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Käfige und Schlagstöcke: brutale Polizeigewalt in Kopenhagen

Zehntausende Demonstranten protestieren derzeit in Kopenhagen friedlich für wirksame Maßnahmen der Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP15) gegen die globale Erderwärmung. Mit Demonstrationszügen und Sitzblockaden versuchen die Demonstranten, Öffentlichkeit für ihr Anliegen zu bekommen. Die bekommen sie zwar, hauptsächlich aber werden sie momentan brutal verprügelt.

Das Vorgehen der dänischen Polizei ist schockierend konsequent: Wahllos wird auf wehrlos am Boden liegende Demonstranten eingeprügelt, Teilnehmer von Sitzblockaden wird Pfefferspray in Mund, Augen und Nase gesprüht. Selbst Umzüge mit Kindern wurden angeblich von den Polizisten angegriffen.

Solch aggressives und einschüchterndes Vorgehen ist nicht neu. Die Polizei scheint vermehrt Menschen von friedlichen Protesten fernhalten zu wollen, indem sie selbst jene Menschen, die lediglich von ihrem demokratischen Demonstrationsrecht Gebrauch machen, einfach zusammenschlägt. Wer dieses Risiko nicht eingehen will, kann heute auf keine Demonstration mehr gehen. Kinder mitzubringen ist angesichts des Verhaltens der Polizei mittlerweile ohnehin unverantwortlich. Dass hier die Demokratie langsam aber sicher kaum noch von den Zuständen in einer Diktatur zu unterscheiden ist, scheint nur wenige zu stören.

Bisher kannte man solches Vorgehen eher von Anti-Globalisierungs-Protesten. Am Samstag wurde diese „Null-Toleranz“-Politik der Polizei nun zum ersten Mal gegen eine Massendemonstration zu Umweltfragen eingesetzt.

 

Demonstranten in Käfigen

1226 Demonstranten wurden am Wochenende stundenlang festgesetzt. Viele von ihnen mussten zunächst stundenlang auf der eiskalten Straße sitzen, bevor sie anschließend in Drahtkäfige gesperrt wurden, in denen sie nochmal für bis zu sieben Stunden unter katastrophalen Bedingungen festgehalten wurden.

„Die haben uns völlig grundlos festgehalten“, sagte ein deutscher Demonstrant zu sueddeutsche.de, „unter Bedingungen, die nichts mehr mit Rechtsstaat zu tun haben.“

Das gewalttätige Vorgehen der Polizei scheint auch ein klares Zeichen an die europäische Jugend zu sein, wie mit friedlichen Demonstranten in Zukunft umgegangen wird. Es sollte und darf die Menschen aber trotzdem nicht aufhalten, ihre Meinung zu vertreten.

Dieses Video zeigt einen Zusammenschnitt einiger Übergriffe durch die dänische Polizei bei Demonstrationen im August:

 

 

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