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Was viele Menschen schon oft erlebt haben, ist nun erwiesen: Wenn zwei Menschen sich im Gespräch wirklich verstehen, „schwingen“ sie sich ihre Gehirne im wahrsten Sinne des Wortes aufeinander ein – sie zeigen fast vollständig deckungsgleiche Aktivitätsmuster. Damit dies passiert, müssen sie nur dieselbe Sprache sprechen und es müssen Informationen ausgetauscht werden. Eine physische Anwesenheit ist nicht nötig, selbst Videoaufnahmen reichen aus, um den Effekt auszulösen.

Das konnten Forscher von Princeton University nun mit Hilfe von der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) nachweisen. Die Untersuchungen zeigten, dass sich sowohl Hör- als auch Sprachzentrum, als auch die Areale für höhere kognitive Funktionen synchronisierten. Die Gehirnmuster des Zuhörers folgten dabei denen des Sprechers mit 1-3 Sekunden Verzögerung.

Einzige Ausnahme waren einige Areale, die beim Zuhörer aktiv waren, bevor sie überhaupt beim Sprecher aktiviert wurden. Hier vermuten die Forscher eine Art Vorhersage-Funktion des Gehirns, das sich auf mögliche kommende Informationen vorbereitet. Der Prozess scheint eine wichtige Rolle für das Verständnis von Sprache und Zusammenhängen zu spielen: Je ausgeprägter diese Areale aktiv waren, desto besser hatte der Zuhörer das Erzählte erfasst.

Nicht nur die Spiegelneuronen, die in diesem Versuch ebenfalls aktiv waren, sondern die Gehirnaktivität ganz allgemein synchronisiert sich also im Laufe eines Gesprächs. Der Sprecher beeinflusst somit stets direkt das Gehirn des Zuhörers – und zwar so, dass sich dessen Gehirnaktivität der eigenen angleicht.

 

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Spiegelneuronen: Die Hardware des Mitgefühls

 

 

Bild: Deutsches Bundesarchiv

 

 

3 Responses

  1. Bernd

    Aber hier ist auch Vorsicht angesagt! Wir haben es in der Geschichte oft genug erlebt, dass hervorragend geschulte Propagandisten durch ihre Reden Volksmassen beeinflussten.
    Lasst dazu lieber euer Herz und euer Bauchgefühl entscheiden!

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  2. Vanesa Cvahte

    Ich lese sehr interresiert die meisten Artikeln aud dieser Seite, aber dieser hat mich besonders angesprochen, deswegen bitte ich Sie ein wenig mehr Info darueber -wo kann ich weiteres zu diesem Thema lesen?

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  3. Guido Vobig

    Das Gehirne und Ströme derart in Resonanz miteinander sind und derart verweilen können ist auch logisch nachzuvollziehen, denn die nächste Kommunikationsform nach Handy und Internet wird die Telepathie sein … allerdings funktioniert sie nur, wenn Sender und Empfänger frei von bösen Gedanken sind, denn Telepathie klappt nur in einem Umfeld der Akzeptanz und Anerkennung, um nicht zu sagen Liebe. Man könnte meinen, davon wäre die Menschheit noch weit entfernt … vielleicht kommt aber auch alles schneller, als man denkt.

    www.gold-dna.de

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