektive scheint absolut. Die Alltagsperspektive fragmentarisch und subjektiv. Viele Menschen, denen es leicht fällt, das erlebte Gefühl und die erfolgte Schau zu rekapitulieren (und so selbstregulierend immer wieder herzustellen) nennen sich „erwacht“.

Viele wollen damit ausdrücken, dass sie ganz realisiert haben, wie viel mehr als ihre Biographie sie sind (oder in der Sprache des Neo-Advaita: wie viel weniger). Viele wollen damit auch ihrem Glauben Ausdruck verleihen, dass sie nun ungetrennt vom Göttlichen und frei von Illusion ihren Alltag feiern. Viele, die sich als erwacht begreifen, gehen dann ohne zu Zögern zum nächsten Schritt über: als Erwachte den Nichterwachten lehrend und belehrend zur Verfügung zu stehen. Diesem Phänomen verdanken sich zahllose Gurus, spirituelle Lehrer, Satsang-Geber und selbsternannte Meister.

Und wie wir durch das ein oder andere Bekenntnis von Aussteigern wissen, kann es manchmal Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis auch diese Blase platzt und der Erwachte seine Jüngerschaft öffentlich um Verzeihung bittet, und gesteht, nichts anderes getan zu haben als dem „feeling of bliss“ hinterherzulaufen und dem Schmerz alles Irdischen entkommen zu wollen.

 

Warum das Erwachen uns nicht zu besseren Menschen macht

Meine Erfahrungen mit Menschen in diesen beiden Missverständnissen sind zahlreich. Ich kann sehr gut nachvollziehen, warum man sowohl in das erste Missverständnis, als auch in das zweite hineingerät. Es scheint nahe liegend. Manch einer ist nach einem mystischen Erlebnis so euphorisiert oder so erschüttert, dass das Leben einfach nicht wie zuvor weiter gehen kann. Verständlich – wie könnte man auch einfach zur Tagesordnung übergehen?

Manch einer kann nach so einem Erlebnis auch nicht aufhören, davon zu reden. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Wir fühlen uns von Gott geküsst und sind trunken.

Wir alle aber sind Menschen – und unterliegen unserer Charakterbildung. Ein Mensch ohne große Tugend wird auch nach einem mystischen Erlebnis keiner mit großer Tugend sein. Ein Mensch voller Eitelkeit wird auch seinem mystischen Erlebnis seine Eitelkeit vorfinden. Mehr noch, er wird sogar versucht sein, sie mystisch zu verklären. Ein Mensch, der gerne im Mittelpunkt steht, wird dies auch nach seiner mystischen Schau noch gern tun. Im Rahmen eines Satsangs, in dem ihn viele Augen huldigend ansehen, wird er sich vermutlich sehr wohl fühlen.

Es gibt etwas, das wir Mystiker der neuen Zeit begreifen müssen: Mystische Erlebnisse machen uns nicht zu guten Menschen. Im schlimmsten Fall sind wir einfach Egomanen mit mystischen Erlebnissen. Wem ist damit gedient?

 

Das Erwachen leben

Ein mystisches Erlebnis als Einbruch des Göttlichen in die Alltagswirklichkeit ist immer eine Frage an uns, wie wir das Erfahrene in die Welt fließen lassen wollen. Wie wir die umformende Kraft des Absoluten auf unser individuelles Leben einwirken lassen wollen. Wir stehen vor der alles entscheidenden Frage, ob wir das mystische Erlebnis zum Anlass nehmen wollen, zu üben. Ja, richtig, zu üben. Ein Wort, das nach unendlicher Wiederholung und Arbeit klingt, und genau das ist es. Mitgefühl kann man üben. Anteilnahme kann man üben. Zuhören kann man üben. Güte kann man üben. Dankbarkeit kann man üben. Eine mystische Gnade erfahren zu haben, bedeutet, dass wir gerufen sind uns in eine Andachtspraxis zu begeben um dem Ruf zu folgen der uns in die Seele drang. In Be-Ziehung zu treten ist das Gebot der Stunde.

Im besten Fall also nehmen wir das mystische Erlebnis zum Anlass, diesen Übungsweg und diesen lebenslangen Weg der Verwandlung zu bejahen. Im schlimmsten Fall kommen wir uns besonders vor, weil wir ein mystisches Erlebnis hatten und terrorisieren fortan die ganze Welt mit unserer vermeintlichen inneren Schönheit und Strahlkraft.

 

Die Dämonen des Erwachens

In meiner Arbeit mit Menschen mit mystischen Erfahrungen kommt mir mein eigenes Erleben zugute. Ich war noch ein Teenager, als erste mystische Erlebnisse über mich kamen. Viele Jahre wusste ich überhaupt nicht, wie ich die Dinge in Worte hätte kleiden sollen, die mir widerfuhren. Innere Ereignisse von solcher Größe inmitten eines normalen Alltags. Dinge, für die ich keinen angemessenen Erklärungskontext wusste. Als ich zu begreifen begann, begegneten mir alle Dämonen, die nach mystischen Erlebnissen so auftauchen – und ich versichere Euch, die haben sich seit Evagrius Ponticus nicht wesentlich verändert (offenbar unterliegen die menschlichen Versuchungen keiner Evolution). Die Völlerei, das ist die Sehnsucht nach ständiger Glückseligkeit, die Habsucht, das ist der ständige Drang, sich mit etwas so großartigem zu identifizieren wie dem Titel „Erwachter“, der Überdruss, das ist der Zustand in dem wir es leid sind, in dieser Welt zu sein, und was ist da tröstlicher als ein Leben auf der mystischen Wolke sieben. Es gäbe darüber viel zu sagen, aber das soll nicht ausufern und ich empfehle einfach entsprechende Lektüre.

Es liegt mir in meiner Arbeit daher sehr daran, mit Mythen und Verklärungen aufzuräumen, die dazu führen, dass vermeintlich Erwachte vermeintlich Nichterwachte an der Nase herumführen oder in Abhängigkeiten halten oder finanziell ausbeuten oder in Ashrams mit sektenartigen Strukturen vereinnahmen. Dafür gibt es keinen rechtschaffenen Anlass.

Mystische Schau ist kein Ende, sondern ein Beginn. Kein Ende einer Entwicklung, sondern Beginn einer lebenslangen Entwicklung. Und gibt es ein Erwachen, so ist dies wohl ein Erwachen zur Tat, das unser Leben erst unter Beweis stellen muss.

 

Das Erwachen begleiten

Eine lautere spirituelle Wegbegleitung kann meines Erachtens nur darin liegen, Menschen geistlich zu begleiten, die mystische Erfahrungen gemacht haben oder machen und die sich nicht sicher sind, wie diese ihren Alltag fortan durchwirken können. Die sich nicht sicher sind, wie sie angesichts solcher Erfahrungen in ihrer Konfession bleiben sollen, oder an ihrem Arbeitsplatz, oder in ihrer Beziehung. Die nicht wissen, wie sie damit klarkommen sollen, dass nach der mystischen Erfahrung jedes Leid auf der Welt plötzlich schwerer zu wiegen scheint, im eigenen Herzen.

Eine solche spirituelle Wegbegleitung kann nur auf Augenhöhe stattfinden. In tiefer Achtung vor der Erfahrung des Anderen, so vertraut oder fremd sie mir sein mag. Solcherlei Arbeit muss jede Form von Jüngerschaft ablehnen – aus tiefem Respekt vor der Würde des Einzelnen, der seinen ganz ureigenen Weg in und mit Gott geht.

Foto: Holzweg in Hockenheim © CC AnRo0002 Wikimedia commons

 

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19 Responses

  1. Matthias

    So ein wohltuender Artikel. Ja, es gibt es viel Unerledigtes unter den Meistern. Da wird viel gelehrt, ohne wirklich zu wissen. Und ja: Man muss nicht erwacht sein, um erwachten Rat geben zu können. Und der Rat eines Erwachten, ist beileibe nicht immer wahr. Egal wie hoch sein Realisierungsgrad auch sein mag. Ich habe dazu auch meine leidvollen Erfahrung gemacht. (Google mal nach „Die Macken der Erleuchteten“)
    Auch darin stimme ich mit Giannina überein: Bewusstseinserweiterung ist auch „üben, üben, üben.“ Sehr guter Artikel

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    • Bernhard
      Die Kluft zwischen dem Erwachten und dem Nichterwachten ??????

      Diese sogenannte Kluft existiert nur in unserer Wahrnehmung, in unserer Vorstellungswelt und diese wird von dort aus in die Welt projiziert. Ähnlich einem Spiegel sieht man dort sodann ein Spiegelbild von sich selbst. Im Spiegel selbst jedoch ist nichts, nur eine Scheinwirklichkeit in der man sich erkennen kann, wenn man will.

      Das Schöne daran ist, für einige Menschen ist dies Kluft gar nicht vorhanden, sie erschaffen sich diese Kluft im Kopf erst gar nicht.

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  2. Juergen, der Landmann

    Meinung – Glauben – Wissen – Ge-Wissen

    Was unterscheidet den Menschen vom Tiere, genau das erworbene Ge-Wissen (=Erwachen im Herzen), dass hat absolut betrachtet nichts mit EGOismus zu tun, das hat damit zu tun das unser Lebenssinn darin bestehen sollte uns SELBST zu erkennen.

    Danke fürs lesen.

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  3. Anke

    Gedanken dazu:
    Betroffenheit und Getroffenheit wird nur im Ego-Zustand erfahren. Das Wesentliche ist unberührt.
    Solange erlebt/erfahren wird, dass es Menschen/Wesen gibt, die nicht erwacht sind, besteht beim ERLEBENDEN Bedarf an Er-innerung.
    Von einer bestimmten Position aus gesehen sind die Gedanken „von G.W.“ für einen Augenblick wahr. Die Wahrheit ist es deshalb nicht.
    Spannend ist die Frage: Was wird tatsächlich erfahren/erlebt ohne Schönreden und den Versuch sich selbst etwas vorzumachen?
    Will etwas BESTIMMTES er-/gelebt werden oder ist tatsächlich alles, was sich ergibt, einfach DAS.
    Solange „ich“ erlebt wird, will etwas bestimmtes gelebt werden, so lange bedarf es DER Er-innerung.
    Ist DAS vollständig erinnert, kann kein Gedanke festgehalten werden und ALLES IST FREI (erwacht).
    Hier z.B. ist es leider nicht möglich weitere Lehrer-Schüler-Meisterschafts-Heilungs-Guru Erfahrungen zu machen, seit gesehen wurde, dass es absolut unmöglich ist jemandem zu helfen; weil DAS, so wie es ist, vollständig NICHTS und NIEMAND ist und sich VON SELBST offenbart. Hier passiert das, was passiert, ob „ich“ will oder nicht. Das Ego wird langsam ausgehungert. Eine scheinbar schwer zu ertragende Durststrecke für „mich“.
    Lehrer spielen ist übrigens auch vollkommen. Irgendwann hört auch diese Identifikation auf.
    Wer fühlt sich betroffen?

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  4. Tino Ermisch

    Auch ich fand den Artikel vom Thema her recht interessant. Beim lesen hatte ich durchaus hier und da ein komisches Gefühl. Um diese Dinge zu schreiben muss man eigene Erfahrungen machen, sollte jedoch nicht den Fehler machen diese zu verallgemeinern. Hier und da hatte ich das Gefühle das ein trotziges Kind vor mir steht welches versucht Recht zu haben und darauf besteht. Ich will mich nicht als spirituellen Lehre bezeichnen, jedoch hatte auch ich diese sogenannten Erwachenserlebnisse und auch die Erfahrung das andere damit gar nicht umgehen können. Jedoch ist es meine Erfahrung und andere machen halt ihre Erfahrungen, man kann darüber sprechen jedoch sollte jeder seins bei sich belassen. Ein bisschen beschleicht mich das Gefühl als wenn hier der spirituelle Weg (welcher auch immer) in Frage gestellt wird und eher die Aufmerksamkeit und der Fokus auf das funktionieren im Alltag liegt. Erwachen ist das eine, die Komödie der Realität durchschauen das andere – manchmal liegen diese Dinge auch sehr eng beieinander. Und oft ist es nicht unwichtig auch sein Wissen mit anderen zu teilen um gemeinsam zu erwachen und die Realität und die Wirklichkeit zu ändern.

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  5. Stefan

    Ich muss gerade über den Kommentar von Andre am 6.Dezember schmunzeln. Da hat jemand den Artikel grundlegend falsch verstanden 🙂

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  6. Prinz der Kelche

    Ein „Erwachter“ oder wahrer Lehrer, „Guru“ interessiert sich nicht für die psychologischen Probleme anderer, denn er weiss sie sind nur Illusion. Er lebt im Frieden und in der Freude mit Allem. Daran könnte man sie erkennen…..
    Was sie sagen, ist nur für den der versteht sinnvoll……..für den der es nicht versteht ist es Unsinn…..nichts weiter. Sie können uns nicht erwecken…….sie warten geduldig bis wir erwachen……denn sie wissen das wir nur erwachen werden wann wir es wollen.

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  7. Kristina

    Der Artikel wirkt emotional, überheblich und unfair gegenüber Menschen die ihre spirituellen Ziele nicht erreichten. Offenbar handelt es sich dabei um labile Menschen, welche den pseudo-spirituellen Praktiken zum Opfer gefallen sind und wie in einem Labyrinth verhaftet bleiben.
    Es kommt so vor, als ob die Autorin über solche Menschen spottet, zumal sie diese als „Jungen“ belächelt und erwartet, dass jeder die gesetzten Ziele (so taff wie sie) zu erreichen hätte.
    Auch kommt mir der Satz wie eine Schutzbehauptung vor:
    (Zitat:) „Es liegt mir in meiner Arbeit daher sehr daran, mit Mythen und Verklärungen aufzuräumen, die dazu führen, dass vermeintlich Erwachte vermeintlich Nichterwachte an der Nase herumführen oder in Abhängigkeiten halten oder finanziell ausbeuten oder in Ashrams mit sektenartigen Strukturen vereinnahmen. Dafür gibt es keinen rechtschaffenen Anlass.“

    Fakt ist, dass Lehrer/Helfer gerade von labilen/unbewussten Klienten finanziell profitieren und daher kein zu schnelles „Erwachen“ bei ihren Klienten fördern.
    Und es ist denkbar, dass viele Lehrer/Helfer die „nichterwachte“ Klientel betreuen,
    sehr wohl ihre Klienten „an der Nase herumführen“ (wie es auch viele andere Geschäftsleute tun), weil ansonsten jeder Erfolg/Genesung/Erwachen des Klienten,
    zur Beendigung des Geschäftsverhältnisses führt.
    Daher könnte sogar Pfusch lohnbar und einkalkuliert sein, da nur so die Klienten auf weitere Hilfe angewiesen sind, wie eh und je „von Annas zu Kaifas“ laufen und die Helferindustrie nachhaltig mit Energie und Geld versorgen.

    Die Überheblichkeit und Despotismus ist für die ganze sozial-pädagogische Szene charakteristisch. Denn erstmal werden Menschen von klein auf durch Schulzwang,
    Bevormundung, Beurteilung, Bestrafung, Willkür etc. geschädigt und anschließend als „Versager“ betreut und fallen gelassen.

    Was würde die Autorin und die ganze Helferindustrie tun, wenn alle Menschen erwacht, bewusst und nicht mehr hilfebedürftig wären ?
    Wahrscheinlich würden Pädagogen und Helfer unter der Brücke aufwachen dürfen.

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  8. Andre

    @ Gianinna „Warum das Erwachen uns nicht zu besseren Menschen macht“ : Du sagst also Erwachte denken sie seien bessere Menschen als die anderen ?

    „Viele, die sich als erwacht begreifen, gehen dann ohne zu Zögern zum nächsten Schritt über: als Erwachte den Nichterwachten lehrend und belehrend zur Verfügung zu stehen.“ : So ein Quatsch… Du redest als wenn Erwachte anderen ihre Meinung aufzwingen würden. Das hat nichts mit erwachen zu tun sorry…

    „Ein Mensch ohne große Tugend wird auch nach einem mystischen Erlebnis keiner mit großer Tugend sein.“ : nächster sinnloser Vorwurf. Woher weisst du denn ob diese Menschen tugendhaft sind oder nicht ? Jeder für sich ist einzigartig.

    „…und terrorisieren fortan die ganze Welt mit unserer vermeintlichen inneren Schönheit und Strahlkraft.“ : Du hast recht diese Leute gehören definitiv ins Gefängnis !

    „..die Habsucht, das ist der ständige Drang, sich mit etwas so großartigem zu identifizieren wie dem Titel „Erwachter““ : Erwachte = Habsüchtige !?

    Im großen und ganzen beschreibst du deine „vermeintlich Erwachten“ als Personen die : sich für etwas besseres halten, anderen ihre Meinung aufzwingen wollen, keine Tugend besitzen, habsüchtig seien , mit ihrer schönheit und strahlkraft andere menschen terrorisieren (wtf) uvm.

    Für mich klingt das so als wenn es für dich eine schlimme Krankheit sei die es dringend zu entfernen gilt und deshalb ist mir dieser Beitrag äusserst zu wider !!!

    Antworten
    • Matthias

      Andre, bitte lies nochmal was Gianinna wirklich schreibt. Du erwiderst auf etwas, was sie gar nicht gesagt hat.

      Antworten
  9. Roland Heine

    Ich möchte dem Artikel nur noch den Hinweis auf unser Netzwerk-Erleuchtung, das in Berlin seinen Hauptsitz hat, aber bundesweit tätig ist, hinzufügen, wo wir uns umfassend um das Thema Erwachen und Erleuchtung kümmern. Erwachte Lehrer und Nicht-Erwachte Suchende und andere spirituell Interessierte arbeiten hier gemeinsam an der Aufgabe diese Begriffe in eine Erfahrbarkeit und Normalität zu bringen, um sie in unsere heutige Kultur und Gesellschaft tragen zu können. Auch die Alltagsaspekte von Politik und Wirtschaft sind dieser Wandlung unterworfen und müssen sich anpassen dürfen.
    www.netzwerk-erleuchtung.de

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  10. Andre

    @ Saskia Dem kann ich dir im großen und ganzen Zustimmen. Das ist eben nur die Theoretische Version eines Menschen ohne Bewusstseinswandel.

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  11. Sabine

    Wo spricht die Autorin in dem obigen Artikel von Erwachen??
    Sie schreibt über den Umgang mit mystischen Erfahrungen! Von „Erwachen“ oder „Nichterwachen“ zu sprechen, ist bereits eine Beurteilung und zeigt, wie stark der/diejenige, der/die davon spricht, in der Dualität verhaftet ist. Bei bereits entsprechend hoch entwickelter Selbstreflektion ein wunderbarer Spiegel, der aufzeigt, wo dringend mit dem Üben begonnen werden sollte! Und diese Selbstreflektion ist u.a. eine der Verwandlungen, die wir durch das Erleben und Verarbeiten mystischer Erfahrungen erlernen bzw. erfahren können/dürfen.

    Danke für den wunderbaren Artikel! Du sprichst mir aus dem Herzen liebe Gianna!

    Herzliche Grüße aus Augsburg ins schöne Berlin!
    Sabine

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  12. Alina Wolfhart

    Ich finde Gianninas Artikel wahr und sehr treffend, jeder Besonderheitsanspruch steht meiner Meinung nach wahrem Erwachen im Weg, letztlich ist Erwachen ein Geschenk, ganz gleich wie sehr wir uns bemühen, den Zeitpunkt können wir nicht bestimmen und unsere blinden Flecken und Charakterschwächen verschwinden nicht einfach, meinem Erleben nach werden die Schattenseiten sogar noch verstärkt beleuchtet, fallen im Licht des erlebten Glücks schmerzhaft auf, da ist es gut, wenn wir Gesprächspartner haben, die uns auf Augenhöhe begleiten.

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  13. Ada

    Wahre Worte Giannina! Ja- die Wahrheit erkennen tut oft weh. Aber das ist das heilsame daran. Die Lichtgestalten unserer Zeit spielen ihre Rolle…..eine zeitlang, bis wir aufgeholt haben. Dieser Vorgang geht immer schneller- Dank ans morphogenetische Feld. Wer sich selbst als erwacht bezeichnet ist noch recht weit davon entfernt. Wer will beURTEILen wer es ist und wer nicht?

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  14. Saskia

    Es wirkt immer etwas komisch, wenn jemand über das Erwachen schreibt, ohne selbst erwacht zu sein. Es ist ein wenig so, als wenn ein Nicht-Schwimmer erklären möchte, wie man sich im Wasser zu verhalten halt. Unglaubwürdig.

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