Seit über 20 Jahren haben sich über 50 friedenspolitische Organisationen zusammen geschlossen, darunter die IPPNW (Ärzte zur Verhinderung eines Atomkrieges), die DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner), Pax Christi, AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden), das Netzwerk Friedenskooperative und viele lokale und regionale Friedensinitiativen.

In einem Aufruf, der auf der Webseite der „Kooperation für den Frieden“ veröffentlicht wurde, kritisieren die Mitwirkenden der Kooperation die Ausgaben für Hochrüstung und Militär. Die seien in Deutschland in den letzten fünf Jahren verdoppelt worden und sollen bis 2030 nochmals verdoppelt werden, um das 5%-Ziel der NATO bis 2035 zu erreichen. Torsten Schleip, Co-Sprecher der Kooperation für den Frieden:
„Fast alle von uns müssen das mit höheren Steuern, Sozialabbau und schlechteren öffentlichen Leistungen bezahlen. Schon jetzt fehlen Milliarden bei Krankenhäusern, Pflege, Schulen, Hochschulen und Kitas, Jugend und Kultur, Umweltschutz und Verkehr. Wir sollen länger arbeiten und die Renten noch niedriger werden.“

„Brandgefährlich!“

So schätzt die „Kooperation für den Frieden“ die augenblickliche internationale sicherheitspolitische Situation ein. Über den Krieg in der Ukraine hinaus eskaliere die Konfrontation zwischen Russland und dem Westen. Direkte Zusammenstöße werden immer häufiger – vermutete und bewiesene. Das zeigen der Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig, der Überflug und Abschuss von Drohnen, das Beschießen von Flugzeugen mit Leuchtraketen und andere. Darauf folgt wieder eine neue Drohung der einen und ein neuer Eskalationsschritt der anderen Seite.

Susanne Grabenhorst, eine der SprecherInnen der Kooperation:
„Der Teufelskreis Aktionen und Reaktionen zwischen Russland und dem Westen, auch Deutschland, muss durchbrochen werden. Diplomatie und Verhandlungen müssen wieder Einzug in die Auseinandersetzung haben. Andernfalls steuern wir auf eine direkte militärische Konfrontation zu, die niemand wollen kann!“

Aufruf zur Kundgebung am 2. Oktober 2026:

„Wir wollen keine Generation Wehrpflicht sein!
Das bereits verpflichtende Ausfüllen von Fragebögen, der Zwang zur Musterung und die Pläne für eine Reaktivierung der Wehrpflicht sind massive Eingriffe in die Freiheit junger Menschen. Diese Militarisierung der Gesellschaft lehnen wir entschieden ab. Wir erleben die stärkste Aufrüstung seit dem Zweiten Weltkrieg. Bald fließt jeder zweite Euro des Bundeshaushalts in Aufrüstung und Krieg. Bezahlen müssen dafür wir alle – mit steigenden Preisen, Sozialkürzungen, zerfallenden Schulen, ungelöster Klimakrise und unterfinanzierten Krankenhäusern. Für die Bundeswehr hingegen werden Schulden in Rekordhöhen aufgenommen, um sie zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ aufzubauen. Auf Kosten unserer Zukunft.

Junge Menschen wollen keinen Zwangsdienst leisten und nicht zum Töten ausgebildet werden. Aus diesem Grund stehen wir als Großeltern, Eltern, Freund*innen, Geschwister, Schüler*innen und junge Menschen gegen den aktuellen Kurs der Bundesregierung.

Wir brauchen Abkommen zur internationalen Rüstungskontrolle und für Abrüstung, eine Stärkung der UNO und eine gemeinsame Friedensordnung in Europa unter Einschluss Russlands. Wir wollen Frieden und diplomatische Lösungen entsprechend dem Völkerrecht!

Wir gehen auf die Straße und fordern:

• Keine Reaktivierung der Wehrpflicht!
• Keine Rekrutierung von Minderjährigen durch die Bundeswehr!
• Bundeswehr raus aus den Schulen, Universitäten und der Forschung!
• Vollumfängliche Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht
   und Asylgrund für Menschen weltweit!
• Geld für Bildung, Gesundheit und Soziales statt für blinde Aufrüstung und Krieg!

Wir sind solidarisch mit allen Menschen weltweit, die sich gegen Krieg einsetzen. Deshalb ist für Menschen und Gruppen aus dem völkischen, nationalistischen, rassistischen, antisemitischen oder rechtsextremen Spektrum auf unserer Aktion kein Platz.“

Am Wochenende 2./3. Oktober finden in Berlin zwei Veranstaltungen statt:
Am 2.10.: Großkundgebung mit vielen attraktiven Bands am Brandenburger Tor (16-21 Uhr)
Das Motto: „Unzwingbar – Kein Bock auf Krieg und Militär!“

Am 3.10.: Bundesweite Friedensdemonstration, ausgehend vom Brandenburger Tor, ab 13 Uhr
Die Veranstaltungen werden von unterschiedlichen Akteuren und Gruppen organisiert. Zum Teil werden verschiedene Zielgruppen angesprochen. Sie sollen möglichst viele Menschen dazu bewegen, für Frieden und gegen Krieg auf die Straße zu gehen.

„Es ist uns wichtig zu betonen, dass diese Veranstaltungen nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Uns eint das gemeinsame Ziel, gegen Kriege, Hochrüstung, Wehrpflicht und Sozialabbau aktiv zu sein.“

Alle Infos:

friedenskooperative.de/termine/unzwingbar
unzwingbar.de
koop-frieden.de
friedenskooperative.de
friedensdemo0310.org

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