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Gutachterin spricht Vattenfall Kompetenz für Reaktorbetrieb ab

Nach den Pannen im Atomreaktor Krümmel hatten Die Grünen ein neues Gutachten zu den Zuständen im Kraftwerk in Auftrag gegeben – dies kommt nun zu dem Schluss: Vattenfall fehlt die Kompetenz und Fachkunde, um Atomkraftwerke zu betreiben.

Noch immer stelle Vattenfall Profit vor Sicherheit kritisiert das Gutachten und noch dazu habe der Konzern gegen die bei den letzten Pannen gemachten Auflagen verstoßen. Auch nach 314 meldepflichtigen Ereignissen habe der Konzern absolut nichts dazugelernt – das ganze Kraftwerk sei noch immer „in einem sicherheitstechnisch bedenklichen Zustand“, so die Gutachterin Oda Becker.

 

Schrottlaube

Es sieht anscheinend nicht gut aus im AKW- Krümmel. Laut Gutachten kann das Atomkraftwerk „wenn überhaupt nur mit einem extrem hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand wieder auf ein vertretbares Sicherheitsniveau gebracht werden“. Darauf hat Vattenfall natürlich keine Lust und lässt den Laden einfach laufen – das Risiko eines Unfalls nimmt der Energiekonzern dabei offenbar bewusst in Kauf.

„Es besteht in Krümmel, verursacht durch die mangelhafte Sicherheitskultur des Betreibers, die erhöhte Gefahr, dass eine Kombination aus Bedienungsfehlern und technischen Fehlern zu einem schweren Unfall führt“, schreibt Becker. „Zum Schutze der Bevölkerung ist daher von einer erneuten Inbetriebnahme abzuraten.“

Renate Künast von Die Grünen geht sogar noch etwas weiter: „Vattenfall muss die Erlaubnis für den Betrieb von AKWs entzogen werden“, forderte die Fraktionschefin.

Welche Auswirkungen das Gutachten letztlich tatsächlich hat, bleibt abzuwarten. In jedem Fall haben die Krümmel-Pannen ordentlich Staub aufgewirbelt und hoffentlich eine große Zahl von Verbrauchern ermutigt, den Stromanbieter zu wechseln.

 

Bild: Quartl / Wikimedia

 

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