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4.000 Menschen demonstrierten am Ostermontag in Berlin für den Frieden. Sie fordern ein Ende der Kriegstreiberei und eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts.

Für den Frieden

Kaum beachtet von den Medien, versammeln sich seit einigen Wochen jeden Montag tausende Menschen am Potsdamer Platz in Berlin, um für den Frieden zu demonstrieren. Die Bewegung wächst trotz des Nachrichten-Embargos rasend schnell. Ähnliche Kundgebungen finden mittlerweile in über 26 deutschen Städten statt.

Es ist vor allem die einseitige und Propaganda-lastige Berichterstattung der Massenmedien, die den Initiator Lars Mährholz zu diesen Kundgebungen bewogen hat. Sie sollen ein Zeichen setzen, dass die Bevölkerung nicht hinter dem bewusst geschürten Konflikt mit Russland steht und sich eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts wünscht.

Mit diesem Wunsch sind die Teilnehmer nicht allein. Alle großen Tageszeitungen und die öffentlich-rechtlichen TV-Sender werden mittlerweile mit Tausenden Beschwerde-Mails und – Anrufen überschwemmt. Selbst renommierte Journalismus-Experten empören sich mittlerweile über die einseitige und irreführende Berichterstattung, die alle Merkmale von Propaganda aufweist.

„Die Massenmedien zerlegen sich vor unseren Augen“, sagt ein Sprecher auf der Kundgebung am Ostermontag. Vorbei die Zeit, als die Tagesschau noch für ein neutrales Nachrichten-Magazin gehalten wurde. In Zeiten des Internets sind die Menschen kritischer geworden und sensibilisiert für die Meinungsmache durch die Massenmedien.

Rechts? Links?

Die Initiatoren haben ordentlich Gegenwind. Nicht nur verweigern sich die meisten Medien, überhaupt über die Demos zu berichten – wenn sie dann berichten, dann durchweg negativ. Als „Neu-Rechte“, „Antisemiten“ und vieles anderes haben sich die Redner beschimpfen lassen müssen. Die Kundgebungen wären nur Bauernfängerei der rechten Szene.

Den Redeinhalten sind diese Dinge nicht zu entnehmen, sondern sie werden in den Kontext der Redner hineingedeutet. Es fällt tatsächlich schwer, diese einem klaren Spektrum zuzuordnen. Jürgen Elsässer etwa, einst ein Schreiber für die sozialistische „Junge Welt“, heute Herausgeber des kontroversen Magazins „Compact“, dass wenn überhaupt eher rechts einzuordnen ist, da es mitunter recht offen gegen Ausländer hetzt. Oder Ken Jebsen, der wegen angeblich antisemitischer Aussagen vom RBB gekündigt wurde und dessen Sendung „KenFM“ wohl ebenfalls zu den kontroversesten deutschen Alternativmedien zählt, aber auch immer wieder hervorragende journalistische Arbeit zeigt.

Es ist aber vor allem die Nähe zu den sogenannten „Truthern“ oder den vermeintlichen „Verschwörungstheorien“, die oft als „Beweis“ für die angeblich rechte Gesinnung herangeführt wird. Das Motto „Für Frieden auf der Welt, für eine ehrliche Presse und gegen die tödliche Politik der Federal Reserve Bank“ schließt dann auch tatsächliche eine bestimmte politische Theorie ein, die oftmals jüdische Großfamilien als Drahtzieher vermutet.

Die Initiatoren wehren sich: Weder mit Rechts noch mit Links wolle man etwas zu tun haben. Diese politischen Ideologien seien heute nicht mehr hilfreich. Die Bewegung stehe für den Frieden, nicht für eine irgendeine politische Richtung. Die Bewegung richte sich an alle Bevölkerungsschichten, Glaubensrichtungen, Ethnien und politische Richtungen, die um ein friedliches Zusammenleben bemüht sind. Sicher eine nicht ganz ungefährliche Argumentation, da sie von extremen politischen Bewegungen immer wieder bemüht wird, weil Frieden eben tatsächlich der größte gemeinsame Nenner aller Menschen ist.

Im Publikum scheinen jedenfalls ganz gewöhnliche Bürger momentan klar in der Überzahl zu sein, Menschen, welche sich von den Medien und der Politik belogen fühlen und in den Demos ein Sprachrohr für diesen Unmut sehen.

Friedliche Bewegung

Auch wenn der Redestil von Ken Jebsen und Co. zuweilen etwas sehr rhetorisch, selbstherrlich und populistisch anmutet: Sowohl in ihrem grundsätzlichen Anliegen als auch in ihrer Form des friedlichen Widerstandes ist die Bewegung zumindest interessant. Ob man sich aber mit den Inhalten einiger Redner identifizieren kann, die keine Scheu haben, auch mal politische Standpunkte von weit rechts zu beziehen, ist eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Ganz Ideologiefrei ist man nicht: Die amerikanische Notenbank FED wird als der Drahzieher allen Übels vermutet und alle bisherigen Redner kamen aus einem sehr ähnlichen Umfeld und kennen sich auch privat, eine wirkliche Offenheit ist derzeit nicht erkennbar.

Ob die Bewegung mal wirklich eine des Volkes wird, ist darum wohl eher unwahrscheinlich, auch wenn sich sich sicherlich viele Menschen mit der Forderung nach Frieden und einer freien Presse identifizieren könnten.

Eine neutrale und umfangreiche Materialsammlung zum Thema Montagsdemos gibt es hier:

http://politik.edmundpiper.de/informationen-ueber-montagsdemos/

Kundgebungen gibt es jeden Montag um 18 Uhr am Potsdamer Platz in Berlin.

 

 

7 Responses

  1. Gabriele S.

    Die vereinten Nationen haben 1944 im Bratton- Woods-Abkommen den Dollar als Weltleitwährung beschlossen wirtschaftslexikon24.com. Der Dollar war goldunterlegt und gab den Nationen das garantierte Recht ihre Exportüberschüsse beim Federal Reserve System (FED) in Gold umzutauschen, was eine gewisse Stabilität der Währungen garantierte.
    Anfang der 70ger Jahre wurde dieser Vertrag von Präsident Nixon gebrochen, da es nicht mehr genügend Gold für die inflationäre Dollarmenge gab. Seitdem gibt es kein Korrektiv mehr für den Dollar.
    Es genügt mir schon in nur 5minütiger eigener Recherche nur diese Fakten (und die daraus resultierenden Konsequenzen) feststellen zu können, um mir weiterhin das Recht herauszunehmen, selber entscheiden zu dürfen, was ich glauben darf und was nicht. Meine Recherche ist bei weitem nicht vollständig, doch kann ich jederzeit selbst nachprüfen, was mir erzählt wird. Ich lasse mich nicht vereinnamen, nicht aufhetzen und nicht benutzen. Ich kann selber denken und das gedenke ich auch weiterhin zu tun.

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  2. Steff

    Hab mir den verlinkten Artikel von Elsässer durchgelesen.

    Er spricht ja nicht gegen Ausländer per se.
    Ich finde, Kritik muss erlaubt sein.

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  3. Dani

    @ Jay
    Hab mich kurz in den von dir empfohlenen Link reingelesen, da es jedoch schon von Anfang an emotional und einseitig negativ berichtet wird kann ich von solchen Meinungen wie sie da gemacht werden nur abraten. Habe einige der Reden im Internet gehört/gesehen, diese sind sehr intelligent und politisch neutral vorgetragen, auch die Demonstranten sind völlig normale Leute, Mütter, Väter, Junge, Alte, mehr und weniger Gebildete… Mein Ratschlag, schaut euch die Demos an, hört euch die Reden an und entscheidet euch selbst. Wir alle sind intelligent genug darüber eine eigene Meinung zu machen, wir brauchen keine Schubladen-Reporter, die alles in einen Topf werfen und mit emotionalen, faktenfreien Urteilen um sich werfen, Danke.

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  4. 1914 -> 2014 ?!?!

    kommt ihr mal aus dem arsch und schafft eine stichhaltigere erklärung was faschismus ist statt diesem „rechts gleich links“ gedöhns?

    ja viele linke nerven mich selbst, sie genießen eher die macht übereinander anstatt das leben, aber immerhin halten sie die „ich hab’s ja nicht so gemeint fratzen“ etwas auf und leisten gute detailarbeit wo in der elsässerulfkottescholllatour manier der autoritäre charackter oder die autortären characktere sich ja gerne in fakten fakten fakten hüllen, so dass immer nur bei den anderen nach deren verbundenheiten gefragt wird.

    oh mann!

    die schulpflicht wurde eingeführt damit die preussischen soldaten besser verstanden zu schießen und das militärische gedöhns zu lernen, die krankenkasse wurde unter bismark eingeführt um die arbeiterbewegung zu kompromitieren, alg II: ist ein gutes mittel um grade so die jetzige volkswirtschaft zu schmieren.

    und in all dieser intellektuellen unfreiheit analysiert man dann mal muffig mal hip das, wozu die konsequenzen entweder kleinkram sind oder welt und ganz weit weg, statt….?

    ja, in wie weit dulden wir das „immergleiche“ der warenwelt, der herrschaft, unsere eigenen dummen hemmungen, und warum im detail, wo eigentlich so viel lust und freiheit möglich wäre, wie können wir die herrschaft zerstören die uns erpresst und glücklich sein???

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    Joseph Stiglitz on Trust
    https://www.schneier.com/blog/archives/2013/12/joseph_stiglitz.html

    http://opinionator.blogs.nytimes.com/2013/12/21/in-no-one-we-trust/?_php=true&_type=blogs&_r=0

    =======================================================

    „Iron Sky“

    http://kinox.to/Stream/Iron_Sky.html

    1945 ist einer Handvoll Nazis die Flucht auf den Erdtrabanten geglückt. Dort haben die Überlebenden der „großen vaterländischen Niederlage“ eine geheime Basis gegründet, von der aus sie im Jahr 2012 New York mittels „Reichs-Flugscheiben“ und fliegenden Untertassen namens „Haunebu“ angreifen. Um die Macht im All und auf der Erde streiten sich die rivalisierenden Führer Wolfgang Korztfleisch und Klaus Adler, der US-Präsidentin kommt der Krieg mit den NS-Schurken gerade recht, muss sie doch wegen schlechter Popularitätswerte um ihre Wiederwahl bangen.

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  5. Kristina

    Während offenbar Kriegsvorbereitungen laufen, streiten sich viele Menschen und vor allem Journalisten um die Gesinnungen „links oder rechts“ und merken nicht, dass daraus ein militärischer Marsch-Takt entsteht: „links rechts, links rechts,
    links rechts, links rechts, links rechts, links rechts, links rechts, links rechts…“

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  6. Polly

    Vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel. Es ist schön endlich etwas zu lesen was der wahrheit entspricht und wo die Teilnehmer der Demo nicht als rechts beschimpft werden. Macht bitte weiter so!!
    So tief ist Deutschland schon gesunken, dass wir uns nun schon für ehrliche Berichterstattung bedanken müssen da dies in anderen Medien alles andere als selbstverständlich ist.

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