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Liebeskummer zeigt ähnliche Auswirkungen wie die Nikotin- und Kokainsucht. Zu diesem Schluss kommt die Liebesexpertin und Anthropologin Helen E. Fisher von der New Yorker Rutgers University. Sie hat mithilfe von Hirnscans auch nachweisen können, dass Menschen, die gerade von ihrem Partner verlassen wurden, ähnliche Entzugserscheinungen aufweisen wie Drogenabhängige, denen die Droge verwehrt wird.

„Wir haben zehn Jahre an diesem Thema geforscht“, so Fisher im pressetext-Interview. „Was bisher nur von Literaten und Musikern beschrieben wurde, haben wir erstmals in Studien nachweisen können“, erklärt die Expertin. „Gebrochene Herzen sind schlimm. Betroffene reagieren, wenn sie ein Foto des Ex-Partners zu Gesicht bekommen, äußerst heftig“, bestätigt die Forscherin, die mehrere Bücher zum Thema Beziehungen geschrieben hat http://helenfisher.com . „Die Reaktionen reichen von heftigem Verlangen, emotionalen Ausbrüchen, Bedürfnis nach Nähe bis hin zu physischen Schmerzen und tiefer Verzweiflung.“

 

Liebe ist Sucht

„Die Resultate der Untersuchung geben auch Rückschlüsse darauf, warum für manche Menschen die Trennung so schwer ist, dass sie daran zu Grunde gehen oder nach Trennungen Extremverhalten wie Stalking oder Gewaltausbrüche an den Tag legen“, erklärt Fisher. „Romantische Liebe ist eine Sucht, eine sehr starke und wunderbare Sucht, wenn alles in einer Beziehung gut geht. Läuft es hingegen schief, dann wird es zu einem Horrortrip.“ Untersuchungen im Gehirnscanner haben gezeigt, dass bei Frischverliebten allerdings andere Hirnregionen aktiv sind als bei Verlassenen.

„Der Hirn-Schaltkreis für romantische Liebe hat sich vor Jahrmillionen entwickelt, damit unsere Vorfahren ihre Paarungsenergie auf nur eine einzelne Person richten konnten“, so Fisher. Wird man von seinem Partner verlassen, hat man dann den größten Gewinn verloren. Möglicherweise werden gewisse Hirnregionen wahrscheinlich darum aktiviert, um den Verflossenen wieder für sich zurück zu gewinnen. „Die Hirnregion, die bei einem Verlassenen aktiv ist, befindet sich unter dem Cortex – und das ist eine der ältesten Hirnareale.“

 

Zeit heilt Liebeskummer-Wunden

„Jeder von uns muss durch dieses Tal der Tränen einmal durch“, meint Fisher. Die gute Nachricht dabei ist, dass Zeit diese Wunden heilt. „Das haben die Hirnscans auch sehr deutlich gezeigt. Dieses tiefe Nähegefühl lässt mit der Zeit nach.“ Als Therapie für Verlassene empfiehlt Fisher ähnliche Behandlungen wie man sie auch bei Drogensüchtigen anwendet. Briefe, Fotos und andere Erinnerungsstücke müssen weg. Die Kontaktaufnahme mit dem Ex-Partner sollte dringend vermieden werden.

„Eine Freundschaft zum Verflossenen ist frühestens nach zwei oder drei Jahren möglich“, meint die Expertin, die dazu rät, sich selbst mit Massagen oder Sport zu verwöhnen. „Das unendliche Grübeln über die gescheiterte Beziehung bringt nichts. Es ist besser darüber nachzudenken, was man aus der Begegnung lernen konnte“, rät Fisher.

„Am besten ist es, wieder aktiv zu werden, sich mit Freunden zu treffen und auszugehen“, so die Wissenschaftlerin. Eine Psycho- oder Gesprächstherapie käme auch in Frage, wenn man das will.

 

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Eine Antwort

  1. Peter
    Liebe ist keine Krankheit

    Hier werden Ursachen für die Sucht komplett verschwiegen. Eine Sucht als wunderbar zu bezeichnen ist sehr euphemistisch. Ähnlich wäre es zu sagen, das solange ein Alkoholiker Alkohol bekommt alles wunderbar ist.
    Diese Zufriedenheit bei verlangender Verliebtheit, (nicht liebender Verliebtheit) ist dann nur ein Schein, die letztlich ganz tiefe innere Ungenügsamkeit kompensiert.

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