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Wie Menschen aufeinander reagieren, wird längst nicht nur durch Worte und Gesten bestimmt. Ebenso beeinflusst der Geruch, die Distanz und Nähe zu anderen und sogar die Raumtemperatur das Verhalten gegenüber anderen, haben Forscher beim Treffen der Association for Psychological Science in Boston gezeigt.

Wärme und Nähe machen gesellig

Wie wichtig die Temperatur ist, verdeutlicht Gün R. Semin von der niederländischen Universität Utrecht http://www.uu.nl. Er ließ Probanden Geschichten von Menschen lesen, deren Charaktereigenschaften sie im Anschluss bewerten sollten. In wärmeren Räumen schätzte man die Personen als weitaus geselliger ein als in kalten, wie auch die Forscher selbst als umgänglicher empfunden wurden. Ähnlich besser fiel das Ergebnis aus, wenn die Probanden bei der Bewertung am Computer enger beisammen saßen als wenn große Distanz eingehalten wurde.

Partner kennt Körpergeruch am besten

Forscher um Denise Chen von der Rice University konzentrierten sich hingegen auf den Geruch. Sie ließen 20 heterosexuelle Paare Videos ansehen, die Gefühle wie Glück, Angst oder sexuelle Erregung auslösten und sammelten Schweißproben. Anschließend galt es an drei Proben zu riechen, von denen zwei von neutralen Situationen und eine von bestimmten Gefühlsmomenten stammten. Beim Schweiß des jeweiligen Partners gelang es weit besser, den Gefühls-Schweiß herauszufiltern und auch zu bestimmen. Je länger sich die Partner kannten, desto treffsicherer waren sie bei dieser Aufgabe. Eine Erkenntnis am Rande: Am stärksten reagierten die Frauen auf Männerschweiß, der beim Anblick von Erotik-Filmen erzeugt wurde.

Schweiß überträgt Angst

Unlängst gelang deutschen Forschern der Nachweis, dass Angstschweiß auch andere Menschen zum Fürchten bring.

„Im Unterschied zu künstlichen Gerüchen setzen körpereigene Duftstoffe durchaus festgelegte Verhaltensprogramme in Gang“, berichtet Studienleiter Martin Wiesmann der Universität München im Interview mit der Nachrichtenagentur pressetext.

Evolutionär sei die Erkenntnis nur logisch:

„Die Verständigung über Gerüche erhöht die Fortpflanzungs- und Überlebenschancen wesentlich. Das wird etwa sichtbar, wenn sich Tiere auf der Suche nach einem Paarungspartner am Geruch orientieren.“

Ähnlich würden etwa Zebras, deren Herde von einem Löwen verfolgt wird, nur in Außenregionen der Herde den Angreifer sehen. Per Geruchskommunikation werde jedoch die gesamte Herde in Angst versetzt und beginne zu flüchten.

„Wie stark solche Effekte bei Menschen ausgeprägt sind, wissen wir nicht. Aber es scheint so, dass der Geruchssinn unser Leben viel stärker beeinflusst als wir bisher angenommen haben“, vermutet der Münchner Neuroradiologe. Die Forschung steht gerade erst am Anfang, diese Ebene der Kommunikation tiefergehend zu erforschen.

 

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Text: Pressetext

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