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Der erste Computer hat den Turing-Test bestanden: Menschen in einem Chat hielten eine Software für eine reale Person.

Chat mit einer Maschine

Zum ersten Mal in der Geschichte der künstlichen Intelligenz ist es einer Software gelungen, den sogenannten Turing-Test zu bestehen.

Dabei chattet eine Gruppe von Versuchspersonen mit jeweils zwei Gesprächspartnern, von denen einer ein Mensch und der andere ein Computerprogramm ist. Die Versuchsperson muss nun versuchen, durch das Gespräch herauszufinden, welcher seiner Gesprächspartner der Mensch und welcher die Maschine ist. Gewinnt der Computer in mehr als 30 Fällen dieses Duell, gilt der Turing-Test als bestanden.

Bisher ist es keiner Form künstlicher Intelligenz gelungen, genug Versuchspersonen zu foppen und gegen die menschlichen Mitspieler zu bestehen. Eine russische Software mit der Bezeichnung „Eugene Goostman“ bestand nun erstmals mit 33 Prozent knapp diesen Test.

Der Computer gab sich im Versuch als 13-jähriger Junge aus der Ukraine aus, um fehlendes Wissen und holpriges Englisch plausibel zu machen. Die Rechnung ging auf und mehr als ein Drittel der Versuchspersonen hielt „Eugene Goostman“ für menschlicher als einen tatsächlichen Menschen.

Wissenschaftlicher Durchbruch oder gefährliche Entwicklung?

Für die Entwicklung künstlicher Intelligenz ist das Ereignis ein Meilenstein – erstmals können Menschen einen Computer nicht mehr von einer realen Person unterscheiden.

Ähnliche Programme könnten in naher Zukunft für Kundenbetreuung und Service-Hotlines Verwendung finden. Aber Experten vermuten auch einen Einsatz in der Cyber-Kriminalität, etwa um an persönliche Daten zu gelangen.

Der Durchbruch künstlicher Intelligenz in den nächsten Jahren wird auch von vielen Transhumanisten prognostiziert, die eine Verschmelzung des Menschen mit Maschinen und Computern befürworten.

 

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2 Responses

  1. Anonymous

    Eigentlich sind die Dinger momentan eher künstliche Dummheit. Dass überhaupt so viele Menschen so ein dummes Programm für echt halten, liegt wohl vor allem an einen unzureichenden Test. Vielleicht sagt das aber auch einfach etwas über die Menschen aus die chatten… Solche Programme bekommt man schon mit den einfachsten Frage klein. Was ist Drei plus Vier? Oder mit der Erinnerung, indem man sich vorstellt und später nach den eigenen Namen fragt. Also künstliche Dummheit, mehr nicht.

  2. Michael

    Auch wenn es durch sämliche Medien gegeistert ist, so ist es doch immernoch nicht wahr.
    Zum einen wurden die Parameter des Turing-Tests, so wie sie Alan Turing damals festgelegt hat, nicht eingehalten. Zum zweiten ist die Gruppe der Probanden nicht besonders klar umrissen. Schließlich bekommt man auch ziemlich schnell mit, dass „Eugene Goostman“ ein Programm ist, wenn man sich mal kurz selbst mit Ihm unterhält und z.B. einfach Wissensfragen stellt.
    Eine kurze Recherche bei bei den zahlreichen Fachleuten, die sich zu dem Thema geäußert haben, hätte bereits Aufschluss gebracht…