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Motherdrum: eine gigantische, überdimensionale Trommel, einen Meter über dem Boden aufgebaut. Darunter: ein Resonanzboden mit Hohlkern. Dazwischen: der Klient, durch den die archaischen Frequenzen der Mutter aller Trommeln vibrieren, angetrieben von zwei monoton arbeitenden Schlegeln, die Anke Heese, die ihre Leidenschaft für diese ungewöhnliche Trommel vor einem Jahr entdeckt hat, fast tranceartig auf und ab bewegt. Geschützt, getragen und geborgen in einem Steinkreis. Ein Eintauchen in die eigenen Körperzellen, sanft reisend in die Tiefe des eigenen Bewusstseins. Haidrun Schäfer sprach mit Anke Heese.

Haidrun Schäfer: Sag mal: Wo hast du diese riesige Trommel überhaupt her? Wo kann man denn sowas kaufen?

Anke Heese: Ich habe sie auf einem Workshop beim Motherdrum-Erfinder Stephan Bergmann selbst gebaut. Der Trommelkörper wird als eine Art riesige Rohrscheibe geliefert. Da müssen dann die Rundungen geschliffen werden und man gibt ihm seine charakteristische Farbe. Dann sucht man sich eine Haut aus, die vor der Bearbeitung in Wasser eingeweicht werden muss. Ich habe die Häute von zwei Bio-Wasserbüffeln von der Schwäbischen Alb verarbeitet, wo wirklich glückliche Tiere leben. Der Wasserbüffel steht für Kraft, Schutz und Stärke. Nachdem die Haut bearbeitet und befestigt ist, beschäftigt man sich mit dem tragenden Teil der Trommel. Bei mir ist dieser aus Buche. Dazu habe ich einen ganzen Baum entschält, zerlegt und zurechtgeschnitten, bevor ich die einzelnen Teile miteinander verkeilen konnte – das war eine sehr intensive Arbeit. Die Trommel steht dann auf einer Art Podest, der Schwingbox. Die bewirkt, dass die Schwingungen der Trommel über einem auch von unten über den Rücken in den Körper schwingen. Sie ist zum Teil aus Pappelholz, das für Selbsterkenntnis steht.

Wie läuft eine Motherdrum-Session ab?

Die einfachste Form ist die, die ich Motherdrum- Flow nenne: Jemand kommt zu mir, legt sich eine halbe Stunde unter die Trommel und genießt. Bisherige Erfahrungen waren durchweg positiv. Die Menschen gehen mit einem Gefühl von tiefer Lebensfreude oder Entspannung oder auch einer Form von Erregung aus dieser Begegnung heraus. Natürlich spielt es auch eine Rolle, mit welchen Bedürfnissen man sich unter die Trommel legt. Ich nenne es auch „Energietrommeln“, denn es bringt immer Energie in Bewegung – sowohl auf der körperlichen als auch auf der psychischen Ebene.

Man kann sich auch auf eine Art Prozessarbeit einlassen. Hier dauert eine Sitzung zirka zwei Stunden. Am Anfang besprechen wir das Problem, um das es gehen soll, und versuchen, das Kernthema herauszufinden. Wenn wir das herausgearbeitet haben, suche ich passende Räucherstoffe aus. Ich arbeite nach Thomas Kinkele, der 64 Pflanzenhelfer zusammengestellt hat, die bestimmte energetische Botschaften enthalten. Es sind sehr komplexe und ausschließlich positive Informationen. Nachdem ich in dem Gespräch herausgefunden habe, was die Grundenergien sind – die fehlen oder aufgestockt werden wollen oder die unterstützen, wenn etwas in einen Wandlungsoder Heilungsprozess führen soll – mache ich mit fünf bis acht ausgewählten Düften eine kleine Räucherreise. Diese Reise ist als Entwicklung angelegt, denn wenn das Thema eine gewisse Schwere in sich birgt, kann ich nicht gleich damit anfangen, die Leichtigkeit des Seins anzusprechen. Muskatellasalbei ist zum Beispiel ein wunderbarer Duft, um zuerst einen dunklen Vorhang aufzureißen. Es geht immer darum, was für energetische Botschaften gegeben werden können, damit jemand satt wird, um dann in eine Öffnung zu gehen. Ich möchte dem Menschen an dem Punkt weiterhelfen, wo er gerade ist, um dann in einen kraftvollen Zustand zu kommen. Durch das Verräuchern der Pflanzen werden den ätherischen Körpern energetische Informationen zur Verfügung gestellt, die denjenigen ganz subtil unterstützen.

Zusätzlich zu den Räucherstoffen suche ich Steine aus. Ich habe über 20 verschiedene Steinarten mit den unterschiedlichsten Informationen, um positive Energien in das Feld hineinzugeben. Durch die Verwendung von Steinen und Pflanzendüften entsteht eine Art Iglo, der einen energetischen Schutz bietet. Auch ohne die Zugabe von Steinen und Düften öffnet sich durch die Trommel ein Seelenraum. Aber die zusätzlichen positiv-energetischen Botschaften bereichern diesen Seelenraum und tragen die Reise mit.

Nach der Räucherreise und nachdem ich den individuellen Steinkreis um die Trommel gelegt habe, beginnt die Trommelreise. Auch hier trommele ich eine halbe Stunde lang – und was die Menschen in dieser Zeit erfahren, ist so verschieden, wie jede Persönlichkeit einzigartig ist. Die Trommel zu erleben ist auf der einen Seite physisch – auch weil sich die Situation mit der Geborgenheit im Mutterbauch vergleichen lässt –, andererseits bietet eine Trommelreise dem Geist die Möglichkeit, Flügel wachsen zu lassen.

Auf der physischen Ebene versetzen die Frequenzen der Trommel genau die Bereiche in Schwingung, die blockiert sind und einen Impuls brauchen. Neulich spürte jemand während der Trommelreise einen Druck im Hals. Daraus kann man schließen, dass im Kehlkopfchakra ein Thema liegt, dem er sich zuwenden sollte. Andere spüren partielle Punkte im Bereich der Nieren oder im Magen, was darauf hinweist, dass dort Baustellen zu bearbeiten sind, die bisher noch nicht bemerkt wurden. Nach den 30 Minuten schließe ich mit vier Schlägen den energetischen Raum.

Was kann eine Trommelreise bewirken?

Es geht natürlich um Heilung, aber nicht in dem Sinne, dass man „geheilt“ aus der Trommel kommt. Allerdings ist die Forschung auf dem Weg, wissenschaftlich zu belegen, dass monotones Trommeln Heilungsprozesse anstößt. Vielleicht könnte man sagen, dass bestimmte Aspekte in eine Art Frieden kommen oder dass sich eine gewisse Leichtigkeit einstellt. Das habe ich mehrfach erfahren und Menschen verschiedenste Prozesse durchlaufen sehen. Eine Begegnung mit der Motherdrum geht sehr tief und wird zu einer bleibenden Erinnerung. Wenn ich mich an meine eigenen Sitzungen erinnere, empfinde ich sie wie eine Art Ressource, auf die ich immer wieder zurückgreifen kann.

Ist es schwierig, das Trommeln der Motherdrum zu erlernen?

Ja und nein. Es ist einerseits nicht schwer, und trotzdem gibt es viel zu üben. Man schlägt mit zwei Schlegeln – das ist wohl eine Besonderheit – und man schlägt so, dass der eine früher kommt als der andere – also leicht versetzt, aber doch fast gleichzeitig. Das Allerwichtigste ist, dass man komplett monoton trommelt. Letztendlich bin ich ein Diener meiner Trommel. Ich öffne mich dem geistigen Licht und bitte um Unterstützung für denjenigen, der unter der Trommel liegt.

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