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Die südamerikanische Stevia-Pflanze darf als Süßungsmittel in Joghurts verwendet werden, ohne die langwierigen EU-Zulassungsverfahren zu durchlaufen – das hat das Bayerische Verwaltungsgericht am Dienstag bekanntgeben. Das Urteil erfolgte im Rechtsstreit einer Bio-Molkerei und der Lebensmittelüberwachung Starnberg.

Konkurrenz für die industriellen Süßstoffe

Das Urteil dürfte nicht nur Auswirkungen auf die Bio-Branche haben, Stevia könnte zum Beispiel auch in der Getränkeindustrie schon bald Süßstoffen wie dem hochgiftigen Aspartam Konkurrenz machen.

Stevia hat in etwa die hundertfache Süßkraft wie Zucker, wächst beinahe wie ein Unkraut, hilft gegen Karies, senkt den Blutdruck, kann von Diabetikern verwendet werden und birgt nach derzeitigem Kenntnisstand keine gesundheitlichen Risiken. Dass Stevia gesundheitlich unbedenklich ist, hat 2010 auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt, so dass es bis zur EU-Zulassung wohl nicht mehr lange dauern dürfte.

In der EU hat bisher nur Frankreich Stevia als Lebensmittelzusatz erlaubt, in Deutschland war der Süßstoff bisher verboten. In der Schweiz kann man Stevia immerhin separat als Süßstoff erwerben. Zwar gibt es über das Internet auch in Deutschland schon einen regen Handel mit Stevia, dort wird Stevia jedoch aus rechtlichen Gründen oft als Zahnpflegemittel verkauft – da es ja gleichzeitig auch gegen Karies hilft.

In Japan macht Stevia inzwischen 40 Prozent des Süßstoffmarktes aus. Von der indigenen Bevölkerung Brasiliens und Paraguays wird Stevia seit Jahrhunderten als Süßstoff und Medizin verwendet – es soll das Herz stärken und gegen Übergewicht helfen. Man könnte also fast meinen, Stevia wäre in vielerlei Hinsicht fast das genaue Gegenteil des raffinierten Rübenzuckers.

 

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Bild: NmiPortal  Stevia rebaudiana leaves

 

8 Responses

  1. Ampel

    Seit kurzem ist auch die Getränkeindustrie mit Stevia in Deutschland vertreten. Schwarzwald Sprudel hat einige Getränke im Programm wo der Zuckeranteil durch Stevia ersetzt wurde. 30% weniger Zucker wird so der Hersteller mit den Getränken die es in den Geschmacksrichtungen ACE,Blutorange,Apocalada und Holunderblüte gibt.

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  2. Marion

    Leider stimmt es nicht so ganz, dass Stevia zugelassen wurde, denn die Zulassung beschränkt sich bloß auf aus der Pflanze gewonnene Moleküle (Stevioside), die ab sofort als E 960 in Lebensmitteln verwendet werden dürfen.

    Dazu ist wirklich der Einsatz von chemischen Verfahren nötig und ganzheitlich ist das Ganze dann auch nicht mehr.

    Es geht halt wie immer vermutlich um Geld, denn Pflanzen sind nicht patentierbar, Moleküle aber schon…. Wirklich schade, doch zum Glück bleibt ja für die Stevia Pflanze an sich und die daraus gewonnenen ganzheitlichen Produkte weiter der Weg offen um als „Bademittelzusatz“vertrieben zu werden.

    Mehr dazu unter http://www.inspiriert-sein.de/stevia-wird-in-der-eu-zugelassen-mehr-schein-als-sein

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  3. franz krueger

    „wächst beinahe wie ein Unkraut“
    Haben Sie schon Stevia angepflanzt?
    Nur einige Notwendigkeiten: Beregnungsanlage, Unkautbehandlung, Trocknung, usw,usw.
    Je besser die Sorte (Criolla, Eirete, Morita) um so aufwendiger ist der Anbau.

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  4. Thomas

    @Vanese: Der Stevia wird bei uns ganz normal gekocht (ohne Chemikalien – mit H2O) und die Sud, wird dem Joghurt zugesetzt.

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  5. Thomas

    Ich arbeite in der besagten Bio Molkerei und das Stevia zugelassen wurde, ist einfach eine logische Konsequenz, die der Zuckerindustrie den Kampf ansagt.

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  6. Vanesse

    Kann mir vielleicht jemand eine Frage diesbezüglich beantworten? Und zwar sah ich vor kurzem einen Bericht, in dem es um die Zulassung von Stevia als Süßungsmittel in industriell produzierten Lebensmitteln ging.
    Einer der Chemiker / Forscher sagte, daß bei der Umwandlung der Stevia Pflanze in industriell verwendbares Süßungsmittel zum einen eine große Menge an Chemikalien verwendet werden müsse und zum anderen das Produkt, daß dabei herauskäme die sämtlichen positiven Eigenschaften, die der Pflanze zugeschrieben werden nicht mehr vorhanden sind.

    Ist der Grund, warum sich so viele über die Zulassung von Stevia freuen bzw. dafür sind haquptsächlich im Zusammenhang mit dem Aspartam zu sehen? Oder gibt es noch andere Gründe dafür?

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