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Schweizer Gletscher schmelzen

Nicht nur an den Polen, auch in den Alpen zeigt sich der Klimawandel durch rasenden Gletscherschwund. Schweizer Forscher haben nun ausgerechnet, wie stark die Alpengletscher zurückgegangen sind – die Modellrechnung zeigt klar, wie schnell die weiße Pracht verschwindet.

Bisher konnte der Eisrückgang nur grob geschätzt werden, Wissenschaftler um Martin Funk von der ETH Zürich haben nun ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit welchem das Eisvolumen eines Gletschers bestimmt werden kann. Diese neu entwickelte Methode bringt nun erstmals verlässliche Zahlen: Die Schweizer Alpengletscher haben seit 1999 zwölf Prozent ihres Eisvolumens verloren – rund neun Kubikkilometer. Untersucht wurden die 59 größten Gletscher, die zusammen 88% des gesamten Eises der Schweiz speichern.

Die Ergebnisse sind um so erschreckender, wenn man bedenkt, dass für die Schweiz ein Temperaturanstieg von 1,8 Grad im Winter und 2,7 Grad im Sommer bis ins Jahr 2050 erwartet wird. Es könnte also sein, dass sich die Prognosen aus 2007 erfüllen, nach denen die Schweizer Gletscher bis zum Jahr 2037 vollständig verschwunden sein werden.

Die Gletscherbestände der Erde zählen bei den Klimaprognosen zu den „unsicheren“ Faktoren. Es ist schwierig, das Eisvolumen genau zu bestimmen und seine Auswirkungen – etwa auf den Meeresspiegelanstieg – sind deshalb mit Unsicherheiten behaftet. Das Abschmelzen der Gletscher trägt aber nicht nur zum Meeresspiegelanstieg bei. Es verkleinert die Trinkwasserressourcen und verändert das Landschaftsbild und das Ökosystem nachhaltig.

 

Quellen

Text: ETH Zürich
Bild: Archiv VAW / ETH Zürich / Chr. Theler

 

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