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Ein beträchtlicher Anteil der griechischen Bevölkerung wird diesen Winter womöglich frieren – besonders in den Städten. Denn kaum jemand kann sich mitten in der Systemkrise das teure Heizöl leisten. Betroffen sind nicht nur Hausbesitzer, denen das Geld für das teure Öl fehlt, sondern auch Mieter, deren Hauseigentümer für diesen Winter schlicht kein Heizöl eingekauft haben, Ebenfalls betroffen sind sogar Schulen und andere öffentliche Einrichtungen, denen ebenfalls das Geld fehlt.

Nicht wenige fliehen daher zu Verwandten aufs Land, wo es einen Kamin oder Ofen gibt, andere hingegen sitzen in voller Winterkleidung in ihren kalten Wohnungen. In reicheren Stadtteilen wird zumindest noch zwei Stunden am Tag geheizt.

Für nicht wenige Mieter dürfte der Strom die nächste Bastion sein, die fällt – da weder die individuellen Stromrechnungen, noch die gemeinsamen Betriebskosten für das Haus bezahlt werden, droht einigen Mietshäusern eine teilweise Abschaltung. Diese Entwicklung, mitten in Europa, zeigt deutlich, wie anfällig und verletzlich unser System ist, und wie trügerisch die scheinbare Sicherheit sein kann – wohl die wenigsten Griechen hätten noch vor wenigen Wintern vermutet, einmal in eine solche Lage zu geraten, die man bisher wohl eher aus Filmen kannte.

 

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Bild: Frank Vincentz / cc-by-sa

Text: dr /Sein.de

 

Eine Antwort

  1. KonJazzNY

    Wenn kein Geld für (bisher subventionierten) Heizöl vorhanden ist, dann ist es natürlich sehr intelligent, mit teurem Strom weiter zu heizen. Nach dem Strom kamen Holz aus Wäldern und Parks, natürlich viel zu feucht, für eine gute Verbrennung.

    Es ist aber nicht das System, das labil ist, sondern die Menschen, die sich auf „billige“ Energien stürzen und einfach alles „verbrennen“, was die Wohnung warm macht. Irgendwann sollte man aber auch anfangen darüber nachzudenken, wie man kalte Wohnungen vermeiden kann.

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