140 deutsche Kulturinstitutionen haben sich unter dem Namen Die Vielen zu einem Solidaritätspakt zusammengeschlossen.

Weit über hundert Theater, Bibliotheken, Galerien, Opern, Museen, Orchester, Akademien und andere Kulturinstitutionen haben sich in Deutschland zu einer Art Solidaritätspakt zusammengeschlossen, um sich untereinander gegen rechtsradikale Hetze zu unterstützen.

Auf Pressekonferenzen in Dresden, Hamburg, Düsseldorf und Berlin haben Die Vielen, so der Name des Trägervereins, eine demonstrative Selbstverpflichtung bekannt gegeben. Sie werden sich gemeinsam an Kampagnen und Demonstrationen zur Verteidigung der offenen Gesellschaft beteiligen. Sie werden mit ihren Mitarbeitern eine Haltung gegenüber Bedrohungen der Demokratie durch Rassismus diskutieren. Und sie werden sich untereinander unterstützen, wenn einzelne Künstler oder Institutionen durch rechtsradikale Schmähungen und Hetze unter Druck gesetzt werden sollten.

Die Liste der Erstunterzeichner ist die Creme de la Creme der deutschen Kulturinstitutionen. Sie reicht von der Deutschen Oper Berlin über Kampnagel Hamburg, das Dresdner Staatsschauspiel oder das Hamburger St.-Pauli-Theater bis zur Akademie der Künste, zum Schwulen Museum Berlin, dem Berliner Martin-Gropius-Bau, der Elbphilharmonie, dem Düsseldorfer Schauspiel und dem Berliner Maxim Gorki Theater.

Der Solidaritätspakt Die Vielen ist mehr als eine unverbindliche Geste. Es ist die entschlossene Antwort darauf, dass die AfD und andere rechte Formationen die Kultur als Kampffeld für sich entdecken. Theater und andere Kultureinrichtungen passen geradezu idealtypisch in die Feindbildkonstruktionen der Rechten und ihre Polemik gegen liberale Eliten. Auch wenn die Theater die Angriffe etwa der AfD unbeschadet überstehen, sind sie hervorragend geeignet, die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren und die Polarisierung der Gesellschaft voranzutreiben.

Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen wollen einen offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien führen. Sie wollen diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung führen, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische Gesellschaft fortzuentwickeln. Da Rassismus Alltag geworden ist und Rechtsextremismus ein Symptom davon ist, will dieses Bündnis nicht nur Symptome bekämpfen, sondern in die Tiefe wirken. Hoffnung setzten Die Vielen darin, dass sie sich der Gesellschaft öffnen, damit sie wirklich Viele werden.

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*