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Seit 10 Tagen besetzen vor allem junge Menschen nicht die New Yorker Wall Street, sondern immer mehr Städte in Amerika. 52 Städte nehmen Teil – wenn auch mit oftmals nur einer handvoll Menschen “ We are growing, Block by Block, City by City“ heißt es optimistisch auf der Webseite der Bewegung „Occupy Wallstreet“. Prominente wie Michael Moore und Noam Chomsky haben ihre Solidarität mit der Bewegung verlauten lassen.

Wir sind die 99 Prozent!

Ein Prozent der US-Bürger besitzt den Großteil des Reichtums – auf Kosten der restlichen 99 Prozent. Genau diese 99 Prozent will die Bewegung vertreten und fordert Gerechtigkeit und ein Ende der Gier und Korruption: „Wir sind die 99 Prozent“ – so lautet der Slogan.

„Wir sind die 99 Prozent. Wir werden gefeuert. Wir müssen uns zwischen Gemüse und der Miete entscheiden. Wir arbeiten viele Stunden fast ohne Rechte, wenn wir überhaupt arbeiten. Wir kriegen nichts, während 1 Prozent alles bekommt.“

Protest mit Inhalt

Im Gegenteil zu den Protesten in England hat die Bewegung durchaus Inhalte. Es geht nicht nur um das Ablassen von Frust, sondern einen echten Willen zur Veränderung. Die Proteste sind friedlich, es gibt Workshops und Diskussionsrunden, die Kritik ist berechtigt, fundiert und kosntruktiv. Der Börse rufen sie entgegen: „Ja, wir trauen uns, von einer Alternative zu träumen!“

Die Polizei hat dennoch schon mehrmals zur Gewalt gegriffen und zahlreiche Teilnehmer verhaftet, während die Demonstranten ihren Prinzipien absoluter Gewaltlosigkeit bisher in allen Städten treu bleiben.

 

Zu klein für was Großes?

Bisher ist die Bewegung sehr klein. Die amerikanischen Medien schweigen sie bewusst tot – denn die Parallelen zu Ägypten und Spanien sind so offensichtlich, dass man der Bewegung nicht zu allzu viel Gehöhr verhelfen will. Dafür sprechen Menschen wie Michael Moore nun im Fernsehen darüber, und stellen in Aussicht, dass sich die Bewegung schon bald über ganz Amerika ausbreiten könnte.

Ob das tatsächlich passiert? Die Demonstranten jedenfalls beweisen Durchhaltevermögen, Geduld und einen hohen Grad an Selbstorganisation und machen Mut, dass hier etwas wirklich Gehaltvolles im Entstehen ist.

In Deutschland solidarisiert sich die Bewegung „Echte Demokratie, jetzt!“ mit den Aktionen. Sie nimmt auch an den weltweiten Demonstrationen am 15.10.2011 teil (united for global change).

Auch wenn alle Aktionen für sich vielleicht nicht nach etwas Großem aussehen, so passiert es doch überall, auf der ganzen Welt, in kleinen Zentren. Und nur so kann etwas wirklich Großes entstehen: durch organisches Wachstum aus kleinen Zellen, die sich irgendwann auf ihrem Weg treffen werden. Gerade jetzt entsteht etwas wirklich Großes aus dem ganz Kleinen.

 

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4 Responses

  1. Guido V.

    Bezüglich der Demos, um den 15. Oktber herum, die momentan des öfteren erwähnt werden und immer weitere Kreise ziehen: http://www.gold-dna.de/update5.html#up84

    Auch dieses Bild des Aufbegehrens hat nun seine Zeit und seinen Platz im realen Bilderfluss … und alles deutet darauf hin, dass der Aufschrei erfolgreich sein wird …

    Gruß

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  2. Gerald

    es geht ja um Soziale Rechte wie auch um Partizipation am politischen und wirtschaftlichen Geschehen. Darum ging es auch bei den Protesten in Ägypten, Tunesien oder auch der DDR 1989 und am 15. Oktober geht es in Leipzig wieder los.

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  3. Jan Swierczynski

    Auch ich habe mich heute der Bewegung „Echte Demokratie“ angeschlossen.

    Ich sehe hier die Notwendigkeit, dass ein jeder aufstehen sollte und gemeinsam mit Gleichgesinnten an einer Zukunft arbeitet.

    Die alte Welt stirbt und wir sind der Neuanfang.
    Der vielbeschworene Paradigmenwechsel bekommt jetzt Konturen.
    Dieser Prozess wird sich in den kommenden Wochen noch beschleunigen.

    Die Regierungen aber auch die Menschen werden sich verwundert die augen reiben.

    Ich freue mich schon jetzt darauf.

    Alles Liebe jan

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  4. Martin Bartonitz

    Es wäre uns allen zu wünschen, dass wir uns bewusst werden, dass wir nur gemeinsam bestehen können. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass die Ideen der echten Demokratie, d.h. das Denken von unten, sich durchsetzen werden. Denn warum sollten wir einen großen Teil unseres Denkens an andere delegieren, die vermeintlich schlauer und ethischer sind als wir selbst. Durch die Abgabe meiner Verantwortung helfe ich nur, Macht an anderen Stellen zu aggregieren, wo sie am Ende nur missbraucht wird.
    Und warum das was werden wird, lässt sich in diesem kleinen Film http://vimeo.com/8375313 sehr gut nachvollziehen: Unsere zusammengeschalteten Gehirne können uns dann nur in die eine, richtige Richtung führen. Denn alle unsere Gefühle signalisieren uns, dass das, was jetzt ist, kalt ist und unangenehm. Wir sehnen uns mit allen Fasern nach mehr Vertrauen, d.h. Liebe. Und das bedingungslos.
    Daher Danke für diesen Artikel. Ich habe einen ähnlichen schon in Planung, der dann auf meinem Blog http://faszinationmensch.wordpress.com zu lesen sein wird.

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