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Leben wir eigentlich noch Hier und Jetzt, oder zunehmend vor allem in einem digitalen Zwischenraum und damit an mehreren Orten gleichzeitig? Eine neue Studie in Großbritannien zeigt: Die Menschen dort verbringen durchschnittlich 45 Prozent ihrer Wachzeit mit Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsmedien und sind damit die Hälfte ihres Lebens in Interaktion mit Elektrogeräten.

Zwar wird über Mobiltelefone und Internet vor allem kommuniziert, aber eben anders. „Wir leben zunehmend unter einer medialen Glocke, die uns aus der unmittelbaren Um- und Mitwelt heraushebt, in der sich unsere Körper und die unserer Mitmenschen befinden“, kommentiert Florian Rötzer die Studie treffend auf Telepolis.

Digitale Multitasker

Sie zeigt auch: Menschen werden zunehmend zu digitalen Multitaskern und konsumieren nicht selten mehrere Medien gleichzeitig. Man kann es sich vorstellen: Es läuft das Radio während Emails gelesen werden und der Fernseher stumm seine Bilder abspult. Während eines Gesprächs wird eine SMS an eine dritte Person geschrieben, zuhause ist man in mehreren sozialen Netzwerken gleichzeitig online und unterhält wohlmöglich mit drei Personen gleichzeitig über einen Instant-Messenger. Mit der Verbreitung von Smartphones hat sich der Trend zum permanenten Medien- oder Kommunikations-Konsum noch verschärft.

Entfernt uns die totale Berieselung immer mehr von der Wirklichkeit und unseren Mitmenschen und ist damit eine Gefahr? Oder ist sie einfach ein natürlicher Bestandteil einer neuen Zeit? Die Meinungen über die Mediennutzung gehen sicherlich auseinander. Wer allerdings schon mal ein Gespräch mit jemandem geführt hat, der nebenbei permanent SMS schreibt, hat sich bestimmt schon mal kurz die Wählscheiben-Telefone zurückgewünscht.

 

Eine Antwort

  1. Living Light

    Es ist tatsächlich ein Zeichen unserer Zeit, und muss auch nicht unbedingt negativ sein. Unbewusste Medien-„berieselung“ ist bestimmt bedenklich, würde ich mal eben zustimmen – also wenn Radio u. Fernsehen einfach laufen… Diese Thematik ist aber eine Problematik für sich, also auch die des unkontrollierten Fern-sehen’s, aber wenn man bewusst medial multi-taskt kann das durchaus fruchtbringend sein. Es kann Menschen auch näher bringen. Stimmt aber auch das es einen von der direkten Umgebung ganz schön entfernt. Da würde ich den Fernseher ganz oben auf die Liste setzen… Ich persönlich bevorzuge mir die Sendungen oder Filme bewusst als Wahl im Internet anzusehen. Es raubt aber vor allem das sich mit sich selbst auseinandersetzten, und damit verlernt man dann das sich mitteilen, und das „den anderen wahr und aufnehmen“, usw. Diese Berieselung hilft sehr dem Abrutsch in das „Unbewusstsein“ – komisch, und dass heute, wo das „Bewusst sein“ eine immer größere Rolle spielt…

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