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Dalai Lama: Ende der Religionen

Ausgerechnet der prominenteste Sprecher einer der größten Religionen der Welt denkt öffentlich über das Ende der Religionen nach:

„Alle großen Weltreligionen, mit ihrer Betonung der Liebe, Mitgefühl, Geduld, Toleranz und Vergebung können innere Werte fördern. Die Realität unserer heutigen Welt ist jedoch, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, unsere Ethik auf Religionen zu gründen. Aus diesem Grund komme ich zunehmend zu der Überzeugung, dass die Zeit gekommen ist, über eine Spiritualität und Ethik völlig jenseits aller Religionen nachzudenken“, so wird der Dalai Lama auf seiner Facebook-Page zitiert.

Weder von christlicher noch von islamischer oder jüdischer Seite wird eine solche Aussage wohl in näherer Zukunft fallen. Der Buddhismus versteht sich zwar als eine praktische Lehre, in welcher Einsichten durch direktes Erkennen in der Meditation gewonnen werden, hat aber aufgrund sehr fester Strukturen und Glaubenssätze trotzdem deutlich den Charakter einer Religion.

Jedoch zeigte sich der Dalai Lama seit jeher als weit weniger dogmatisch als andere Religionsoberhäupter. Im Mittelpunkt stehe für ihn ein „Verständnis der Natur der Realität durch eine kritische Untersuchung“. Diese kritische Untersuchung hat ihn nun scheinbar zu der Ansicht geführt, es sei Zeit für eine Spiritualität nach den Religionen.

 

 

4 Responses

  1. Kristina

    Ob Religion oder Spiritualität, beides ist nur ein Glaubensprodukt, welches aus der Phantasie, Einbildung, Verzweiflung oder Gehirnwäsche resultiert.
    In der Natur kommt überhaupt keine abgesonderte Form von Spiritualität vor, weder in Form von Gebet noch Meditation. Auch pilgern keine Tiere, Pflanzen oder Flüsse nach Rom, Mekka oder Lhasa, um irgend eine Spiritualität zu erleben.

    Wenn es eine Spiritualität in der Natur gibt, dann ist sie so hermetisch verborgen, dass eigentlich nichts und niemand von außen Zugang dazu hat. Dem entsprechend könnte jeder Mensch einfach selbst mit eigener Geisteskraft seinen Zugang zur Spiritualität finden (sicher auch in echter Partnerschaft in Liebe), aber niemals kollektiv, massenhaft und schon gar nicht durch einen spirituellen Führer.

    Trotzdem ist es völlig legitim und unterhaltsam, menschlichen Glauben bzw. Spiritualität zu erfahren, zu kultivieren, darüber zu plaudern zu streiten und zu philosophieren, vorausgesetzt, dass dies ehrlich und ohne jegliche Manipulation oder Zwang passiert.
    Auch ist wichtig zu betonen, dass uns das Grundgesetz im Art.4 Glaubensfreiheit garantiert: (Abs.1)Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
    (Abs.2)Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

    Es ist also nicht nur unspirituell und asozial, sondern auch rechtswidrig und diktatorisch, wenn jemand unter dem Deckmantel „Spiritualität“, andere zu manipulieren, zu dominieren bzw. zu belehren versucht, ob eine Religion falsch, veraltet oder überflüssig wäre und dass ab jetzt angeblich eine globale Spiritualität die einzig richtige wäre.
    In einer totalitären Spiritualität ohne Religionen, gibt es keine Vielfalt, keinen Austausch und kein Entkommen, sondern nur eine inquisitorische Unterdrückung ähnlich wie in jeder Diktatur. Daher ist es wichtig jede Religion und Glaubensform zu respektieren und niemanden mit seiner Spiritualität zu belästigen.

    Außerdem fällt es mir immer wieder auf, dass alle die sich eine globale Spiritualität wünschen, glauben nur mit bunten Schmetterlingen und Blumenkindern verbunden zu sein. Dabei blenden alle diese Einheitsgläubigen aus, dass sie sich in der Einheit automatisch mit allem Schmerz dieser Erde vereinen, d.h. auch mit allen vergewaltigten Kindern, Folteropfern, kriminellen Psychopathen, vergifteter Erde und gequälten Tieren. Ich glaube nicht, dass jemand mit solcher Last spirituell weiter kommt, bevor er alle diese Opfer befreit und entschädigt.

    So ist es besser, wenn jede Seele Eigenverantwortung für ihre eigenen Taten und Gedanken übernimmt, keine Schäden verursacht, niemanden drängt, niemanden mobbt, niemanden benutzt, nichts und niemanden versklavt, sondern jedes Leben respektiert – auch ein tierisches – wie das eigene.
    Und bevor irgendjemand über abstrakte Spiritualität bzw. Einheit debattiert, soll er sich dieses Video von dem berühmten Musiker Thomas D. anschauen und ab sofort jegliche Fleischnahrung und Tiermord unterlassen.

    Thomas D – das Geschäft mit dem Tod
    
http://www.youtube.com/watch?v=DB-9kpaSFhg&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=dzNOBcvwSXc

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  2. Josef

    Religionen (Rückbindungen auf künstliche Archetypen zur Anpassung eines Kulturvolkes an eine noch fehlerhafte Makroökonomie durch selektive geistige Blindheit) gehören erklärt und damit wegerklärt:
    (Genesis 2,15-17) Und Gott der HERR nahm den Menschen (freier Unternehmer) und setzte ihn in den Garten Eden (freie Marktwirtschaft), dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR (künstlicher Archetyp Jahwe = Investor) gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen (Gewinn bringende Unternehmungen) im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen (Zinsgeld-Verleih) sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes (in religiöser Verblendung) sterben (Rückfall in die Barbarei).
    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

    Spiritualität
    Spiritualität im weitesten Sinne ist die Fähigkeit, etwas noch nicht Existentes vorzudenken, bzw. sich davon – ein möglichst umfassendes – „Bild zu machen“. Religion ist die Negation davon. Sie raubt dem unbewussten, noch nicht aus dem geistigen Tod auferstandenen Kulturmenschen den Mut, das Unvermeidliche zu sehen, und nimmt ihm die Phantasie, das Wesentliche zu erkennen.
    Die Religion führt zu den beiden Risiken der Prophezeiung, dem Mangel an Mut und dem Mangel an Phantasie, die Arthur C. Clarke in „Profile der Zukunft“ wie folgt beschrieb:
    „Mangelnder Mut scheint der verbreitetere Fall zu sein. Er tritt ein, wenn der angebliche Prophet, sogar wenn ihm alle relevanten Fakten vorliegen, nicht sehen will, dass sie unweigerlich nur eine einzige Schlussfolgerung zulassen.“
    „Die zweite Art des prophetischen Versagens ist weniger tadelnswert und wesentlich interessanter. Sie tritt auf, wenn alle verfügbaren Fakten richtig eingeschätzt und geordnet werden – wenn aber die wirklich wesentlichen Fakten noch nicht entdeckt sind und die Möglichkeit ihrer Existenz ausgeschlossen wird.“
    Die Religion (Rückbindung auf künstliche Archetypen) war für alle Kulturvölker solange erforderlich, wie das Wissen noch nicht zur Verfügung stand, um die makroökonomische Grundordnung, deren Qualität den Grad der Zivilisiertheit bestimmt, so einzustellen, dass es automatisch das Beste für alle bedeutet, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt (konstruktive Verbindung von Individual- und Sozialprinzip):
    http://www.deweles.de/intro.html

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  3. Jutta Poppe

    Dieser Gedanken ist Freiheit pur, wenn es keine Grenzen durch Religionen bestehen und wir alle den tiefen göttlichen Glauben in uns selbst fühlen. Liebe, Mitgefühl, Geduld, Toleranz und Vergebung setzt sich in uns fest, wenn wir alle Menschen respektieren in ihrem Sein. Ich freue mich heute diese Worte zu lesen, da ich in diesen vergangenen Tagen mich selbst damit innerlich nochmals konfrontierte, mein vergangenes austreten aus der Kirche zu überdenken. Mein Fazit ist: dass ich fühle, das unser Glaube sich nur ohne diese Grenzen frei entfalten darf (kann). Meine Liebe ist durch meinen Schritt intensiver zu mir selbst entstanden, in meinem Sein angekommen. Und es gab hier in der Sein einen wundervollen Artikel mit der Überschrift: Das Leben ist der Guru: http://www.sein.de/archiv/2012/januar-2012/das-leben-ist-der-guru.html

    Jutta Poppe

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