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Mittlerweile ist einiges über die physiologischen Auswirkungen von Meditation bekannt. Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass sie das Gehirn verändert, neue Nervenverbindungen erzeugt und sogar epigenetische Auswirkungen auf unsere DNA hat. Mittlerweile beschäftigt sich mit der kontemplative Neurowissenschaft eine ganze Forschungsrichtung mit den Veränderungen, die Meditation im Gehirn auszulösen vermag.

Eine neue Studie beweist nun, dass bereits acht Wochen regelmäßiger Meditation messbare Veränderungen in Hirnregionen hervorrufen, die beispielsweise für Erinnerung, Selbstwahrnehmung, Empathie und Stress verantwortlich sind.

Die Studie weise nach, dass Praktizierende sich durch die Meditation nicht nur subjektiv besser fühlen, sondern psychische und kognitive Vorteile durch messbare physische Änderungen im Hirn begründet sein könnten, so Studienleiterin Dr. Sara Lazar.

Untersucht wurden die Auswirkungen der sogenannten Achtsamkeits-Mediation, bei der das urteilsfreie Beobachten inner Vorgänge im Mittelpunkt steht.

Mehr Hirn durch Meditation

Die Studienteilnehmer wurden zwei Wochen vor dem Beginn einer achtwöchigen Meditations-Praxis mittels Magnetresonanztomographie untersucht. Nach Ablauf dieser Zeit wurde ein erneuter Test durchgeführt. Das Ergebnis: Eine deutliche Zunahme von grauer Gehirnmasse im Hippocampus, der eine wichtige Rolle beim Lernen und Erinnern spielt, aber auch in Strukturen, die mit Selbstwahrnehmung und Mitgefühl in Verbindung gebracht werden. Gleichzeit nahm die graue Hirnmasse rund um die Amygdala ab, die mit Stress und Ängsten in Verbindung gebracht wird.

In der Insula, die für Selbstwahrnehmung verantwortlich ist, konnte keine Veränderung festgestellt werden, die Forscher vermuten, dass hierfür mehr Zeit notwendig ist.

Bei keinem Mitglied einer nicht meditierenden Kontrollgruppe konnten die beschriebenen Veränderungen auch nur ansatzweise nachgewiesen werden, so dass die Schlussfolgerung naheliegt, dass diese durch die Meditationspraxis verursacht sind.

Meditation verstehen

„Andere Studien mit unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen haben gezeigt, dass Meditation zu bedeutenden Verbesserungen einer Vielzahl von Symptomen führen kann. Jetzt untersuchen wir die zugrunde liegenden Mechanismen im Hirn, wie sie diese Veränderungen ermöglichen. Es ist faszinierend zu sehen, dass unser Hirn eine derartige Plastizität aufweist und dass praktizierte Meditation eine aktive Rolle in diesen Veränderungen spielen kann“, kommentierte Dr. Britta Hölzel von der Universität Gießen, die an der Studie mitgewirkt hat.

Das gerade aufkeimende große Interesse der Wissenschaft an der Meditation ist zu begrüßen, vielleicht gibt es dann ja bald neben dem Sportunterricht an den Schulen ja auch Meditationsstunden.

 

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Eine Antwort

  1. berndsastrotelefon

    …aber natürlich ist dieser Artikel hilfreich, DANKE dafür.
    In der Quantenphysik heißt es ja, das wir durch bloses beobachten, das zu beobachtende Ergebis verändern.
    Die „Heisenbergsche Unschärferelation“ sagt dies bereits aus.
    Kurz:
    Welle-Teilchen-Dualität, eines ist nur erkennbar, und hat man den Ort kann man die Welle/ Masse nicht erkennen und umgekehrt… sehr vereinfacht gesagt.
    Andererseits verändert ja schon einfaches DENKEN die Gehirnstruktur.
    Deshalb der Satz der Zeitung:
    BILD dir MEINE Meinung.

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