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Weltgrößter Offshore-Windpark geht ans Netz

Rund 30 Kilometer vor der dänischen Küste ist am Donnerstag der bis dato weltgrößte Offshore-Windpark ans Netz gegangen. 91 Turbinen erzeugen dort auf einer Fläche von 35 Quadratkilometern Strom aus Windkraft. Die Anlage namens „Horns Rev 2“ hat eine Kapazität von 209 Megawatt und soll jährlich mehr als 800 Gigawattstunden Elektrizität produzieren – genug, um 200.000 Haushalte zu versorgen.

 

Schwierige Baubedingungen

„Offshore-Windparks sind ingenieurstechnisches Neuland“, so Gerder, Sprecher des Windenergie-Bundesverbands. In der Vergangenheit kämpften Betreiber von Offshore-Windparks häufig mit der Korrosion, die durch die widrigen Bedingungen auf offener See sehr viel stärker auf die Windräder einwirkt als an Land. „Auch die logistischen Herausforderungen beim Bau von Offshore-Anlagen sind andere“, so Siemens-Sprecher Alfons Benzinger. Deshalb sind Offshore-Anlagen sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt teurer als herkömmliche Windparks an Land. In Industriekreisen heißt es, Offshore-Anlagen können doppelt so teuer wie landgebundene sein. „Westeuropa ist dicht bevölkert, deshalb wird es immer schwieriger, die Erlaubnis für Windparks an Land zu bekommen“, sagt Anders Eldrup Chef beim Betreiber der Anlage, Dong Energy. Deshalb zieht es den Stromversorger auf die offene See, was allerdings ein Mehr an Wartung und Überwachung erfordert.

 

Ozean-Herberge inklusive

Um die ständige Überwachung des Windparks zu gewährleisten, hat man sich bei Dong für einen bislang einmaligen Schritt entschieden. Neben den Windrädern wurde auch eine Unterkunftsplattform errichtet, um Wartungsmannschaften die Möglichkeit zu geben, direkt im Windpark zu übernachten. Bis zu 24 Personen können auf der Herberge im Ozean nächtigen und die Riesenanlage überwachen. „Ähnliche Lösungen strebt man auch bei deutschen Windparks an. Es ist sinnvoller, wenn die Wartungsmannschaften vor Ort sind und nicht bei rauer See erst etliche Kilometer rausfahren müssen, um ihre Arbeit zu erledigen“, sagt Gerder. Der erste große deutsche Windpark, BARD Offshore I, der derzeit errichtet wird, könnte also ebenfalls mit Unterkünften aufwarten. Generell, so Benzinger, wird momentan nur ein Bruchteil des Potenzials für Offshore-Windparks genutzt. „Allein in der EU hat Offshore Potenzial für 70 bis 80 Gigawatt Leistung. Davon werden derzeit erst 1,5 Prozent ausgenutzt“, rechnet er vor.

 

Text: pressetext.de
Bilder: Dong Energy

 

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