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Um gegen die drastischen sozialen Einschnitte zu protestieren, welche die Spanische Regierung unter dem Druck der EU durchführen musste, beteiligen sich hunderte Madrider an der Aktion „Yo no pago“ (ich zahle nicht) und nutzen die Madrider Metro kostenlos. Nun bekommen sie Unterstützung von unerwarteter Seite: Das Sicherheitspersonal der Metro hat ihre Mitarbeiter dazu aufgerufen, die Schwarzfahrer ab sofort nicht mehr zu kontrollieren. Ihre Aktion „Yo no paro“ (ich halte niemanden an) zeigt schon namentlich die Nähe zu den Protestlern.

Man werde weiterhin für die Sicherheit in der U-Bahn sorgen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Sicherheitskräfte verstehen die Aktion als Teil ihres eigenen Protests gegen ihre Arbeitsbedingungen – ob sich alle Kontrolleure daran beteiligen werden, ist ungewiss.

Solidarischer Protest

„So geht´s nicht weiter!“, versichert ein Sicherheitsbeamter dem Blog Uhupardo, „alle Firmen werfen langjährige Mitarbeiter raus, ersetzen sie durch billige neue Teilzeitkräfte, missachten sämtliche Arbeitnehmer-Rechte, dehnen die Dienststunden immer mehr aus. Wir sind völlig einverstanden damit, dass die Bevölkerung die Metro ohne Fahrschein benutzt, um zu protestieren und haben unsere Aktion – yo no paro – gegründet, um sehr deutlich zu machen, dass der soziale Ungehorsam gegen die Einschnitte der Regierung vollkommen berechtigt ist. Sie zahlen nicht – und wir halten niemanden mehr auf, solidarischer Protest Hand in Hand.“

Die Bewegung „Yo no pago“ gab indes neue Termine bekannt, an denen Hunderte die Absperrungen der U-Bahn überspringen werden. Sie veröffentlichte außerdem einen Text, in welchem sie ihren Protest-Plan darlegt. Dazu gehört unter anderem auch die Aufgabe aller Bankkonten – aber auch, dass die Bewegung den öffentlichen Nahverkehr in Zukunft auch als solchen Nutzen wird: „Transport ist kein Luxus sondern eine Notwendigkeit. Wer sich nicht bewegen kann, ist aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Transport ist dein Recht! Transport ist öffentlich, wenn sich alle damit bewegen können. Wenn nur derjenige daran teilnehmen kann, der genug verdient, ist es ein kein öffentlicher Transport!“

Man darf hoffen, dass diese solidarische Form von zivilem Ungehorsam in Gemeinschaft mit Sicherheitskräften Schule macht – das würde die „Fronten“ aufweichen und so zu einer gewaltfreien Entwicklung beitragen und Zustände wie in Griechenland hoffentlich verhindern.

 

 

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