Aufforstung boomt und hilft dem Klimaschutz. 150 Millionen Hektar an geschädigtem oder zerstörtem Wald will die Initiative Bonn Challenge bis 2020 wiederherstellen.

Die im Jahr 2011 gegründete Initiative Bonn Challenge will bis zum Jahr 2020 150 Millionen Hektar Waldfläche aufforsten. Das ist mehr als viermal die Fläche Deutschlands. „Als wir die Bonn Challenge lanciert haben, wussten wir nicht, ob wir dieses Ziel erreichen würden“, sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Umweltministerium während der Weltklimakonferenz in Bonn, wo eine erste Bilanz gezogen wurde. Doch drei Jahre vor Ablauf der Frist ist das Ziel bereits erreicht. „Vielleicht hatten wir Glück, vielleicht haben wir aber auch ein Projekt präsentiert, mit dem sich die Menschen identifizieren konnten.“

Das erfolgreichste Aufforstungsprojekt der Bonn Challenge findet in Pakistan statt. Dort haben die Taliban die waldreichste Provinz Pakistans zerstört. Um ihre Terroranschläge zu finanzieren, haben sie einen Großteil der Pinien- und Zedernwälder in der Region abgeholzt. Einst bewaldete Hügel sind nun kahl, Stümpfe ragen aus dem Boden. 2014 hat sich die Provinzregierung deshalb vorgenommen, eine Milliarde Bäume zu pflanzen. Dazu wurden tausende private Baumschulen gegründet und Setzlinge an Einheimische verteilt. Arbeitslose Jugendliche und Frauen kamen in Arbeit. Die Ufer des Indus, des Kunhar und des Swat wurden mit den Neupflanzungen stabilisiert. Bei den Überschwemmungen im Jahr 2010 – verursacht durch starken Monsunregen – waren Straßen und Brücken zerstört und Häuser fortgespült worden.

Mitgetragen wird die Aufforstung der 150 Millionen Hektar von 44 Ländern, einem privaten Naturschutzgebiet in Guatemala und dem indonesischen Papierkonzern Asia Pulp & Paper. In dieser Fläche werden 15 Milliarden Tonnen CO2 gebunden, mehr als ein Viertel der globalen Treibhausgasemissionen eines Jahres. Wwirtschaftliche Aktivitäten von 47 Milliarden Dollar werden durch die Bonn Challenge angestoßen. Das entspricht der Wirtschaftsleistung von Tansania, einem Land mit 55 Millionen Einwohnern.

Die UNO hat im Jahr 2014 den nächsten Schritt ins Rollen gebracht hat: die New Yorker Walderklärung Nydf. Diese hat zum Ziel, den Waldverlust bis zum Jahr 2030 zu stoppen und weitere zwei Millionen Quadratkilometer ehemaligen Waldes wiederaufzuforsten.

Um diese Ziele zu erreichen, wurde an der Bonner Klimakonferenz mit deutscher Unterstützung eine Aktionsplattform unter dem Dach des UN-Entwicklungsprogramms UNDP lanciert. Wie schon bei der Bonn Challenge können auch bei der Nydf Unternehmen und Organisationen der Zivilgesellschaft Beiträge leisten. So hat etwa die belgische Umweltorganisation WeForest die Wiederherstellung von 1000 Quadratkilometer Wald zugesagt. Dabei geht es nicht nur ums Bäumepflanzen, wie WeForest Mitgründerin Marie-Noelle Keijzer erklärt: „Es geht darum, dass die Bäume nicht einfach nach ein paar Jahren wieder gefällt werden sondern für Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte überdauern.“

Infos unter www.bonnchallenge.org/

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