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Es scheint offiziell zu sein: Nach jahrelangem Leugnen hat nun auch die Internationale Energieagentur (IEA) indirekt zugegeben, dass die Menge des geförderten Erdöls nur noch zwei Jahre stabil bleibt und dann dramatisch abnehmen wird. Die konventionelle Förderung wird wohl nie wieder das Niveau von 2006 erreichen – der Bedarf nimmt aber noch immer ständig zu. Peak Oil liegt damit wohl schon hinter uns und die Förderung könnte sich bis 2030.

Das dürfte zumindest einen Erklärungsansatz für viele Kriege der letzten Jahre geben und zeigt einmal mehr, wie dringend die Menschheit neue Technologien und Materialien braucht.

Halbes Geständnis

So ganz offen mag es die IEA aber noch nicht zugeben, zwar lässt sich der dramatische Stand leicht an der Grafik ablesen, mit welcher die IEA die zukünftige Entwicklung darstellt, trotzdem wird noch die Hoffnung geschürt, dass neu entdeckte Ölfelder die Produktion vielleicht noch stabil halten könnten.

Die Energy Watch Group weist solche Szenarien als unrealistisch zurück: „Führende Vertreter der IEA erklären regelmäßig, dass mehrere neue „Saudi Arabien‘ erschlossen werden müssten, um allein die aktuelle Ölfördermenge zu halten. Dies wäre auch Voraussetzung für das aktuelle Szenario. Diese Ölfelder existieren aber nicht. Es lässt sich aber nur Erdöl fördern, das man finden kann“, erklärt Thomas Seltmann, Projektmanager der Energy Watch Group etwas sarkastisch.

Eine weitere Rettung erhofft sich die IEA aus „unkonventionellen Fördermethoden“ wie Ölsand und Erdgaskondensate, auch da ist die Energy Watch Group skeptisch: „Mit der bekannten Erdölförderung an Land und im Meer ist deren Erschließung überhaupt nicht vergleichbar.“ Die dort gewonnenen Mengen könnten aktuellen Ölfelder nicht ersetzen.

 

Umstieg ohne Weiteres möglich?

„Wir empfehlen den Regierungen dringend, den Ausbau erneuerbarer Energien ehrgeizig zu beschleunigen, um den absehbaren Verknappungen und Preissprüngen bei fossilen Energien zu begegnen. Ein schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien ist insgesamt kostengünstiger als ein langsamer Ausbau. Sogar eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien ist innerhalb weniger Jahrzehnte möglich und insgesamt kostengünstiger als der weitere Verbrauch von Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran“, so Seltmann. Allerdings ist es nicht nur die Energieversorgung, die derzeit auf Erdöl angewiesen ist, sondern vor allem auch Transport und Industrie.

 

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