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Forscher können erkennen, welche Wörter das Gehirn denkt

Wissenschaftler der Carnegie Mellon University haben entziffert, wie das Gehirn Substantive repräsentiert, und konnten im Anschluss auch aus Gehirnscans erkennen, an welches Wort eine Versuchsperson gerade denkt.

Für die Studie wurden 60 einfache Substantive aus 12 Kategorien (z.B. Körperteile, Möbel, Autos, Gebäude oder Werkzeuge) untersucht. Die Probanden wurden gebeten das Substantiv zu lesen und sich dessen Eigenschaften zu vergegenwärtigen, dann wurde anhand von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) die entsprechende neuronale Aktivität des Gehirns untersucht.

 

Bedeutungsfelder

Es wurde herausgefunden, dass das Gehirn jedes Wort in verschiedene Bedeutungsfelder einbettet: 1. Was man damit tut, 2. Ob es mit Essen zu tun hat und 3. Ob es mit geschützen Räumen verbunden ist. Außerdem spielt die Länge des Wortes eine Rolle.

Diese Bedeutungsfelder wiederum werden an 3-5 unterschiedlichen Orten im Gehirn repräsentiert – und zwar bei allen Versuchspersonen sehr ähnlich. So konnte anhand der 60 Wörter ein kleines Wörterbuch des Gehirns erstellt werden.

Mit diesem Wörterbuch funktionierte das Verfahren dann auch umgekehrt: Nur anhand der Gehirnmuster konnten die Forscher erkennen, welches Wort ein Proband gerade las – und das mit einer Trefferquote von immerhin 72-84 Prozent.

Und auch die Muster neuer, unbekannter Wörter konnten errechnet werden. Ein Programm, das an 58 Wörtern trainiert wurde, konnte aufgrund der Faktorenanalyse vorhersagen, wie die neuronalen Repräsentationen von anderen Wörtern theoretisch aussehen müssten, und erzielte dabei eine Trefferquote von 80 Prozent.

 

Gedankenlesen?

Nachdem visuelle Vorstellung mittlerweile schon auf Video aufgezeichnet werden kann, ist mit diesen Versuchen ein erneuter Durchbruch gelungen. Vom Gedankenlesen sind die Forscher dennoch weit entfernt. Der Wortschatz ist mit dieser Methode zunächst auf konkrete, zählbare Objekte begrenzt. Wie abstrakte Begriffe oder Menschen repräsentiert werden, weiß man bisher noch nicht.

Klar ist jedoch, dass das Aussehen der gedachten Objekte für dieses Verfahren keine Rolle spielt, sondern nur ihre Funktion. Wörter und visuelle Vorstellungen werden demnach offenbar von unterschiedlichen Arealen bearbeitet.

Zum ausführlichen Artikel auf Telepolis.de

 

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