Anzeige

Durchbruch: Forscher können Gedanken als Video anzeigen

Ein unglaublicher Durchbruch ist Forschern in den USA gelungen: Neurologen der University of California ist es erstmals gelungen, Gehirnaktivität in bewegte Videobilder umzuwandeln. Die Hirnaktivität des Sehzentrums wird dabei von einem Computerprogramm in Videos umgewandelt – und das funktioniert nicht nur für das, was die Probanden tatsächlich gerade sahen – auch erinnerte Bilder können mit Hilfe der neuen Technik abgebildet werden.

Willkommen in der Zukunft: Was klingt wie eine Nachricht aus einem Science-Fiction-Film kann vielleicht schon bald ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Mit Hilfe der Technik könnten in Zukunft zum Beispiel Träume als Videos aufgezeichnet werden. In der Vision der Wissenschaftler könnte das System einst Künstlern als Hilfsmittel dienen aber auch, um Erinnerungen etwa von Augenzeugen von Straftaten sichtbar zu machen. Auch auf medizinischer Ebene könnte es die Technologie eines Tages Wachkoma-Patienten ermöglichen, nach intensivem Training, mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren.

Aber auch düstere Visionen einer umfassenden Überwachung drängen sich unmittelbar auf: So liegt es nahe, dass die Technologie zur Überwachung und Gedankenkontrolle eingesetzte werden könnte. Auch den Forschern ist das bewusst: „Es ist absolut essenziell, dass Forscher die Öffentlichkeit über das informieren, was wir hier tun, damit sie sich an der Diskussion darüber, wie dieses Wissen genutzt werden soll, beteiligen kann. Es ist das Uralte Problem: Wissen ist Macht und kann sowohl für das Gute wie das Schlechte benutzt werden“, so der Neurologe Russell Foster.

 

Noch ein weiter Weg

Bis die Technik wirklich anwendbar ist, bleibt allerdings dann doch noch ein bisschen Forschung zu tun: Bisher produziert das Programm nur sehr verschwommene Bilder – wie schnell die Entwicklung nun weitergeht, kann noch niemand sagen.

Für das Verfahren wurden zunächst einige Filme von einem Computerprogramm analysiert. Dann scannten die Forscher mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (fMRT) die Hirnaktivitäten von Probanden, während diese sich die Videos ansahen. Das Computerprogramm suchte nun nach Verbindungen zwischen der Anordnung von Formen, Farbe und Bewegungen in den Videos und den auftretenden Aktivitäten im visuellen Kortex der Probanden.

Anschließend wurde das Programm 200 Tage lang mit Videomaterial gefüttert und sollte voraussagen, welche Aktivität diese Videos bei den Probanden verursachen würde. So sollte das Programm „lernen“ Formen und Farben mit Hirnmustern zu assoziieren.

Nachdem diese Verbindungen hergestellt waren, bekamen die Probanden neue, bisher nicht analysierte Videos zu sehen und das Programm bildete zeitgleich die Übersetzung der Hirnaktivitäten auf einem weiteren Bildschirm ab. Laut dem Bericht der Times soll das Computerprogramm dabei tatsächlich erfolgreich eine fortlaufende, wenn auch verschwommene Reproduktion des betrachteten Films erzeugt haben. Allerdings funktionierte die Übersetzung noch nicht bei allen Videos:

„Manche Szenen lassen sich besser dekodieren als andere,“ erklärt Versuchsleiter Jack Gallant. „Wir können sprechende Köpfe wirklich gut decodieren aber eine Kamera, die schnell über eine Szene schwenkt, verwirrt den Algorithmus.“

Was soll man sagen? Die Zukunft ist jetzt.

 

Eine Antwort

  1. Melanie Gatzke

    Was soll man sagen?
    Da bleibt wohl so manchem die Sprache weg.
    Jedenfalls das alte Lied: Die Gedanken sind frei“ bekommt eine neue Bedeutung.
    Vieles, was in guter Absicht zunächst mal für das Wohl der Menschheit entwickelt wurde und wird, wird leider oft auch zu derem Nachteil und Bedrohung eingesetzt.
    Jenachdem, welcher Herrscher ein Land regiert.
    Alles, was vorhanden ist, wird bekanntlich auch im Bedarfsfall angewandt. Den Bedarfsfall- den bestimmen andere, da hat niemand mehr Einfluss. Das ist immer – Fluch und Segen zugleich.

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*