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Auf beiden Seiten sah es eher mager aus beim G20-Gipfel: Die Politiker beschlossen in London weitere Wirtschaftshilfen in Höhe von mehr als einer Billion Dollar – und entgegen aller Erwartungen kamen kaum Menschen zu den Protesten.

Die Beschlüsse der G20-Teilnehmerstaaten zeigen, das die Politiker keinen Anlass sehen, irgendetwas am bestehenden Geldsystem zu ändern: Über eine grundsätzliche Reform des Weltwährungssystems wurde nicht einmal gesprochen. „Doch ohne eine radikale Reform wird es weiter von Krise zu Krise gehen, und die Ungerechtigkeit wird weltweit zunehmen“, betonte Detlev von Larcher von Attac.

Statt dessen wird versucht, am bestehenden System herumzuflicken: Vorerst keine weiteren nationalen Konjunkturprogramme, Stärkere Kontrolle des Finanzmarktes, Reform des IWF mit mehr Rechten für Nationen wie China und Indien, eine Obergrenze für Manager-Boni und das Ende der Steuerparadiese sind die Punkte, auf die man sich einigen konnte.

Auf der anderen Seite der Metallzäune tat sich nicht viel: Der G-20-Gipfel war vor allem eine Niederlage für Globalisierungsgegner und Demonstranten. Scheinbar planlos und in sehr geringer Zahl irrten die Demonstranten durch die Stadt – die von den Veranstaltern angekündigte Revolution blieb aus. Das lag natürlich vor allem an der massiven Polizeipräsenz, welche die Stadt komplett kontrollierte.

Offensichtlich wurde aber, dass die Menschen trotz Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und offensichtlichen Ungerechtigkeiten scheinbar keinen Anlass sehen, auf die Straße zu gehen.

Ein Mann starb bei den Protesten, nach offizieller Meinung und Augenzeugenberichten jedoch an Herzversagen und ohne Fremdeinwirkung.

 

 

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