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Man muss Prioritäten setzen im Leben. Für 33 Mitarbeiter der US-Finanzaufsicht SEC liegen diese im Studieren des menschlichen Kopulations- und Masturbationsverhaltens, vornehmlich weiblicher Vertreter dieser Gattung. Ganze acht Stunden am Tag widmeten sich einige Mitarbeiter dem Sichten und Archivieren von pornografischen Bild- und Filmdokumenten. Eine lukrative Tätigkeit: stolze 200.000 Dollar im Jahr verdienten einige der so beschäftigten.

Aufgehalten wurden die fleißigen Fachkräfte dabei nur durch die schlechte Büroausstattung, denn nachdem der Speicherplatz auf den Arbeitsrechnern erschöpft war, mussten die eifrigen Sammler notgedrungen auf CDs und DVDs ausweichen, die dann sorgsam in den Büros verwahrt wurden. Dabei soll die SEC eigentliche eine ganz andere Art der Kurvenanalyse durchführen.

Porno-Skandal

Der landesweit für Empörung sorgende Porno-Skandal scheint berechtigt. Denn mehr als die Hälfte der untersuchten Fälle bezieht sich auf Mitarbeiter, die zwischen 99.000 und 223.000 Dollar im Jahr verdienen. Und noch dazu in einer staatlichen Behörde, die eigentlich selbst eine Aufsichtsfunktion hat.

Die Details der Recherchen sind brisant. Demnach soll ein hochrangiger Jurist der Behörde von seinem Büro-Computer in der SEC-Zentrale in Washington bis zu acht Stunden am Tag Sexbilder angeschaut und umfassend Pornos aus dem Internet heruntergeladen haben. Für die Beobachtung der Finanzmärkte blieb da wenig Zeit, aber die regulieren sich langfristig ja auch selbst. Ein weiteres pikantes Detail: 16 der Fälle fallen in die Zeit, des zusammenbrechenden Subprime-Hypothekenmarktes und der Lehman-Brothers-Pleite

Vertrauensverlust

„Dieses aktuelle Beispiel zeigt einmal mehr, dass es teils immens an Kontrolle in Wirtschaft und Politik mangelt. Zudem sollte hierbei erwähnt werden, dass Demokratie als Möglichkeit der Kontrolle, nämlich im Zweifelsfall abwählen zu können, nicht den Stellenwert einnimmt, wie es sein sollte“, kommentierte der Unternehmensberater Bernd Höhne den Vorfall im Gespräch mit pressetext. „Es gibt gut bezahlte Jobs, die für viele zu bequem geworden sind. Ein Rückfall in oligarchische Strukturen ist zu befürchten“

Vielleicht ist ein solcher Rückfall sogar nicht nur zu befürchten, sondern vielmehr schon eingetreten.

 

 

2 Responses

  1. Boris Langer

    Um auf das Kommentar meines Vorredners Larry Summers einzugehen: Vielleicht hat genau der Zustand der sexuellen Befriedigung den Mitarbeitern der SEC es ermöglicht die Machenschaften bei Goldman Sachs offenzulegen. Jeder Mensch hat sexuelle Bedürfnisse, manche eben mehr, andere weniger. Und wer sagt, dass bei 8 Stunden Pornokonsum nicht noch genug Zeit gewesen ist für andere Tätigkeiten? Kann ja auch sein, dass anschließend oder zwischendurch noch 8 Stunden die Finanzmärkte kontrolliert wurden?

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  2. Larry Summers

    Bevor jetzt ein Aufschrei der Empörung über die ach so unmoralischen Mitarbeiter der SEC losbricht, sollte man sich vor Augen halten, daß es gerade die SEC war, die unlängst das bis dato Undenkbare vollbracht hat, nämlich -zumindest einen Teil- der betrügerischen Machenschaften bei Goldman Sachs offen zu legen.
    Und genau dafür gibt es jetzt die Retourkutsche.
    Deshalb ist der erwähnte „Pornoskandal“ für mich eine sehr gute Nachricht, denn es beweist, daß es sich bei der Anklage gegen Goldman Sachs nicht um ein Scheingefecht, sondern um einen realen Versuch handelt, das unsägliche Treiben dieser „ehrenwerten“ Bank anzugreifen.

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