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Haben Großmütter einen entscheiden Beitrag zur Evolution der Menschheit geleistet? Laut der sogenannten „Großmütter-Hypothese“ ist dem so: Nur weil die Großmütter bei der Betreuung der Kinder halfen, verlängerte sich die Lebensspanne der Menschheit, so die Theorie.

Diese wurde nun von Anthropologen der University of Utah mithilfe einer komplexen Computersimulation auf Plausibilität überprüft – und bestätigt.

„Großmütter haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind“, sagt Forschungsleiterin Kristen Hawkes. In der Simulation wurde die Evolution des Menschen nachgespielt. „Ohne die Fürsorge der Großmütter erreichten die simulierten Kreaturen ein durchschnittliches Alter von 25 Jahren. Nach 24.000 bis 60.000 Jahren großmütterlicher Hilfe erreichten die simulierten Menschen 49 Jahre, das gleiche Alter wie die Jäger und Sammler.“

Hilfe der Großmütter: Mehrgenerationen-Fürsorge

Die Großmütter-Hypothese wurde erstmals in den 1980er Jahren von zwei amerikanischen Forschern aufgestellt und sorgt in Wissenschaftskreisen nach wie vor für Aufregung. Sie basiert auf Beobachtungen eines tasmanischen Stammes, in dem die Männer auf Jagd gingen und die Mütter mit dem Sammeln von Wurzeln beschäftigt waren. Die Kinder wurden von den Omas beaufsichtigt, was laut den Forschern eine Evolution ausgelöst hat.

„Die Mütter hatten also zwei Möglichkeiten“, erklärt Hawkes. „Entweder sie nahmen ihre Kinder mit in den Wald oder sie verbrachten ihren ganzen Tag mit dem Stillen.“ Das aber, so die Wissenschaftlerin, sei für die Frauen äußerst problematisch gewesen, weswegen sie die Hilfe der Großmütter suchten.

Der Simulation zufolge gilt es als sehr wahrscheinlich, dass diese gesellschaftliche Veränderung für eine lange „postmenopausale“ Lebensspanne verantwortlich ist. „Großmütter ermöglichten eine Erziehung, die uns sozialer gemacht und eine gesellschaftliche Zusammenarbeit ausgelöst hat“, so Hawkes weiter. Gegner dieser Theorie beharren auf der Hypothese, dass sich das menschliche Gehirn nur aufgrund der natürlichen Selektion weiterentwickelte, die somit für die längere Lebensspanne verantwortlich ist.

 

Text: dr/Sein.de, mit Material von Pressetext.de
Bild: Peter van der Sluijs, cc-by-sa

 

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