Anzeige

Eine neue, bisher von der Menschheit wenig beachtete Gefahr bedroht die Sicherheit aller Atomkraftwerke weltweit. Ein störungsfreier Betrieb der Kernreaktoren hängt auch von der Stabilität unseres fragilen Stromnetzes ab. Diese Stabilität wird in absehbarer Zeit durch zu erwartende Sonnenstürme gigantischen Ausmaßes in Frage gestellt und wird die Sicherheit aller 443 Atomanlagen weltweit massiv beeinträchtigen.

Als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima stehen zunächst sieben alte Atomreaktoren in Deutschland still. Ob sie dauerhaft abgeschaltet bleiben oder ob sogar ein schneller Totalausstieg aus der Atomenergie zumindest in Deutschland möglich sein wird, hängt davon ab, ob der Bürger sich der tatsächlichen Gefahr bewusst wird und die unumkehrbaren Konsequenzen sehen kann, die sich aus dem Betrieb einer für den Menschen offensichtlich nicht beherrschbaren Technologie ergibt. Nahezu unbeachtet von der großen Öffentlichkeit erforscht eine internationale Wissenschaftsgemeinde mit Milliardenaufwand kommende Sonnenstürme und welche Auswirkungen sie auf unsere hochtechnisierte Zivilisation haben werden. Die bisherigen Forschungsergebnisse kommen zu dem Schluss, dass mit einem großflächigen Zusammenbruch unseres Stromnetzes gerechnet werden muss.

Unsere Sonne ist keineswegs ein immer ruhig dahin scheinender Energielieferant. Unser Zentralgestirn unterliegt einem 11-Jahres-Rhythmus zwischen niedriger und extremer Aktivität. Ruhige Phasen, wie wir sie zur Zeit erleben, wechseln sich mit Phasen heftiger Sonnenaktivität ab, bei der gigantische Masseströme energiegeladener Teilchen Richtung Erde geschleudert werden und dank unseres Erdmagnetfeldes mehr oder weniger absorbiert werden.

Der stärkste je registrierte Sonnensturm fand im August/September 1859 statt. Nordlichter reichten bis nach Kuba und Hawaii. Telegrafenleitungen verglühten, in den Telegrafenämtern schlugen Funken aus den Leitungen. In Rom bestaunten Anwohner bunte Lichter am Himmel und Augenzeugen berichteten, dass die Sonne eine volle Minute lang doppelt so hell geleuchtet hätte wie sonst. Im Jahre 1989 legte ein Sonnensturm innerhalb von 90 Sekunden das gesamte Stromnetz im kanadischen Quebec lahm. Millionen Menschen saßen neun Stunden lang im Dunkeln.

Das Aussetzen des Stromnetzes über Stunden bedeutet einen Ausfall der Wasserversorgung, der Heizungen, der Lebensmittelversorgung, der Banken, des Transportwesens, der Kommunikationsmittel usw. und wäre beherrschbar. Sollten jedoch große Teile des Stromnetzes länger ausfallen, da in den Kraftwerken und Umspannstationen essentiell wichtige Transformatoren durchgebrannt sind, die sich nicht sofort ersetzen lassen, dann haben wir ein richtiges Problem, wenn man die bittere Erkenntnis aus Fukushima miteinbezieht. Dort fiel durch den Zusammenbruch des Stromnetzes und den späteren Ausfall der Notstromsysteme die Kühlung für die Reaktoren und auch für die Brennelementelager aus, was zur der bekannten Katastrophe führte.

Im Moment weiß niemand genau wann der nächste Supersonnensturm erfolgen wird. Er kann in 100 Jahren oder auch in 100 Tagen da sein. Das NOAA Space Weather Prediction Center (SWPC) kommt in seiner Analyse der bestehenden Forschungsergebnisse zu dem Schluss, das der nächste Höhepunkt der Sonnenaktivität für den Zeitraum Mai 2013 zu erwarten ist.

Diejenigen, die allzu leichtfertig darauf verweisen, dass unser Erdmagnetfeld uns schon schützen wird, so wie es dies die Jahrhunderte zuvor getan hat sollten zur Kenntnis nehmen, dass unser Erdmagnetfeld seit den ersten exakten Messungen die seit 1980 vorgenommen wurden, im Vergleich mit heutigen Satellitendaten in dieser vergleichsweise kurzen Zeitspanne um zehn Prozent abgenommen hat und weiter abnimmt.

Es geht nun darum, die Risiken so schnell wie möglich richtig einzuordnen. Ob die von der Regierung eingesetzte „Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung“ die Weisheit besitzt, auf das genannte Szenario entsprechend einzugehen, kann bezweifelt werden. Die Ingenieure von EON sind sich so sicher wie ihre Atomkraftwerke und verweisen derartige Risiken in den Bereich der Esoterik. Anders die Müncher Rück, größter Rückversicherungskonzern der Welt. Eine speziell für die Bewertung von Schadensfällen durch Sonnenstürme zusammengestellte Sonderabteilung kam zu dem Schluss, dass die Folgen von Sonnenstürmen nicht versicherbar sind, da von einem Zusammenbruch des Stromnetzes ausgegangen werden muss.

Auch wenn Deutschland alle Meiler abschaltet, bedrohen uns in Europa noch 126 weitere Atomkraftwerke. 72 davon stehen allein in unseren Nachbarländern. Beispiel Frankreich, dort stehen 56 Atomkraftwerke deren Sicherheit in Frage zu stellen ist, seit sogenannte Kernkraftnomaden, Tagelöhner, die im Auftrag von Drittfirmen die Drecksarbeit während der Wartungsintervalle verrichten, in Interviews mit dem Fernsehsender ARTE offenbart haben, welch haarsträubende Zustände in französischen Kernkraftwerken herrschen.

Uneingeschränkt zu begrüßen ist daher die Initiative des SPD-Vorsitzenden und früheren Umweltministers Sigmar Gabriel: Die Bürger Europas sollen über die Zukunft der Atomenergie im Rahmen eines europäischen Volksentscheides selbst entscheiden. Fukushima mahnt: Alle Atomkraftwerke abschalten.


Abb. 2: Sonnenfleckenprognose des NOAA Space Weather Prediction Center (SWPC)

Weiterführende Links:

Siehe z.B. diese ZDF Dokumentation.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1042964/Sonnenstuerme

Auch der Spiegel, die ZEIT und die Bild berichteten bereits über Sonnenstürme:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,640430,00.html

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2009/05/Sonnensturm


http://www.bild.de/BILD/news/2010/09/21/sonnensturm-2013/
sorgt-fuer-mega-chaos-auf-der-erde-wissenschaftler-warnen.html

Wissenschaftliche Seiten zum Thema:

Die Prognose seites des NOAA Space Weather Prediction Center (SWPC) zum 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus, wurde im Mai 2009 aktualisiert. Das Maximum wird nun im Frühjahr 2013 erwartet:

http://www.swpc.noaa.gov/SolarCycle/SC24/index.html

Bericht der NASA über das internationale Problem „Weltraumwetter“:

http://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2010/16jul_ilws/

Unser Erdmagnetfeld schwächt sich ab:

http://www.br-online.de/br-alpha/alpha-centauri/alpha-centauri-erdmagnetfeld
-2001-ID1208426867571.xml


Umwelbundesamt: Im deutschen Kraftwerkspark bestünden laut UBA Überkapazitäten von elf Gigawatt, was es erlaube, die sieben ältesten Kernkraftwerke plus Krümmel nicht wieder anzuschalten, heißt es in der Analyse.

Leistung älterer deutscher Kernkraftwerke

Kraftwerk Betriebsstart Defekte Nettoleistung in MW
Brunsbüttel 1977 80 771
Isar 1 1979 44 878
Neckarwestheim 1 1976 47 785
Philippsburg 1 1980 39 890
Biblis A 1974 66 1167
Biblis B 1976 78 1240
Unterweser 1978 49 1345
Gesamtleistung 7076

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Bundesumweltministerium, Bundesamt für Strahlenschutz, IAEA – Power Reactor Information System, Informationskreis KernEnergie

5 Responses

  1. Jan

    Ich schaue immer mal wieder nach und erkundige mich nebenbei was so mit unserer Atomkraft im gange ist, was mich brennend interessieren würde: was ist im ernstfall, wie sieht der aus?
    angenommen wir werden von einem Sonnensturm getroffen, das Stromnetz bricht für längere Zeit zusammen. Wo soll man hin, gibt es überhaupt noch überlebenschancen, was passiert mit den A-Kraftwerken bekommen wir sie dan überhaupt noch unter kontrolle, gibt es notfallpläne use. Wie sehe ein solches scenario aus. Ich finde das alles sehr bedenklich.

    Antworten
  2. Flammenportal

    Wenn ich mir die Fernsehlandschaft in Deuthschland angucke wundert mich gar nichts mehr. Damit die breite Masse von solchen Inovationen etwas mitbekommt müssten Sender wie Sat-1, Prosieben etc. anfangen seriöse und informierende Sendungen auszustrahlen. Denn ein großer Anteil an Menschen in Deutschland kennen doch gar keine anderen Sender mehr. Oder informieren sich nicht mehr aus eigenem Antrieb heraus. Es sollte mitlerweile viel mehr in Bewegung sein als es momentan der Fall ist. Das die Ölkatastrophe genauso schnell vergessen wurde wie einer der millionen Klatschpresseartikel lässt mich wirklich sehr an manchen Dingen wie sie zurzeit in unserer Regierung und in Regierungen weltweit laufen sehr zweifeln.

    Antworten
  3. Mathias

    Im Sommer 2003 hies es ja auch schon mal, dass aufgrund des Niedrigwassers wegen Trockenheit die Kernkraftwerke am Rhein Probleme mit der Kühlung bekamen. Dass Siedewasserreaktoren derart anfällig sind, wurde damals nicht erwähnt, war aber wohl auch nicht bekannt.

    So gesehen hatten wir wohl Glück, dass am 03.04.’11 ein Ausbruch des Sonnenflecks 1176 im 90°-Winkel von der Erde wegführte und nur die seitlichen Ausläufer drei Tage später einen kleinen (Kp=6/ G2) Partikelsturm auf der Erde verursachten.
    [http://www.spaceweather.com/archive.php?view=1&day=06&month=04&year=2011]

    Obwohl Glück ja Zufall bedeutet und an Zufälle glaube ich seit geraumer Zeit nicht mehr.

    Antworten
  4. WIR ALLE

    Ja, ein sehr guter Artikel, der zeigt, wie störananfällig unsere derzeitige Energieversorgung ist.
    Die Natur ist dabei, uns gerade aufzuzeigen, dass wir uns da etwas geschaffen haben, was wir nicht beherrschen können.

    Es ist also allerhöchste Zeit für neue Wege und Energie-Alternativen. Die Freie Energie, auch Raumenergie genannt, bietet diese Alternative. Sie kann all die Energieproblematiken lösen. Auch dafür muss das Bewusstsein der Bevölkerung geweckt werden. Denn Bewusstsein schafft Realität.

    http://fuerfreieenergie.wordpress.com/

    Antworten
  5. mrflare

    Hervorragender Artikel, der die Fakten klar darlegt bis auf wenige Punkte.

    Massive Sonnenstürme können nicht erst in 100 Tagen zuschlagen sondern schon in 1 Tag und alle sind derzeit machtlos. Der zweite Punkt: nicht die gesamte Offentlichkeit ist uninformiert, nur die deutschsprachige. In den USA Russland China und vielen Anderen Ländern wird auch zur Hauptsendezeit darüber informiert. Nur in Deuschland findet diese Info meist nach 24.00 Uhr in den sendern statt.

    Haben etwa alle Angst vor der Wahrheit? Wissenschaftler die Dr. Bothmer und Dieter Broers warnen bereits sein 2 Jahren davor. Die NASA hat eine Studie erstellt die niderschmetternd für unsere heutige elektrifizierte Zivilisation ist. Aber es geht noch viel weiter. Darüber berichte ich tagesaktuell auf meinem Blog www.z-e-i-t-e-n-w-e-n-d-e.blogspot.com/p/sonnensturm-stromausfall-was-tnun.html

    Danke für diesen guten Artikel. Wir brauchen mehr davon um die Bevölkerung darauf vorzubereiten. Deshalb starten wir auch eine Seminarreihe dazu im Mai 2011.

    Jürgen alias MrFlare

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*