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Spätenstes seit dem Film „Plastic Planet“ sind viele Menschen für das Thema Plastik und die darin enthaltenen Weichmacher sensibilisiert. Je mehr Forschungen zum Thema auftauchen, desto deutlicher wird, dass die Gefahren offenbar nach wie vor unterschätzt werden.

Bisphenol-A (BPA) ist für den Körper gefährlicher als bisher vermutet wird, behaupten auch Forscher der University of Missouri in der Fachzeitschrift „Environmental Health Perspectives“. Unterschätzt habe man die Wirkung deshalb, da sich BPA laut den Forschern bei ständiger Aufnahme durch die Nahrung im Körper ansammelt. „Eine Ansammlung konnte man zuvor noch nicht feststellen“, erklärt Thomas Göen vom Institut für Umweltmedizin der Universität Erlangen-Nürnberg die neuen Erkenntnisse.

 

Konzentration steigt langfristig

Die US-Forscher verabreichten Mäusen zu allen Mahlzeiten ein mit BPA angereichertes Fressen. „Bisher wurden meist nur Einmal-Verabreichungen getestet. Die Folgen der ständigen Einnahme, wie sie beim Mensch über die Ernährung geschieht, wurden dadurch unterschätzt“, so Studienleiterin Cheryl Rosenfeld. Denn trotz langsamerem Anstieg der BPA-Konzentration im Blut der Tiere fanden die Forscher auch noch nach einer Woche erhöhte Werte einer besonders schädlichen BPA-Variante. Folgestudien sollen zeigen, wo sich das aufgenommene BPA konzentriert und ins Blut freigesetzt wird.

 

BPA-Fläschchen seit 1. Juni verboten

Ein erhöhter BPA-Spiegel im Blut wird mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht – unter anderem mit Unfruchtbarkeit beim Mann, Verlust der Libido, Diabetes, Herz-Kreislaufprobleme, Fettleibigkeit, verfrühter Pubertät bei Mädchen sowie auch Schädigungen des Erbguts. Aufgrund zahlreicher Studien ist der Verkauf von Babyflaschen aus BPA-haltigem Polycarbonat in der EU seit 1. Juni 2011 verboten.

BPA ist die heute weltweit am häufigsten eingesetzte Industriechemikalie, wobei die Jahresproduktion weltweit knapp vier Mio. Tonnen beträgt. Für den Eintrag beim Menschen bildet die Nahrung die wichtigste Quelle. „Auch die Innenbeschichtung von Kartons für säurehältige Getränke dürften zur Kontaminierung beitragen“, erklärt Göen. Die US-Studienleiterin nennt auch Plastik-Vorratsdosen als mögliche Quelle. Daneben gibt es die Aufnahme über die Haut. Darunter gehören Gebrauchsgegenstände wie etwa das beim Thermodruck verwendete beschichtete Papier.

 

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Bild: Elke Wetzig

Text mit Material von Pressetext.de

 

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