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Die USA haben ein Gesetz verabschiedet, welches die Rohstoffe des Weltalls praktisch zu US-Eigentum erklärt.

Gesetz: USA wird Verwalter der Weltraum-Ressourcen

Es klingt fast wie der Artikel einer Satire-Zeitschrift – und doch ist es tatsächlich passiert. US-Präsident Barack Obama hat ein Gesetz unterschrieben, welches alle Rohstoffe des Weltalls quasi zu US-Eigentum erklärt.

Das Gesetz namens „Space Act of 2015“ regelt zwar nicht – wie oft behauptet – den Besitz an Himmelskörpern wie Planeten und Asteroiden, aber dafür den Beseitz an den auf den Himmelskörpern gefundenen und geförderten Rohstoffen. Die USA haben sich somit – nicht ganz frei von Größenwahn – selbst zum Verwalter der Weltraum-Schürfrechte erklärt.

Illegale Annexion wie im wilden Westen?

Dieses „Ereignis von kosmischen Ausmaßen“ wie das amerikanische Wissenschaftsmagazin phys.org es betitelte, ist vor allem als ein Frontalangriff auf die bisher international geltenden Verträge zu verstehen. Denn bis zum neuen Gesetz gab es einen internationalen Konsens darüber, dass der Weltraum allen Menschen gehöre und seine Bodenschätze der ganzen Menschheit zustünden – zum einen aus Gründen der Logik, zum anderen auch um Ressourcen-Kriege zumindest im Weltall zu verhindern.

Die USA scheinen es aber im Weltall gerade so zu halten, wie auf dem Heimatplaneten: Ressourcen stehen zuallererst mal den USA zu und gehören deshalb auch unter US-Kontrolle.

International geltende Verträge wie des Outer Space Treaty, der den Weltraum zum Eigentum aller Menschen erklärte (was schon größenwahnsinnig genug ist) und jede „nationale Aneignung durch Beanspruchung der Hoheitsgewalt, durch Benutzung oder Okkupation oder durch andere Mittel“ untersagte, sind damit hinfällig. Auch das Moon Agreement – welches die USA vorsorglich nie unterschrieben – verbietet ausdrücklich den privaten oder nationalen Bergbau auf anderen Himmelkörpern. Beide Verträge werden nun von den USA schwungvoll mit Füßen getreten.

Die USA sehen das anders: Der Besitz an den Himmelkörpern an sich sei ja – im Einklang mit dem Open Space Treaty – weiterhin untersagt. Das Gesetz regele nur, was mit den Dingen passiere, welche etwaige Firmen auf den Himmelkörpern „finden“, wem also das Material gehöre, das im Weltall gewonnen wird.

Schürfrechte im Weltraum

Das neue Gesetz stellt aber nicht nur die Rohstoffe und Ressourcen des gesamten Weltalls unter US-Kontrolle, er ernennt auch das US-Verkehrsministerium zur Aufsichtsbehörde für privatwirtschaftliche Weltraumflüge und gibt amerikanischen Großkonzernen und Weltraum-Firmen auch das Recht, Rohstoffe auf Planeten oder aus dem Asteroiden-Gürtel zu erbeuten, in Besitz zu nehmen und auf der Erde zu verkaufen.

Was für manchen wie abstrakte Science-Fiction klingen mag, ist in Wahrheit knallharte Realpolitik: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten gibt es wieder ein Rennen um das Weltall – diesmal jedoch spielen dabei nicht nur die großen Weltmächte, sondern vor allem auch private Firmen mit. Der Run auf die Weltraum-Ressourcen könnte bereits in den nächsten zehn Jahren beginnen, so vermuten Experten.

Ein Weltraum-Goldrausch steht dabei bevor, denn allein die Vorkommen an Edelmetallen und seltenen Erden dürften gewaltige Ausmaße haben.

Erst die Erde, dann das ganze Weltall

Die Risiken sind hoch. Schon das bisschen bestehende Raumfahrt hat die Erdumlaufbahn zu einem Trümmerfeld aus Weltraummüll werden lassen – private, kommerzielle Raumfahrt dürfte die Situation kaum verbessern. Hinzu kommt die Verunreinigung von fremden Planeten mit Bakterien und Viren von der Erde. Und auch die Frage, was der Menschheit überhaupt das Recht gibt, nach der Verwüstung und Ausbeutung des eigenen Planeten, nun die Ressourcen von weiteren Planeten zu verbrauchen, ist nach wie vor offen.

Dass die USA und ihre Großkonzerne mit natürlichen Ressourcen nicht zimperlich umgehen, haben sie ja schon auf der Erde zur Genüge bewiesen. „Tatsächlich stellt sich die Frage, welches Recht der zweitgrößte Umweltverschmutzer der Erde hat, diese mit exakt den gleichen großen Firmen noch weiter ausdehnen, indem er sie dazu einlädt, den Weltraum zu plündern?“, fragte sich Kommentator Gbenga Oduntan von The Conversation.

Das Imperium und der Sternen-Krieg

Abgesehen von dieser Anmaßung, ist das Gesetz ein Schlag ins Gesicht der Weltgemeinschaft und deutliches Zeichen, das die USA nicht beabsichtigen, ihre imperialen Bemühungen an der Grenze der Erdatmosphäre einzustellen – und dass sie ihren Anspruch auf Weltherrschaft nunmehr auf alle Welten ausweiten möchten.

Oduntan sieht dies im bereits zitierten Kommentar ähnlich: „Die Vorstellung, dass amerikanische Unternehmen allein auf der Grundlage von inländischen US-Gesetzen berechtigt sind, systematisch Bodenschätze im ganzen Weltraum auszubeuten – trotz der enormen Umweltrisiken – zeigt die Kühnheit der Gier. Schon die Römer hatten so etwas in ihren Rechtsgrundsatz besser geregelt: Was alle angeht, muss auch von allen entschieden werden.“

Bisher haben die großen Raumfahrtverbände nicht auf das US-Gesetz reagiert – vermutlich sind sie sprachlos.

3 Responses

  1. Harald Gruse
    USA das kleine Kind...

    hahaha, diese usa, habenhabenhaben, wie ein kleines kind..und genau so verhalten sie sich leider eben auch immer wieder…(wenn auch mit tödlichen waffen) …. das mit dem resourcen im all, erinnert mich an 2 flöhe die streiten wem der hund gehört auf dem sie sitzen…….

    Antworten
  2. Bernd
    Hyper-Hybris

    Wie Gott zu solchem Denken steht, welche Folgen es selbst nachsichzieht und wie es beendet wird (so wir dies nicht selbst IN UNS ALLEN finden und abstellen) kann jeder in den verschiedenen Profezeiungen in Bibel und anderen Schriften lesen 🙂

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