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Was man schon lange befürchtet, wird nun immer klarer – der Atommüll aus dem einsturzgefährdeten Bergwerk Asse kann nicht mehr zurückgeholt werden. Die Braunschweiger Zeitung berichtet über ein internes Schreiben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) aus dem hervorgeht, dass die Rückholung aus bergwerkstechnischer Sicht als „nicht mehr vertretbar“ eingestuft werde.

Auf Nachfrage bestätigte das BfS das Schreiben, gab aber an, dass die Pläne zur Rückholung noch nicht ganz aufgegeben seien – es scheint jedoch immer unwahrscheinlicher, dass dem wirklich so ist.

Verrottende Fässer

Das ehemalige Salzbergwerk ist durch massive Wassereinbrüche einsturzgefährdet. Der Atommüll wurde zudem in Metallfässern eingelagert, die nur für eine Haltbarkeit von drei Jahren konzipiert waren und mittlerweile teilweise verrottet sind. Ach wurde viel mehr Atommüll eingelagert, als offiziell angegeben: Eine erneute Überprüfung des Inventars zeigte 2010 insgesamt 14.800 undeklarierte Fässer mit mittelradioaktivem Müll. Obwohl Asse nie als Endlager zugelassen wurde, sind die Fässer auf eine Art eingelagert worden, die eine Rückholung nun fast unmöglich macht.

Wikipedia:

„Die Metallfässer, in denen der Abfall angeliefert wurde, wurden stets nur als Transportbehälter, nicht aber als dauerhafte Barriere angesehen. Die Korrosion von Metallfässern in salziger Umgebung ist je nach Feuchtigkeit nur eine Frage von wenigen Jahren bis Jahrzehnten. Die erste und wichtigste Barriere zum Einschluss der Radioaktivität ist das Salz des Salzstocks.

Zu Beginn der Versuchseinlagerung wurden die Fässer mit den schwachradioaktiven Abfällen senkrecht aufeinander stehend in die ehemaligen Abbaukammern im Steinsalz eingebracht. Das Liegend-Aufeinander-Stapeln dieser Gebinde mit den schwachradioaktiven Abfällen stellte die zweite Phase der Einlagerung dar. In der dritten Phase der Versuchseinlagerung wurden die Gebinde mit schwachradioaktiven Abfällen über eine Salzböschung in die Einlagerungskammer abgekippt und anschließend mit Salzhaufwerk bedeckt. Spätestens in dieser Phase wurde in Kauf genommen, dass Fässer schon beim Einlagern beschädigt werden. Auch die mittelradioaktiven Abfälle wurden in ihren Rollreifenfässern in die Lagerkammer fallen gelassen. Eine Rückholung eingelagerter Abfälle war ausdrücklich nicht vorgesehen.“

Inzwischen ist erwiesen, dass mehrfach radioaktive Lauge ausgetreten ist, weshalb Anwohner eine Verseuchung des Grundwassers fürchten. Vielleicht ist die aber schon geschehen: In den Jahren 2002 bis 2009 traten ungewöhnlich viele Fälle von Leukämie- und Schilddrüsenkrebserkrankungen um den Salzstock auf, ein Zusammenhang konnte aber noch nicht nachgewiesen werden.

 

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Bild: Benedikt.Seidl; CC-BY-SA, durch Wikimedia Commons

 

 

Eine Antwort

  1. Peter Erdinger

    Falschinformation!
    Erst mal eine wichtige Korrektur:
    Es wird nirgendwo behauptet, dass radioaktive Lauge aus dem Endlager ausgetretetn ist. Das stimmt so schlicht nicht. Radioaktive lauge ist – schlimm genug – IM Endlager gefunden worden.

    Darueber hinaus scheint das BfS die gefahr, die von der Asse ausgeht bewusst zu dramatisieren. Anders kann ich mir die hinhaltende Nichtreaktion auf eine Buergeanfrage hierzu nicht erklaeren:

    http://endlagerdialog.de/2012/04/zeugnis-gefunden/

    Hier wird auf Kosten der Anwohner Politik gemacht. Erst wurde alles vom alten Betreiber verharmlost. Und jetzt wird alles unglaublich dramatisiert. Auch die Gruenen scheren sich hier offensichtlich einen Dreck darum, was sie da vor Ort anrichten….

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