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Mechanismus für Orientierung am Erdmagnetfeld gefunden

Dass sich Tiere am Erdmagnetfeld orientieren, wissen Forscher schon seit Längerem. Nun ist endlich klar, wie die Wahrnehmung dieses subtilen Felds möglich wird: Bei Forellen konnten Münchener Forscher magnetische Nervenzellen in der Riechschleimhaut nachweisen. Diese speziellen Zellen enthalten das Eisenoxid-Mineral Magnetit und verwandeln die Information über das Magnetfeld in einen Nervenreiz, der dem Tier dann zur Orientierung dient.

Seit 1963 sucht man nach dem genauen Mechanismus zur Wahrnehmung des Erdmagnetfeldes, die offenbar vielen Tieren möglich ist – so bei vielen Vögeln und Fischen, Rehen, Kühen und Krebsen. Magnetit-Zellen waren ein heißer Kandidat für den Mechanismus. Dass die Nervenzellen erst jetzt gefunden wurden, liegt daran, dass es nur sehr wenige sind: Nur eine von 10.000 Zellen in der Riechschleimhaut der Forellen sei magnetisch, berichten die Forscher. Deshalb wollen die Forscher nun die Gen-Sequenz der Zellen entschlüsseln und dann überprüfen, ob Menschen ebenfalls einen Magnetsinn haben, dessen wir uns nicht bewusst sind.

1994 konnten Forscher feststellen, dass das menschliche Gehirn Millionen von Magnetit-Kristallen des ferromagnetischen Stoffs Magnetit Fe 304 enthält, der stark mit dem Erdmagnetfeld in Wechselwirkung steht – ihre Funktion ist bislang nicht erforscht.

 

Subtile Störfelder: Magnetsinn und Elektrosmog

Das könnte noch zu anderen Erkenntnissen führen, denn Tiere reagieren sehr sensibel auf elektromagnetische Störfelder wie zum Beispiel durch Stromleitungen. Bei Rehen, Hirschen und Kühen, die normalerweise immer genau in Nord-Süd-Richtung schlafen, konnte festgestellt werden, dass diese sich in der Nähe von Hochspannungsleitungen nicht mehr nach dem Erdmagnetfeld, sondern nach den Leitungen ausrichten. Auch bei Forellen konnte nachgewiesen werden, dass die unterirdischen Leitungen von Offshore-Windanlagen die Tiere bei ihren Wanderungen zu beeinflussen scheinen.

Einige Forscher gehen nun davon aus, dass auch der Mensch über einen Magnetsinn verfügt, der eng mit der Sensibilität für Elektrosmog zusammenhängen könnte.

 

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