Anzeige

Es könnte der Beginn eines historischen Wandels sein, von Umwälzungen, welche die Geschichte nachhaltig prägen werden. Nachdem in Tunesien eine erfolgreiche Revolution den langjährigen Diktator Zine El Abidine Ben Ali gestürzt hatte und das Land seine Freiheit erklärt hat, scheint eine Welle von Revolutionen in der arabischen Welt loszubrechen. In Algerien, Ägypten und im Jemen gingen zum Teil Zehntausende Menschen auf die Straße, um gegen ihre unterdrückenden Regimes zu protestieren. Stehen wir am Anfang eines Neubeginns für den Mittleren Osten?

Schwinden Amerikas Verbündete?

Die Veränderungen dürften auch die globale Politik strak beeinflussen. Tunesien war ein starker Verbündeter der USA im vermeintlichen „Krieg gegen den Terror“ – nun musste der US-freundliche Diktator gehen. Entsprechend still blieb es, als Tunesien seine Unabhängigkeit verkündete. Gratuliert hat vor allem Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad…

In Ägypten sieht es nicht anders aus. Der quasi-Dikator Präsident Mubarak (er hatte bei seinem Amtsantritt 1981 den Ausnahmezustand verhängt und seitdem nicht mehr aufgehoben) ist nach dem eingesetzten irakischen Regime und Israel der stärkste Verbündete der USA überhaupt und erhält 1,3 Milliarden Dollar an Rüstungshilfe pro Jahr. Die ägyptische Armee, die nun wohl bald gegen die Revolutionäre ausrücken muss, tut dies mit Waffen, welche zum Teil die USA gespendet haben. Folgerichtig hat man in ganz Ägypten erstmal das Internet ausgestellt und das Handynetz lahmgelegt. Journalisten haben Anweisung im Hotel zu bleiben. Die Polizei hat inzwischen einen Schießbefehl.

Schnell bemüht sich nun die Welt (inklusive Obama), Mubarak zu Reformen zu überreden, denn was nach einer Revolution kommt, weiß niemand.

 

Wohin geht’s?

Wird die arabische Welt nun unabhängig und wählt selbst demokratische Regierungen? Oder wird es zu einer stärkeren Islamisierung kommen? Die kommenden Monate werden es zeigen. Auch wird sich zeigen, ob die Welle auf die ganze arabische Welt überspringt. Die politische Situation und die Stimmung in der Bevölkerung sind in einem halben dutzend Länder (z.B. Jemen, Algerien, Libyen, Syrien) angespannt.

 

2 Responses

  1. elke

    ich wünsche der gesamten arabischen welt genug kraft, entschlossenheit und frieden, sich von den unterdrückerischen regimes und auch aus dem amerikanischen klammergriff friedlich lösen zu können.
    ich wünsche ihnen genug interesse, was den hintergrund dieser politik betrifft, und genug durchhaltevermögen, was die veränderung und bevorstehende transformation unserer welt betrifft.
    alles fällt, weil es fallen muss: kommunismus, kapitalismus, diktaturen, dollar etc. weil es uns menschen und unserm planeten nicht dient, weil wir uns in viele sackgassen manövriert haben.
    möge der wandel zum besten aller wesen sein, danke ! 😉

    Antworten
  2. Maik Heyne

    Danke für die aktuelle Zusammenfassung.
    Ich halte es für sehr wichtig, dass Fakten über den Geldtransfer der USA, aber auch anderer einfluss-reichen Staaten ein wichtigen Augenmerk erhalten.
    Ich hoffe die Ägypter finden zu einer stimmigen Freiheit jenseits totalitärer Ansichten.
    Lg Maik Heyne.

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*