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So langsam gibt es keine Ausreden mehr: Die Europäische Klimastiftung (ECF) veröffentlichte am 13 April in Brüssel eine von McKinsey erstellte Studie zur Stromversorgung der Zukunft. Diese verdeutlicht, dass bis Mitte des Jahrhunderts in Europa ein Umbau des Elektrizitätssystems auf 100 Prozent Erneuerbare Energien möglich ist. „Das Szenario mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien liefert genauso verlässlich und kostengünstig Strom wie andere Niedrig-CO2-Szenarien, die noch auf Kernkraft oder Kohle setzen. Jetzt gibt es keinen vernünftigen Grund mehr, auf diese Risikotechnologien zu setzen“, kommentierte Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch.

Aufmerksamkeit verdient die Studie insbesondere, weil sie mit sehr konservativen Zahlen der Energieindustrie rechnet und somit die Leistungsfähigkeit der Erneuerbaren Energien eher unter- als überschätzt. Sie wurde in Beratung mit den großen Energieversorgungsunternehmen und nach Gesprächen mit einigen Nichtregierungsorganisationen, darunter Germanwatch, erstellt. Die Ergebnisse verantworten allerdings alleine McKinsey und die Europäische Klimastiftung.

„Zunächst gab es bei den Industrieakteuren sogar Zweifel, ob ein Szenario mit der Nutzung von 80 Prozent Erneuerbaren Energien bis 2050 mit vernünftigen Kosten und derselben Netz- und Systemsicherheit für die EU machbar sei. Doch schließlich zeigte sich: Sogar eine hundertprozentige Versorgung ist möglich, mit derselben Netz- und Systemsicherheit und zu denselben Kosten“, ergänzt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. In dem 100-Prozent-Szenario werden 15 Prozent Strom aus nordafrikanischen Wüsten berücksichtigt. „Wenn die höheren Ölpreise der jüngsten Szenarien der Internationalen Energieagentur sowie höhere Kosten für die umstrittene Kernkraft zugrunde gelegt würden, würde das Erneuerbaren-Szenario sogar am besten abschneiden.“

 

 

Text. Germanwatch

Bild: André Karwath aka Aka

 

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