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Erste kostenlose Online-Universität eröffnet

Mit der „University of the People“ hat die erste kostenlose internationale Online-Universität ihre virtuellen Türen geöffnet. Die von Shai Reshef ins Leben gerufene Plattform ist ein Baustein in dem Bestreben, möglichst vielen Menschen den Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen.

Die Universität ist eine Non-Profit-Organisation und besteht aus zahlreichen Freiwilligen aus der ganzen Welt. Viele dieser Freiwilligen sind Mitglieder von Universitäten, andere sind aktive Profis, z.B. Business- Administratoren, Bibliothekskräfte, Computer-Programmierer, Ökonomen und Pädagogen.

„Bildung sollte genau wie Demokratie ein Recht sein, kein Privileg“, sagt der Gründer Shai Reshef über die Initiative.

Bislang bietet die Uni erst zwei Studiengänge an: das „Business Administration Program“ und „Computer Science“, es sollen aber mit der Zeit viele weitere folgen. Auch einen international anerkannten Abschluss gibt es noch nicht – die Uni steht hier in Verhandlung mit verschiedenen Institutionen und hat die volle Unterstützung der UN. Die ersten Studenten werden aber auch erst in vier Jahren die Uni verlassen – bis dahin soll die Möglichkeit bestehen.

 

Finanzierung

Finanziert wird die Uni über Spenden – durch die komplett ehrenamtliche Mitarbeit aller Beteiligten sind die laufenden Kosten sehr gering, so dass alle Lernmaterialien und die Kurse selbst kostenfrei sind. In Zukunft sollen jedoch zwei Gebühren erhoben werden: eine Anmeldegebühr von 15-50$ je nach Herkunft und Prüfungsgelder für die Prüfungen am Ende des Semesters, die zwischen 10 und 100$ pro Prüfung liegen sollen – für viele sicherlich immer noch viel Geld. Trotzdem ist das Angebot der University of the People bisher international einmalig und die Kosten für ein Semester sind mit maximal 150$ pro Semester im Vergleich immer noch extrem gering.

 

Lernmodell

Gelernt wird online in Gruppen von 20 Studenten. Die Uni macht regen Gebrauch vom „learning by teaching“ oder peer-to-peer-Modell, bei dem Studenten sich gegenseitig helfen und gemeinsam Versuchen Fragen zu lösen – außerdem steht den Studenten aber natürlich auch eine Gruppe kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung, die aus Uni-Dozenten, Profis und Studenten mit Master-Abschluss besteht. In den Lerngruppen werden die Studenten Lernmaterialien und Ideen austauschen und wöchentliche Themen diskutieren. Dieser Ansatz soll den jungen Menschen helfen zu analysieren, zu diskutieren und auf einer Ebene zu lernen, die sie verstehen.

Die pädagogische Idee, die hinter dem Projekt steht ist, dass das Studium innerhalb von Peer-to-Peer Gemeinden motivierender ist, als allein zu Lesen oder Online-Vorlesungen anzuhören. Die Studenten entwickeln so außerdem Vertrauen in ihre kommunikativen Fähigkeiten und die erworbenen Kenntnisse aus den Kursen – nur was man anderen erklären kann, hat man auch selbst wirklich verstanden. Die Peer-to-Peer-Methode fördert die Studenten außerdem darin, sich gegenseitig zu inspirieren und voneinander zu lernen, statt in gegenseitiger Konkurrenz zu stehen.

 

Das Web 2.0 der Bildung?

Letztlich ist die Uni die Übertragung der Idee von Web 2.0 Communities und Open Source auf den Bildungsbereich – wie gut das funktioniert, wird die Zeit zeigen. Die Initiative zeigt aber einmal mehr, dass gerade ein Umdenken in allen Bereichen stattfindet und das Internet in der Zukunft noch ein großer Segen für die Menschen sein könnte.

Zur Website der University of the People geht es hier: http://www.uopeople.org

 

Bilder: http://www.uopeople.org

2 Responses

  1. H.Schuppmann

    Ist das Studium auch zuhause für einzelpersonen möglich?

    Mich interessiert vor allem „Mathematik“ wenn es gut erklärt wird.

    Z.B. Riemanns Zeta-funktion!

    Oder auch neue „Plichta-Mathematik“.

    Grüße

    Antworten

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