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Windkraft könnte ganz China mit Strom versorgen

Egal ob Wirtschaft oder Umwelt: Wie es in Zukunft weitergeht, hängt immer mehr davon ab, welche Richtung China einschlägt. Ihre riesige Volkswirtschaft und das stetige Wirtschaftswachstum macht lässt der Volksrepublik eine Schlüsselrolle zukommen.

China ist schon jetzt der größte CO2-Produzent der Welt – und die Regierung lässt derzeit munter weitere Kohlekraftwerke bauen, um die energiehungrige Wirtschaft mit Strom zu versorgen.

„Die entscheidende Frage für unseren Planeten ist: Welche Optionen hat China?“, sagt Harvard-Professor Michael McElroy. Er hat eine Studie durchgeführt, die belegt: China könnte seinen Strombedarf komplett mit Windenergie decken – und das schon bis zum Jahre 2030.

Das Projekt wäre gigantisch: Die Windparks würden eine Fläche von einer halben Million Quadratkilometer einnehmen – das entspricht in etwa der Fläche von Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengenommen – und 900 Milliarden US-Dollar müssten investiert werden. Diese Vision ist sicherlich nicht sehr wahrscheinlich, es handelt sich bei der Studie aber auch nur um eine Modellrechnung, die zudem ja nur eine von vielen möglichen Energiequellen berücksichtigt. Die Studie sollte wissenschaftlich beweisen, dass ein anderer Kurs für China durchaus möglich und vor allem auch lohnenswert wäre. „In China gehen derzeit jede Woche mehrere neue Kohlekraftwerke ans Netz“, erklärt Studienleiter McElroy: „Wir wollen jedoch darauf hinweisen, dass auch ein anderer Weg möglich ist.“

 

Richtungsentscheidung

Doch die Energieerzeugung ist nicht der einzige Faktor, der eine Rolle spielt: Wenn der Lebensstandard der Chinesen weiter zunimmt und damit auch der Fleischkonsum, der Wasserverbrauch, die Müllproduktion und die Anzahl der Autos, könnten von China noch viele weitere katastrophale Impulse für das Weltklima ausgehen. Der zerstörerische Lebensstandard, den die europäischen Staaten und die USA vorleben, ist so schon jetzt nicht mehr haltbar für das Ökosystem und muss dringend transformiert werden. Stattdessen schicken sich jedoch nun auch noch bevölkerungsstarke Länder wie Indien und China an, dem schlechten Beispiel der westlichen Welt zu folgen. Dabei könnte der Aufbau dieser Länder auch gleich mit grünen Technologien erfolgen – dann wären sie uns wahrscheinlich schon bald um Meilen vorraus.

 

Zum Thema:

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Bild: David / Wikimedia

 

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