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Das Kölner Unternehmen innatura vermittelt online unverkäufliche fabrikneue Sachspenden an soziale Organisationen.

 

Als die Unternehmensberaterin Juliane Kronen miterleben musste, wie 200.000 Flaschen fabrikneuen Shampoos wegen eines Etikettierungsfehlers entsorgt wurden, gründete sie 2013 die gemeinnützige GmbH innatura. Das Unternehmen sammelt bei Herstellern und Händlern Sachspenden, die sonst weggeschmissen würden, für soziale Zwecke. Innatura verzeichnet inzwischen mehr als 25 Spenderunternehmen, darunter große Konsumgüterhersteller wie „Amazon“, „Beiersdorf“ und die Drogeriekette “dm“. Die Unternehmen haben seit dem Start von innatura Sachspenden im Wert von mehr als drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Nahezu 400 gemeinnützige Organisationen zählt innatura inzwischen zu ihren Kunden.

Warum werden einwandfreie Waren entsorgt?

In Deutschland werden nicht nur jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen, sondern auch tonnenweise Drogerieprodukte, die gar nicht schlecht werden können. Dafür gibt es massenweise Gründe, die aus ökologischer und moralischer Sicht nicht nachvollziehbar sind. Zur ausrangierten Ware gehört zum Beispiel Sonnenmilch, die gerade keine Saison hat und deren Lagerkosten teurer wären als ihre Entsorgung. Aussortiert wird auch Aktionsware oder „Special Editions“, die im Überfluss produziert werden und nach der Aktion nicht mehr ins Sortiment passen. Artikel mit fehlerhaften Etiketten oder zu geringer Füllmenge landen als B-Ware ebenfalls im Müll.

Ein weiterer Grund für den Hersteller, Waren zu entsorgen, sind beschädigte Verpackungen oder Paletten, denen im Rahmen einer Qualitätskontrolle ein Produkt entnommen wurde. Da die Ware in Gewichtseinheiten verkauft wird, nimmt der Handel unvollständige Paletten nicht an. Denn wenn nur ein Produkt fehlt, hat die Palette das falsche Gewicht und die Ware müsste per Hand gezählt werden. Das wiederum würde zu hohe Personalkosten verursachen. Retouren sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht ebenfalls ein Grund, Waren wegzuschmeißen. Diese wieder einzusortieren und in den Handel zu bringen, wäre zu teuer. Vor allem der Online-Versand bekommt massenweise Fehlkäufe zurückgeschickt.

Warum werden die Waren nicht wenigstens gespendet, wenn sie für den Handel nicht mehr zu gebrauchen sind? Der Grund dafür ist das deutsche Steuerrecht. Oftmals ist es für die Unternehmer billiger, Waren zu entsorgen, als sie zu spenden, weil Spenden beim Finanzamt als Umsatz gelten, für die eine Umsatzsteuer ans Amt abgeführt werden muss. Die Entsorgung der Produkte hingegen kann zusätzlich als Betriebsausgabe abgesetzt werden.

Spielzeug und Windeln für syrische Flüchtlingskinder

Innatura will hier Abhilfe schaffen und die Hersteller dazu bringen, ihre überflüssigen Produkte zu spenden, anstatt sie zu vernichten. Innatura übernimmt dafür die gesamte Logistik und Qualitätssicherung der Prozesse, so dass die Spenden an Organisationen, wie der Flüchtlings-, Obdachlosen- oder Kinder- und Familienhilfe weitergegeben werden können, so wurden kürzlich erst gemeinsam mit den Partnern Kimberly-Clark und amazon Windeln, Puppen und Spielzeugautos für die kleinsten und größeren syrischen Kinder im Flüchtlingslager Atmeh bereitgestellt. Die Spendenempfänger zahlen dafür eine Vermittlungsgebühr von 5 bis 20 Prozent des früheren Ladenpreises. So kann innatura die eigenen Kosten für Logistik und Personal decken.


Infos unter www.innatura.org

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