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Der Verbrauch von Plastiktüten ist 2016 in Deutschland stark gesunken. Die Deutschen kauften 2016 ein Drittel weniger Plastiktüten als im Vorjahr.

Seit rund einem Jahr (Juli 2016) sind in mehr als 300 deutschen Unternehmen Plastiktüten nicht mehr kostenlos zu haben. Auch wenn die Tüten in vielen Geschäften nur 10 oder 15 Cent kosten – hat sich die Maßnahme bewährt. Wie die aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung zeigen, ist in Deutschland der Verbrauch von Plastiktüten stark zurück gegangen. Durchschnittlich hat jede Person in Deutschland nur noch 45 Plastiktüten im Jahr verbraucht – 2015 waren es noch 68 Tüten pro Kopf. Damit ist der Plastiktüten-Verbrauch um etwa zwei Milliarden Stück gesunken: von 5,6 Milliarden Tüten jährlich auf nur noch 3,6 Milliarden. Das sind 33 Prozent weniger Plastiktüten als im Vorjahr. Insgesamt konnte der Verbrauch von Plastiktüten zwischen den Jahren 2000 bis 2016 um 52 Prozent reduziert werden: von 7 Milliarden auf 3,6 Milliarden.

Dass der Verbrauch in Deutschland so stark gesunken ist, hat man laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) vor allem dem Textileinzelhandel zu verdanken. Viele Modeketten haben vergangenes Jahr Gebühren für Plastiktüten eingeführt. Bei den Textilketten „C&A“ und „H&M“ wanderten daraufhin 50 Prozent weniger Plastiktüten über die Ladentheken. Die Umstellung in vielen Supermärkten hat ebenso dazu beigetragen, dass sich der Plastiktüten-Verbrauch deutlich reduziert hat. Unter anderem haben „Real“, „Penny“ und „Rewe“ Plastiktüten komplett aus ihren Läden verbannt.

Deutschland nähert sich damit bereits der Forderung der EU für 2025 an: Diese Forderung sieht vor, den Verbrauch von Plastiktüten bis Ende 2025 auf maximal 40  Stück pro Kopf und Jahr zu reduzieren. Mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung zur Bezahlpflicht oder zum völligen Verzicht auf Einwegtragetaschen hatte der Handel eine gesetzliche Vorgabe vermieden. Die Befürchtungen von Experten, die freiwillige Selbstverpflichtung würde zu wenig Einsparungen bringen, haben sich nicht bewahrheitet. Es haben sich zwar nur 60 Prozent der Händler an die freiwillige Selbstverpflichtung gehalten und Plastiktüten kostenpflichtig gemacht oder sogar ganz aus dem Sortiment entfernt, doch das hat offenbar ausgereicht, um das Verhalten von Verbrauchern nachhaltig zu sensibilisieren.

Welche Tüte ist die beste Wahl? Statt auf Plastiktüten setzen viele Kunden nun auf Papiertüten. Zwar lassen sich die Alternativen aus Papier recyceln, ihre Herstellung verbraucht jedoch viel Wasser und Energie. Besser sind wiederverwendbare Stoffbeutel oder Taschen aus recyceltem Kunststoff. Diese werden aus gebrauchten Einweg-Pfandflaschen hergestellt. Die Flaschen werden erst geschreddert und dann zu einem Garn aufbereitet, aus dem die Taschen gefertigt werden. Es wird kein zusätzlicher Abfall produziert und so Ressourcen geschont. Außerdem können Tragetaschen aus Recycling-Plastik mehr als 200 Mal benutzt werden.