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Stammzellen-Therapie: Eine Spritze gegen alles?

In Amerika stehen die Wissenschaftler kurz vor den ersten Versuchen mit embryonalen Stammzellen am Menschen – eine Studie, die ein neues Kapitel in der Medizingeschichte aufschlagen könnte. Schon jetzt bereiten sich unzählige Firmen auf den „Großmarkt der Zellen“ vor, wie der Spiegel jüngst einen Artikel übertitelte.

Stammzellen sollen in Zukunft Ausgangspunkt für ein menschliches „Ersatzteillager“ werden, denn die noch undifferenzierten Zellen, lassen sich in jede beliebige Körperzelle verwandeln. Glaubt man den Forschen, so wird eine einfache Injektion von sehr reinen, spezialisierten Zellen in Zukunft einer Vielzahl von bisher unheilbaren Krankheiten ihren Schrecken nehmen. Schon bald könnten lokal gespritzte differenzierte Stammzellen dann fast jedes denkbare Gewebe im Körper reparieren – von der Netzhaut, über Leber und Rückenmark bis hin zu Gehirnzellen.

 

Scheideweg der Medizin

Die Firma Geron hat den USA nun den Antrag gestellt, Querschnittgelähmten Rückenmarkszellen spritzen zu dürfen. Wenn sie die Zulassung bekommen und alles läuft wie in den bereits erfolgreichen Tierversuchen, wächst das Rückenmark einfach dort wieder zusammen, wo es geborsten ist – und dies führt unter Umständen zur vollständigen Heilung.

Der Versuch ist ziemlich sicher ein Wendepunkt in der Geschichte der Medizin. Scheitert er, wird der gesamte Forschungszweig auf Jahre diskreditiert sein, und es wird sehr schwierig werden, für andere Versuche Zulassungen zu bekommen. Gelingt er jedoch, werden sehr schnell weitere Studien folgen und schon in naher Zukunft unzählige Pharma-Konzerne mit spezialisierten Zelllinien auf den Markt drängen und die Medizin revolutionieren. Eine einmalige Spritze könnte dann Krankheiten heilen, denen die Menschheit bisher völlig machtlos gegenüberstand.

 

Risiken unbekannt

Undifferenzierte Stammzellen führen aufgrund ihres enormen Potenzials zur Vermehrung in vielen Fällen zu Krebs und dürfen nicht gespritzt werden. Bei den differenzierten Zellen ist man sich bisher nicht sicher, welche Nebenwirkungen entstehen können – auch hier betritt die Medizin mit den Geron-Versuchen Neuland.

 

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Bild: Mike Jones / Wikimedia

 

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