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Ein neu entwickeltes Implantat hat es einem Mann mit ererbter Form von Blindheit ermöglicht, Buchstaben und das Zifferblatt einer Uhr zu erkennen. Entwickelt haben den Chip, der dem Blinden hinter die Retina eingepflanzt wurde, Wissenschaftler der Universität Tübingen.

Das Team um Eberhart Zrenner berichtet in den Proceedings of the Royal Society B von weiteren erfolgreichen Behandlungsversuchen. Der Chip ermöglicht Patienten, Objekte mit ihren Augen zu erkennen und unterscheidet sich so von anderen Ansätzen wie Second Sight,  bei dem eine externe Kamera eingesetzt wird.

 

Großteil erkennt helle Objekte

Die Wissenschaftler testeten den Chip gemeinsam mit Kollegen von Retina Implant AG an insgesamt elf Personen. Bei einigen konnte keine Verbesserung festgestellt werden, da ihre Erkrankung bereits zu fortgeschritten war. Der Großteil konnte jedoch wieder helle Objekte erkennen, erklärte Zrenner gegenüber der BBC.

Erst als der Chip weiter hinter der Netzhaut platziert wurde, konkret im zentralen Bereich der Retina, konnten bei drei Patienten die besten Ergebnisse erzielt werden. Der Patient mit der erfolgreichsten Behandlung konnte kurz nach der Operation durch gezieltes Üben auch Buchstaben erkennen, indem er lernte, einzelne Linien sinnvoll miteinander zu verbinden.

 

Energieversorgung von außen

Der Chip wandelt Licht, das in das Auge einfällt, in elektrische Impulse, die an den Sehnerv hinter dem Auge weitergeleitet werden. Die Energieversorgung erfolgt von außen. Bei den ersten Tests wurde das Implantat über ein Kabel und eine Batterie versorgt, die hinter dem Ohr platziert waren. Die Wissenschaftler testen jetzt eine neue Version, bei der alle Bestandteile unter der Haut liegen sollen.

 

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Bild: Moisey

 

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