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Barack Obama hatte schon immer ein merkwürdiges Händchen bei der Besetzung von Ämtern: Fast seine gesamte Mannschaft besteht aus Lobbyisten und Mitgliedern der neoliberalen Finanzelite. Die Ziele der Menschen, mit denen sich der US-Präsident umgibt, stehen im krassen Widerspruch zu dem, was Obama in seinen großspurigen Reden verkündet. In seinem Finanzteam sollen beispielsweise genau diejenigen, die die Finanzmärkte dereguliert haben, mit Spekulationen Millionäre wurden und für zweifelhafte Konzerne arbeiteten das Land nun aus einer Krise führen, die sie selbst wissentlich erst ermöglicht hatten und davon erheblich profitierten. Allein die Verwicklungen von Obamas Team mit der FED und der Bank Goldman Sachs sind haarsträubend.

 

Eine perfekte Kombination

Und in andern Bereichen sieht das nicht anders aus, wie sich jetzt eindrucksvoll in der Besetzung hoher Ämter im Bereich Landwirtschaft zeigt: Gleich drei Ämter besetzt Obama mit ehemaligen Monsanto-Größen – und sein Landwirtschaftminister Tom Vilsack vertrat schon zu seiner Zeit als Gouverneur von Iowa hauptsächlich die Interessen Monsantos.

  • Die US-Lebensmittel-Behörde FDA (- also die Institution, die darüber entscheidet, ob Gentechnik-Produkte zugelassen werden, oder nicht), ist mittlerweile fast ein Außenposten von Monsanto, so dass sich der Konzern seine Gesetze und Gutachten quasi selbst schreiben kann. Neu dabei: Der frühere Monsanto-Vize-Präsident (!) Michael Taylor als oberster Experte für Lebensmittelsicherheit.  Viel befangener kann ein „Experte“ eigentlich kaum sein – man muss sich nur mal die Geschichte Taylors ansehen: Er war zuerst als Anwalt für Monsanto tätig, bevor er 1991 bis 1994 die Grundsatzabteilung der FDA leitete und bis 1996 im Landwirtschaftsministerium für Lebensmittelkontrollen zuständig war. Danach wechselte er zurück zu Monsanto, wurde dort Cheflobbyist und Vize-Präsident. Im Wahlkampf beriet Taylor Obama in Landwirtschaftsfragen – jetzt ist er wieder in der FDA. Also ein ständiges hin- und her zwischen Monsanto und der Lebensmittelaufsicht, ein Verfahren, das die Amerikaner die „revolving door“ (Drehtür) nennen und das gängige Praxis in der US-Politik ist.
  • Das neugegründete National Institute of Food and Agriculture (NIFA), das zukünftig die Forschungsgelder des Landwirtschaftsministeriums verteilen soll, wird ebenfalls von einem Monsanto-Mann geleitet: Roger Beachy entwickelte früher für Monsanto Gen-Tomaten und kann nun 200 Millionen US-Dollar pro Jahr an seine Ex-Kollegen verteilen. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll sein Etat sogar auf 700 Millionen Dollar angehoben werden. Da können wir uns schon auf einen Haufen neuer steuerfinanzierter GenTech-Patente freuen!
  • Auch die Agrar-Verhandlungen mit dem Ausland führt ein Monsanto-naher Politiker. Als oberstern Chefunterhändler hat Obama Islam A. Siddiqui nominiert – der war bisher Vize-Präsident des Pestizid-Herstellerverbandes CropLife America und dort für Biotechnologie zuständig. Zu CropLife gehören neben Monsanto zum Beispiel auch BASF und Bayer. In Zukunft soll Siddiqui nun international den Weg freimachen für die GenTech-Produkte dieser Konzerne.

Eine schöne Kombination von Ämtern haben die Monsanto-Lobbyisten da Inne, da steht dem Triumph der Gentechnik in Amerika nun nichts mehr im Wege – Guten Appetit!

 

Artikel zum Thema bei Sein.de

Der Obama-Betrug

Die Gentechnik-Mafia

Monsanto – ein Feind des Planeten ?

Wem gehört Monsanto ?

Interview mit Percy Schmeiser

 

2 Responses

  1. Anonymous

    Richtig!
    Ersetze “ dekadenter Verbraucher“ durch „verantwortlich Handelnder“ und der Grundsatz:

    „Friss Scheiße, eine Milliarde Fliegen können nicht irren!“

    löst sich in Wohlgefallen auf.

    Wie der vorangehende Kommentar schon belegt, der mächtigste Hebel ist unser eigenes Konsumverhalten.

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  2. Anonymous

    Immer wieder amüsant. Wenn etwas nicht läuft, schreit die Masse nach „dem Richter“. Dem sagenumwobenen Superhelden, der (?) alles wieder Heil macht. Kaum jemand realisiert, dass Wahlen nur ein großes Ablenkungsmanöver sind.
    Wer wirklich Änderungen bewirken will, muss sich der Macht als KonsumentIn bewußt werden. Jemand macht etwas, das Dir nicht gefällt? Boykottiere die Waren. Für Dich allein. Du musst niemand bekehren, sondern nur für Dich denken.
    und ist es nicht das, woran die Meisten scheitern? Selbstständiges Denken?

    Antworten

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