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 Der am 1. Oktober veröffentlichte „Living Planet Report 2014“ des WWF zeichnet ein bedrohliches Bild: Innerhalb von nur 40 Jahren hat sich die Tierpopulation aller Wirbeltiere nahezu halbiert und während die Ausbeutung der Natur durch den Menschen weiterhin zunimmt, steigt gleichzeitig der Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie. Laut dem WWF steht der Planet vor einem globalen Burn-out.

Globaler Burn-out der Erde

Wir leben über unsere Verhältnisse. Die Menschheit verbraucht zu viel Wasser, Energie und zu viel Nahrung. Der WWF zählt im aktuellen Living Planet Report 2014 alarmierende Fakten auf: Die Biodiversität nimmt ab, die Tierpopulation hat sich fast halbiert seit 1970, die Meere sind überfischt, die Wälder gerodet. Unser ökologische Fußabdruck ist zu hoch. Pro Jahr 50 Prozent werden mehr Ressourcen verbraucht, als die Erde innerhalb dieses Zeitraums zur Verfügung stellen kann. Die enormen Schulden, die wir seit Jahrzehnten anhäufen, werden zulasten der kommenden Genrationen gehen. Wenn wir nichts ändern, droht ein globaler Burn-out. „Ja, die Lage ist ernst.“ So die nüchterne Feststellung des  WWF-Vorstands Eberhard Brandes in der Einleitung des Reports.

Ökologische Belastungsgrenzen überschritten

Seit über 40 Jahren verbrauchen wir mehr Ökosystemleistungen, als unsere Erde erneuern kann. Dieser „Overshoot“ führte dazu, dass wir derzeit 1,5 Planeten benötigen,um unseren Bedarf zu decken. Von zehn Faktoren, die die Stabilität der Erde und ihrer Lebensräume sicherstellen, sind durch den globalen Raubbau drei bereits überschritten: Biodiversität, Klima und Stickstoffkreislauf. Aber auch die Versauerung der Ozeane, der Süßwassernutzung, den Phosphoreinträgen und der allgemeinen Landnutzung sind die Belastungsgrenzen erreicht. Die Folgen sind: Hungersnöte, Dürren und Artensterben,die immer dramatischere Ausmaße annahmen.

Dramatische Abnahme der Tierbestände

Wilderei, Überfischung und Zerstörung des Lebensraums haben einen Rückgang der Biodervisiät zur Folge. Die Zahl der Säugetiere, Fische, Vögel und auch Pflanzen hat sich im Schnitt halbiert, wobei der höchste Rückgang in den Tropen festzustellen war. Und es wird voraussichtlich noch schlimmer: Auch der Klimawandel wird Anpassungen erfordern, die nicht jedes Lebenwesen leisten kann.

Katatstrophaler ökologischer Fußabdruck in den wohlhabenden Ländern

In der Infografik „Unser ökologischer Fußabdruck“ hat die der WWF die Fakten grafisch aufgelistet und zeigt den Anstieg der Weltbevölkerungbis zum Jahr 2050 und die dramatisch ansteigenden Co2-Emissionen, die von 14,9 Gigatonnen, die noch im Jahr 1970 ausgeworfen wurden, auf 80 Gigatonnen jährlich ansteigen könnten. Interessant auch die länderspezifische Aufschlüsselung: SO verursacht der ökologische Fußabdruck der US-Amerikaner einen Bedarf, den eigentlich nur vier Planeten liefern könnten, ganz ähnlich sieht es bei Dänemark und den vereinigten Emiraten aus. Die Deutschen liegen mit einem Bedarf von 2,6 Planeten im Mittelfeld.

Je ärmer das Land, desto geringer der ökologische Fußabdruck. Indonesien, Indien, Peru oder Armenien kommen mit weniger Ressourcen aus, als ihnen zustehen würden, der Trend weißt allerdings auch hier in eine ungünstige Richtung.

Politik, Wirtschaft, Verbraucher: Alle sind zum nachhaltigen Umgang aufgefordert

Die Bewohner eines „nachhaltigen“ Landes haben einen ökologischer Fußabdruck, der pro Kopf nicht größer als 1 gha ist und erfreuen sich eines akzeptablen Lebensstandards. Derzeit erfüllt kein Land beide Bedingungen.

Der WWF Report sieht aber auch einen positiven Trend, denn einige Länder entwickeln sich in eine nachhaltige Richtung. So konnten beispielsweise Brasilien, Türkei und China ihren Lebensstandard heben und gleichzeitig den Zuwachs des Ökofußabdrucks gering halten. In Deutschland ist trotz steigenden Lebensstandards der Fußabdruck sogar gesunken. Trotzdem: Um einen erdverträglichen Wert zu erreichen, muss noch viel getan werden.

Für die nachhaltige Entwicklung der Menschheit spielen die soziale Bedingungen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Oxfam-Doughnut illustriert eine mögliche gerechte Verteilung mit Zugang zu den Ressourcen, in der die ökologischen Belastungsgrenzen nicht überschritten werden.

Es besteht also Hoffnung, aber es muss möglichst rasch gehandelt werden. 40% des ökologischen Fußabdruck eines Landes werden vom Endverbraucher beeinflusst, aber 60% liegen in der Verantortung von langlebigen Kapitalanlagen wie Kraftwerken, Übertragungsnetzen oder Gebäuden. Für die deutsche Politik sieht der WWF Report daher folgenden Aufgaben:

  • Bewahrung der biologischen Vielfalt
  • Erhalt der Natur
  • Voranbringen von Klimaschutz und Energiewende
  • Minderung des CO2-Ausstoßes
  • Schutz der Meere
  • Nachhaltiges Produzieren der Lebensmitteln

Nachhaltig Leben – jeder einzelne kann etwas tun

Tipps des WWF, um den eigenen Ökofußabdruck im Alltag zu verringern:

  • So oft wie möglich vegetarisch essen
  • Nur fliegen, wenn es absolut notwendig ist
  • Haushaltsgeräte mit der besten Energieeffizienz kaufen
  • Produkte mit Umwelt-Zertifikat kaufen
  • Richtiges Heizen

„Es mag weder bequem noch einfach sein, die gewohnten Wege zu verlassen und nach neuen zu suchen, aber es ist möglich.“

 


WWF Unterlagen zum Download:

WWF LivingPlanet Report 2014 -Deutsche Kurzversion

WWF Infografik zum ökologischen Fußabdruck

 

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Bildnachweis:

WWF Webseite © www.wwf.de

 

3 Responses

  1. Volker Croy

    Sind Sie sich sicher, dass es gut ist den Ökologischen Fußabdruck zu verwenden? Der ist zwar einigermaßen wissenschaftlich nachvollziehbar, aber bei z.B. Bioanbau ist er größer als bei konventionell-integriertem Anbau, das gleiche gilt für den Ökologischen Rucksack, den CO2-Ausstoß, den Dieselverbrauch (oder Energieverbrauch) und den Wasserverbrauch – das habe ich alles durchgerechnet. Das ist auch logisch (in sich schlüssig), da der Ertrag bei Bio-Anbau geringer und der mechanische Aufwand (mehr Dieselbedarf, durch mehr Überfahrten) höher ist. Eine Nachhaltige Landwirtschaft kann also nicht Bio sein.
    Aber dieser Punkt wird gern verdrängt.
    Für „Nachhaltigkeit“ ist also eine andere Landwirtschaft, als wir sie heute haben, nötig.

    Auch Haushaltsgeräte mit der höchsten Energieeffiziens sind kritisch, denn Energie ist die einzige Ressource weltweit, die im Überfluss vorhanden ist, auch wenn wir sie nicht nutzen. Aber solche Geräte verbrauchen oft seltene Materialien, deren Herstellung mit extremen Umweltbelastungen verbunden ist und die alten Geräte schaffen beim Entsorgen ein Müllproblem. Es wäre besser schlechtere Energieeffiziens bei besserer Ressourcenausnutzung und einfacheren Materialien anzustreben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Volker

    Antworten
  2. Anonymous

    Auszug aus dem Artikel
    „Konzerne: Die Psychopathischen Feinde der Menschheit“
    http://www.neopresse.com/wirtschaft/konzerne-psychopathische-feinde-der-menschheit/

    Seit der Entscheidung des obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten von Amerika wurden Geschäftsbünde zu rechtlichen Personen.
    Der “Konzern” war geboren und eroberte sich in den nächsten Jahrzehnten eine unglaubliche Machtstellung in jeder Gesellschaft, mittlerweile dank Globalisierung eine Machtstellung, die die Macht von Nationalstaaten übersteigt.
    Seitdem greift der Konzern nach allem, was seinem Ziel nutzt (und was laut Gesetz sein einziges Ziel zu sein hat: Profit zu machen). Letztlich sogar in der Gestalt von Bechtel nach dem Regenwasser Boliviens, das er für 25% der Einkünfte der Bevölkerung an diese zurück verkaufen wollte. Der Versuch ist gescheitert, drei Tote, viele Verletzte.
    Robert Hare, Psychologe und FBI-Berater kam nun auf eine recht unterhaltsame Idee.
    Wenn ein Konzern, so seine Argumentation, als eine juristische Person angesehen werden will, dann ist es legitim, ihn den gleichen psychischen Kriterien zu unterwerfen wie … z.B. einem normalen Menschen.
    Grundlage für den Test war: Personality Diagnostic Checklist, WHO ICD 10
    Manual of Mental Disorders DSM IV

    Diese Standardkriterien sind auch jedem deutschen Psychiater geläufig.
    Ziel war, zu sehen ob und bis zu welchem Grade Konzerne in ihrer Erscheinungsform als juristische Person als “psychopathisch” einzustufen sind. Bewertungskriterium war u.a., wie sie sich zu der Gesellschaft verhalten, in der sie ihre Geschäfte betreiben.

    Folgende Kriterien wurden erfüllt:
    1. Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer
    2. Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen
    3. Skrupellose Gefährdung anderer
    4. Unfähigkeit, Schuld zu empfinden
    5. Hinterlist, Lügen und Täuschen um des eigenen Vorteils willen
    6. Verletzung sozialer Normen und gesetzlicher Vorschriften

    Mehr Kriterien gibt es nicht. Die herrschende Institution unserer Zeit, eine juristisch handelnde und mit größter Machtfülle ausgestattete Person gleicht nicht nur ein bisschen einem Psychopaten.
    Das psychische Profil dieses Monsters gleicht dem eines Massenmörders. Mit allen Konsequenzen.
    (Quelle: “The Corporation, M.Achbar, J.Abbot & J.Bakan, DVD, erhältlich nur bei “Zweitausendeins”)

    Fazit: ein unmenschlicher Psychopath beherrscht unsere Wirtschaft, unsere Politik, unsere Kultur – und nach jahrzehntelanger Indoktrination durch eine gigantische und äußerst raffinierte Werbeindustrie das Denken der meisten unserer Mitmenschen sowie unserer Kinder.

    Antworten
  3. Sonja unterbunden

    60% der Bevölkerung Afrikas ist unter 25 Jahren.Ein Wahnsinn.Sollten Sie sich in dieser Menge vermehren;Hungersnöte,Kriege etc.Die Lösung FREIWILLIGE Gratissterilisation.Die schnellste Lösung um unseren Planet zu retten.

    Antworten

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